Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.01.2013

15:56 Uhr

Armuts- und Reichtumsbericht

Uns geht’s gold

VonMaike Freund

Wie arm und wie reich die Deutschen sind, das soll eigentlich der Armuts-und Reichtumsbericht beantworten. Doch die Regierung hat den Report erst geschönt, jetzt schiebt sie ihn auf. Dabei gibt es dafür keinen Grund.

Trotz Armutsquoten: Deutschland geht es gut. Foto: 123RF.COM

Trotz Armutsquoten: Deutschland geht es gut. Foto: 123RF.COM

DüsseldorfArmut in Deutschland hat viele Gesichter: Arbeitslose und Alleinerziehende, Alte und Kinder trifft es am häufigsten. Und es sind viele, die arm sind – die Quote liegt bei mehr als 15 Prozent. Grund genug, transparent und ehrlich darüber zu informieren. Doch die Bundesregierung macht der Gegenteil: Ihr Armuts- und Reichtumsbericht wurde zunächst geschönt, jetzt wird er immer wieder auf die lange Bank geschoben.

Zwar hat das Bundeswirtschaftsministerium keine Zahlen aus dem Report gestrichen, aber bestimmte Bewertungen sind daraus verschwunden.

Zum Beispiel solche Zeilen wie „die Privatvermögen in Deutschland sind sehr ungleich verteilt“. Auch die Einschätzung, die Differenz zwischen den Einkommen habe zugenommen und verletze „das Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung“, wurde gestrichen. Kein Wunder also, dass so manch ein Verband und manch ein Politiker auf die Barrikaden geht.

Regionale Rangliste: Armes Deutschland!

Regionale Rangliste

Armes Deutschland!

Deutschland ist reich. Und dennoch sind mehr Menschen denn je von Armut bedroht. Die Schere zwischen Reich und Arm klafft immer weiter auseinander, auch von Region zu Region. Und es gibt ein neues Schlusslicht.

Am Donnerstag wurde die Debatte des Armuts- und Reichtumsberichts im Kabinett verschoben – wieder einmal. Aber das ist eigentlich kein Problem. Denn die Frage nach der Armut und Reichtum der Deutschen kann auch Christian Arndt beantworten, der mit seinem Team der Bundesregierung die Zahlen für den Armuts- und Reichtumsbericht geliefert hatte.

Und der zunächst einmal eine eindeutige Antwort hat: „Es geht uns im internationalen Vergleich wirklich gut“, sagt der Ökonom und Armutsforscher von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) in Nürtingen.

Der Professor hat dafür auch eine gute Begründung: „Die Industrie steht gut da, wir haben innovative Unternehmen, die Arbeitslosenzahlen sind enorm gesunken, wir haben keine Immobilienblasen wie andere – und das alles trotz Finanzkrise.“ Im Vergleich zu anderen Ländern sei Deutschland bisher mehr als gut weggekommen.

Wenn man sich allerdings mit den Details der Armutsstatistik befasst, dann wird es etwas komplizierter.

Kommentare (13)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Micha

31.01.2013, 16:26 Uhr

Armut in Deutschland? In Deutschland hat jeder Anspruch auf Essen und Trinken, Kleidung, Wohnung, Bildung, Krankenversicherung, .....

Arbeiten "lohnt" sich erst ab einem Stundenlohn von 8,50. Erst dann hat man wirklich mehr als ein "Nichtstuer".

Dann von "Armut in Deutschland" zu sprechen ist doch ein Witz. Wer sich über "Armut in Deutschland" beschwert, sollte statt auf Ballermann mal woanderst in Europa, geschweige denn der Welt Urlaub machen. In Deutschland geht es den "Armen" besser als in manch anderen europäischen Ländern den Durchschnittsbürgern oder gar den "Reichen".

Deutschlands "Arme" zählen weltweit zu den Reichsten!

Realitaet

31.01.2013, 16:28 Uhr

Wer redet immer von "uns geht es gut oder goldig"? Wer ist "uns"? Das sollte mal aufgeschlüsselt werden. 20 Millionen Normalrentnern geht es nicht mehr gut. Millionen Arbeitnehmer müssen sich mit immer weniger netto zufrieden geben. Das "Gute" kommt bei 10 % der Bevölkerung an, insofern stimmt unser System nicht mehr. Warum sollten es die übrigen 90 % wählen? Ironie? Wohl nicht: Warum sollten diese Bürger ihren eigenen Schlachter wählen?

HugoControllo

31.01.2013, 16:35 Uhr

Man muss das Lebensalter berücksichtigen. Die Meisten fangen mit minus an (Schulden auf Hausrat) und werden mit zunehmendem Alter immer wohlhabender, bis sie mit spätestens 60 Millionäre sind. Das ist die Realität in Deutschland (bei fähigen Menschen).

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×