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28.11.2016

12:41 Uhr

Armut in Deutschland

Jeder Zehnte war 2015 auf Mindestsicherung angewiesen

Fast zehn Prozent der Menschen in Deutschland erhielt 2015 Hilfe zur Mindestsicherung. Obwohl die Zahl leistungsberechtigter Asylbewerber deutlich zunahm, bezog ein Großteil vor allem Hartz IV-Leistungen.

Fast 75 Prozent der Menschen, die in Deutschland auf staatliche Hilfe bei der Mindestsicherung angewiesen sind, beziehen Harz IV. Doch auch die Anzahl von Asylbewerbern, denen Hilfsleistungen zustehen, ist deutlich gestiegen. dpa

Auf Hilfe angewiesen

Fast 75 Prozent der Menschen, die in Deutschland auf staatliche Hilfe bei der Mindestsicherung angewiesen sind, beziehen Harz IV. Doch auch die Anzahl von Asylbewerbern, denen Hilfsleistungen zustehen, ist deutlich gestiegen.

WiesbadenArmutsinseln Berlin und Bremen, wohlhabende Bayern und Baden-Württemberger: Knapp acht Millionen Menschen in Deutschland haben Ende 2015 soziale Mindestsicherungsleistungen erhalten. Wie das Statistische Bundesamt am Montag weiter mitteilte, entspricht das einem Anteil von 9,7 Prozent der Bevölkerung. Ein Jahr zuvor hatten knapp 7,4 Millionen Menschen Hilfen erhalten.

Zu dem Anstieg trug vor allem die starke Zunahme leistungsberechtigter Asylbewerber bei – ihre Zahl wuchs von 363.000 im Jahr 2014 auf rund 975.000 Ende vorigen Jahres. Damit erhielten Asylbewerber insgesamt 12,2 Prozent des Geldes für eine soziale Mindestsicherung.

Statistisches Bundesamt: Ein Fünftel der Bevölkerung ist von Armut bedroht

Statistisches Bundesamt

Ein Fünftel der Bevölkerung ist von Armut bedroht

Gut 16,1 Millionen Menschen sind im Jahr 2015 von Armut bedroht gewesen. Seit 2008 blieb dieser Anteil damit nahezu unverändert. Mit 20 Prozent lag der Anteil armer Menschen unter dem Durchschnitt der EU.

Gut 5,9 Millionen Menschen und damit 73,1 Prozent aller Hilfsempfänger erhielten Hartz-IV-Leistungen. Grundsicherung im Alter und Sozialhilfe erhielten gut eine Million Menschen. Das entsprach einem Gesamtanteil von 13 Prozent.

Überdurchschnittlich hoch war die Zahl der Empfänger in Berlin, wo fast jeder Fünfte (19,4 Prozent) Geld zur Mindestsicherung erhielt sowie in Bremen (18,5 Prozent). Ganz anders war die Lage in Bayern und Baden Württemberg: Dort erhielten nur 5,2 beziehungsweise 6,0 Prozent der Einwohner Mindestleistungen für ihren Lebensunterhalt.

Auch Rheinland-Pfalz lag mit 7,8 Prozent deutlich unter dem bundesweiten Schnitt. Die zahlenmäßig größte Gruppe von Hilfsempfängern, nämlich 2,1 Millionen Menschen, lebte in Nordrhein-Westfalen, wo ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung bei zwölf Prozent lag.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Ludwig Briehl

28.11.2016, 14:02 Uhr

Die typischen Halbwahrheit steht immer am Anfang: "Armut" Die Warheit ist, dass es in Deutschland so gut wie nie um Armut, sondern um relative Armut geht. Und darunter fallen alle diejenigen, die weniger als 60% des deutschen Nettodurchschnittseinkommens verdienen. Als Armutsgrenze gilt in Deutschland für eine allein stehende Person ein Einkommen von 979 EUR monatlich (11.749 EUR im Jahr). Für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt der Schwellenwert bei 2.056 EUR im Monat (24.673 EUR im Jahr).

Herr Wolfgang Trantow

29.11.2016, 12:20 Uhr

Wieso deutsche Sozialleistungen für Ausländer? Warum weigert man sich das Geld von den Herkunftsländer zu holen? Das Ziel der Frau Merkel jeden Deutsche in die Armut zu treiben, kommt näher.

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