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23.02.2016

14:16 Uhr

Armutsbericht für Deutschland

Das sind die fünf größten Armutsrisiken

VonFrank Specht

Die Wohlfahrtsverbände halten in ihrem Armutsbericht an der umstrittenen Methodik fest. Trotzdem wirft die Studie ein Schlaglicht auf Gruppen, die im Teufelskreis der Armut feststecken.

Aus Sicht der Wohlfahrtverbände ist Deutschland ein armes Land. dpa

Armut in Deutschland

Aus Sicht der Wohlfahrtverbände ist Deutschland ein armes Land.

BerlinDie Beschäftigung eilt von Rekord zu Rekord, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Löhne steigen kräftig – und doch ist die Bundesrepublik aus Sicht der Wohlfahrtverbände ein armes Land. 15,4 Prozent – fast jeder sechste Deutsche – galten nach ihrer Definition nach den jüngsten verfügbaren Daten aus dem Jahr 2014 als arm, wie aus dem jüngsten Bericht des Paritätischen Gesamtverbandes und anderer Sozialverbände hervorgeht. Gegenüber den 15,5 Prozent des Vorjahres sei zwar ein leichter Rückgang um 0,1 Prozentpunkte zu beobachten. „Der Aufwärtstrend der Armutsquote seit 2006 ist damit für 2014 erst einmal gestoppt“, schreiben die Autoren. „Ob er damit tatsächlich beendet ist oder ob wir gar am Beginn einer Trendumkehr stehen, werden die nächsten Jahre zeigen müssen.“

Doch was ist wirklich dran am „armen Deutschland“? Nach Definition der Verbände gilt als „arm“, wer in einem Haushalt lebt, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens in Deutschland verfügt. Nach den jüngsten verfügbaren Daten aus dem Mikrozensus lag die Armutsschwelle demnach bei 917 Euro für einen Single und bei 1.926 Euro für einen Paarhaushalt mit zwei kleinen Kindern.

Armutsbericht: Arm, ärmer, Ruhrpott

Armutsbericht

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Zwar geht der Anteil der Armen in Deutschland leicht zurück, zeigt ein Bericht. Auch im Osten nimmt die Armutsquote ab. Doch der Rückgang ist verschwindend gering. Und eine Gruppe ist besonders gefährdet.

Allerdings sagt die so gemessene Quote mehr über die Einkommensverteilung in Deutschland aus als über tatsächliche Armut. Denn selbst wenn plötzlich für jeden Deutschen monatlich 10.000 Euro vom Himmel regnen sollten, bliebe der Anteil der „Armen“ nach dieser Definition konstant. In der Vergangenheit habe es deshalb „etwas holzschnittartige Kritik“ an dem Bericht gegeben, schreiben die Autoren durchaus selbstkritisch. So berücksichtigt die Betrachtung ja etwa nicht, dass man als Single in einem Dorf in Mecklenburg-Vorpommern mit 917 Euro monatlich vielleicht noch einigermaßen über die Runden kommt, in München aber ganz sicher nicht.

Trotz dieser Kritik halten die Verbände an ihrer umstrittenen Methodik fest. So gebe es etwa keine halbwegs aktuellen regionalen Preisindizes, die zur Berechnung von Kaufkraftunterschieden zwischen Mecklenburg-Vorpommern und München genutzt werden könnten, heißt es in der Studie. Allerdings bemühen sie sich durchaus um eine stärkere Differenzierung als in den Vorjahren und werfen einen genaueren Blick auf die größten Risikogruppen.

Kommentare (39)

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Herr Alex Lehmann

23.02.2016, 14:35 Uhr

Aber wir haben ja Kapazitäten für Migranten...wie ironisch dieser Artikel. Aber vlt ist die Flüchtlings/Migrationskrise nur dazu da um von Problemen abzulenken.

Ein Affe würde sagen:
Ihr löst Probleme, die durch das Lösen von Problemen entstanden sind, mit neuen Problemen? - Bitte erzählt nicht immer das wir mit euch verwandt sind, das beschämt unsere Art, seht euch doch an, Darwin ist eine Beleidigung für alle Affen.

Herr Ralf Becker

23.02.2016, 14:45 Uhr

Ich kann es nicht mehr hören:
>> Menschen mit Migrationshintergrund seit 2005 so gut wie nichts bewegt habe. Abhilfe kann aus Sicht der Wohlfahrtsverbände nur eine neue Steuerpolitik schaffen<<

Vermutlich ist die Ursache eher im Bereich der Religion zu finden (Islam) und in der Familienstruktur(arabische Grossfamilien)

Andere Migranten haben dieses Problem nicht.

90 Prozent der Libanesen bekommen Hartz4
65 Prozent der Iraker

...
aber nur 11% der Thais
8% der Kroaten
8% der Serben

Rainer von Horn

23.02.2016, 14:47 Uhr

Zitat:
"Ein falscher Pass der Eltern steht heute immer noch für ein höheres Armutsrisiko."

Stimmt, denn das höchste Armutsrisiko hat wohl der Träger eines bundesdeutschen Personalausweises. Aber Spass beiseite. Die fünf grössten Armutsrisiken sind wohl:

1. Der Euro und die sich verselbständigende EU.
2. Die gesetzliche Rentenversicherung
3. Die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.
4. Der weitergehende Migrationstsunami in die Sozialsysteme.
5. Frau Merkel

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