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15.01.2010

08:05 Uhr

Asse

Marodes Atommüll-Lager alarmiert Röttgen

Der Atommüll aus dem einsturzgefährdeten Endlager Asse wird aller Wahrscheinlichkeit nach geborgen. Dazu rät ein Gutachten, und Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ließ bereits erkennen, dass er diesen Schritt favorisiert. Doch ganz so schnell, wie viele glauben, wird die Rettungsaktion wohl nicht anlaufen.

Ein Bergmann untersucht in der Schachtanlage Asse in Remlingen bei Wolfenbüttel mit einem Konterminationsmessgerät in der Nähe des sogenannten Laugensumpfes den Boden ab. ap

Ein Bergmann untersucht in der Schachtanlage Asse in Remlingen bei Wolfenbüttel mit einem Konterminationsmessgerät in der Nähe des sogenannten Laugensumpfes den Boden ab.

HB HANNOVER/KÖLN. Vor der endgültigen Entscheidung darüber will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) den Zustand des radioaktiven Abfalls genauer untersuchen lassen. Erst dann könne das unterirdische Lager mit möglichst geringem Risiko stillgelegt werden, sagte Röttgen der „Braunschweiger Zeitung“. Das Gutachten des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) wird heute in Hannover vorgestellt.

Danach sollten die 126 000 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll in den 20 Kilometer entfernten Schacht Konrad, einen stillgelegten Eisenerz-Bergwerk in Salzgitter, gebracht werden. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger (Freitag). Die Behörde rät der Politik zu größter Eile, da die Grube instabil ist und Wasser eindringt. Mit den Arbeiten solle so schnell wie möglich begonnen werden.

Röttgen betonte: „Nach jetzigem Erkenntnisstand und im Hinblick auf die Langzeitsicherheit erscheint die vollständige Rückholung als die bevorzugte Variante für die Stilllegung der Asse.“ Allerdings nur, wenn der Zustand der Grube und des Atommülls entsprechend stabil seien. Um das festzustellen müsse das Lager geöffnet und genau untersucht werden.

Zu den Kosten der Aktion macht das Bundesamt für Strahlenschutz laut dem Zeitungsbericht keine Angaben. In einem Gutachten des Essener Ingenieur- und Consultingunternehmens DMT und des TÜV Nord werden die Kosten mit mehr als zweieinhalb Mrd. Euro beziffert.

Experten hatten insgesamt drei verschiedene Wege zur Stilllegung des ehemaligen Salzbergwerks Asse geprüft - das Herausholen der Atommüll- Fässer, eine Umlagerung innerhalb der Grube oder das Füllen der Kammern.

Unterstützung erhält Röttgen von der Umweltschutzorganisation BUND. Auch der Atom-Experte des BUND, Thorben Becker, rät zu weiteren Untersuchungen. In der „Frankfurter Rundschau“, sagte Becker, es sei zu früh für eine Entscheidung. Die Fässer rauszuholen sei eine Lösung mit „riesigen Fragezeichen“, weil man viel zu wenig über den Zustand des Atommülls wisse.

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