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22.12.2014

07:38 Uhr

Armut Deutschland

Jedes sechste Kind auf Hartz IV angewiesen

Für Eltern mit finanziellen Sorgen ist es schwerer, ein schönes Weihnachtsfest zu organisieren. Hunderttausende Kinder leben in Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind. In Ostdeutschland sind es besonders viele.

Perspektivisch brauche es eine eigenständige Kindergrundsicherung, sagt Sabine Zimmermann von der Linke-Fraktion. dpa

Perspektivisch brauche es eine eigenständige Kindergrundsicherung, sagt Sabine Zimmermann von der Linke-Fraktion.

BerlinJedes sechste Kind in Deutschland ist von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Darauf machte die Arbeitsmarkt-Expertin der Linke-Fraktion, Sabine Zimmermann, unter Bezug auf eine offizielle Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Berlin aufmerksam.

„Besonders zu Weihnachten spüren viele Kinder, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen müssen“, sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. „Für Hartz-IV-Beziehende ist es ungleich schwerer, ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.“

Nach den jüngsten offiziellen Zahlen waren im Juli mehr als 1,64 Millionen Unter-15-Jährige auf Hartz IV angewiesen oder lebten in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft. Das waren 15,5 Prozent. Binnen eines Jahres war die Zahl um gut 7000 gestiegen.

Bis zum Jahr 2012 ging die Zahl der von Hartz IV betroffenen Menschen unter 15 von zuvor teils deutlich höheren Werten bis auf 1,62 Millionen zurück. Seitdem gab es wieder einen leichten Anstieg. War in Berlin zuletzt jedes dritte Kind betroffen, waren es in Bayern nur 7,2 Prozent. In Ostdeutschland lag die Quote mit 23,5 Prozent wesentlich höher als im Westen (13,7 Prozent).

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Zimmermann forderte soziale Leistungen, die Armut verhindern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen: „Die Regelsätze für Kinder müssen erhöht werden.“ Perspektivisch brauche es eine Kindergrundsicherung als eigenständige Leistung.

In der enormen Anzahl der Hartz-IV-Bezieher mit Kindern spiegelten sich zudem die in vielen Regionen immer noch angespannte Arbeitsmarktlage mit viel zu wenigen Arbeitsplätzen sowie ausufernden Niedriglöhne wider, so Zimmermann.

Von

dpa

Kommentare (26)

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Herr Peter Noack

22.12.2014, 08:13 Uhr

Was die amtliche Statistik nicht sagt:
Die Hälfte der Kinder in Hartz IV ist jünger als 7 Jahre alt. Wer über 15 ist, ist bereits erwerbsfähig und zählt nicht mehr als Kind. Ein Kind ist Hartz IV, wenn es auch nur einen Euro KdU erhält. Über Nacht ließen sich die Kinder aus Hartz IV lösen, wenn obligatorisch das zusätzliche Kindergeld für von Hartz IV bedrohten Arbeitnehmern auf alle Hartz IV Kinder ausgedehnt würde. Steuergeld ist beides, Kindergeld bzw. Zusatzkindergeld und Hartz IV Leistungen. Es muss also einen Grund geben, dass für Kinder Hartz IV beibehalten wird. Zumal die Zahlungen an Kindergeld wegen weniger Kindern zurück gehen.

Herr Günther Schemutat

22.12.2014, 08:30 Uhr

Diese Meldung kann nicht stimmen, wir sind eines der reichsten Länder der Welt was man täglich hört, dass die Grünen,Linke und die SPD sogar alle Armutsflüchtlinge aus den Balkanstaaten versorgen möchten.

Wenn die eigenen Kinder hier ohne Frühstück zur Schule gehen müssten weil Deutsche Familien kein Geld für das Leben in diesen Land mehr haben und auch keine Chance erhalten,wäre das ein Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung.

Also wir sind reich und unsere Kinder sind die Glücklichsten Kinder der Welt, weil Politiker Kinder in diesen Land an erster Stelle stellen....nach Ihnen,Finanzmafia,EU,Geldadel!

Herr Niccolo Machiavelli

22.12.2014, 08:31 Uhr

Die Reduktion auf den monetären Aspekt ist bezeichend für dieses Gesellschaft.

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