Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.01.2017

17:11 Uhr

Asylbewerber

Familiennachzug von Syrern und Irakern nimmt stark zu

Asylbewerber aus Krisengebieten wollen ihre Familien nach Deutschland holen. Flüchtlinge dürfen einen Antrag allerdings nur für Ehepartner und minderjährige Kinder stellen. Das gestaltet sich allerdings nicht so einfach.

Wollen Flüchtlinge ihre Angehörigen nach Deutschland holen, müssen sie zuerst einige Hürden überwinden. dpa

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Wollen Flüchtlinge ihre Angehörigen nach Deutschland holen, müssen sie zuerst einige Hürden überwinden.

BerlinImmer mehr Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak holen ihre Familien nach Deutschland. Im vergangenen Jahr seien für den Familiennachzug aus diesen beiden Staaten 73.000 Visa erteilt worden, berichten die „Welt“ und die „Heilbronner Stimme“ am Donnerstag. Dies sei eine Verdreifachung der Zahlen im Vergleich zum Vorjahr, in dem für diesen Personenkreis 24.000 Visa ausgegeben worden seien. Weltweit wurden 2016 den Berichten zufolge für den Familiennachzug nach Deutschland rund 105.000 Visa erteilt.

Durch das im März 2016 in Kraft getretene Asylpaket II wurde der Familiennachzug für einen bestimmten Personenkreis deutlich erschwert. Für Menschen, die nur einen sogenannten subsidiären Schutz in Deutschland genießen, wurde er für einen Zeitraum von zwei Jahren ausgesetzt. Das sind jene, die sich nicht auf das Grundrecht auf Asyl berufen können und auch keinen Schutzstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention haben, aber dennoch nicht heimgeschickt werden, weil ihnen dort zum Beispiel Folter oder Todesstrafe drohen.

Dass es vor allem Syrer und Iraker sind, die jetzt Angehörige nachholen, liegt einerseits daran, dass die Anträge von Menschen aus Staaten mit sehr hoher Bleibeperspektive vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge prioritär bearbeitet worden sind. Ist ein Asylbewerber als Flüchtling anerkannt, beginnt eine dreimonatige Frist, um einen Antrag auf ein Visum zum Familiennachzug zu stellen.

Subsidärer Schutz für Flüchtlinge

Was sich für Flüchtlinge ändert

Viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien erhalten in diesem Jahr nicht mehr ihre volle Anerkennung als Asylberechtigte, sondern nur noch einen „subsidiären Schutz“. Eine Entscheidung für diesen subsidiären, also unterstützend oder behelfsmäßig zuerkannten Status kann von der Asylbehörde BAMF dann getroffen werden, wenn ein Antragsteller nicht die volle Flüchtlingseigenschaft nach der Genfer Flüchtlingskonvention nachweisen kann.

Voraussetzung für den Schutz

Konkret geht es um die „begründete Furcht vor Verfolgung wegen seiner Rasse, Religion, Nationalität, politischen Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe“ (Asylgesetz §3). Voraussetzung für den subsidiären Schutz eines Antragstellers sind „stichhaltige Gründe für die Annahme ..., dass ihm in seinem Herkunftsland ein ernsthafter Schaden droht“.

Was beinhaltet der Schutz?

Subsidiärer Schutz bedeutet, dass nur eine Aufenthaltsberechtigung von einem Jahr statt drei Jahren erteilt wird. Sie kann aber um zwei Jahre verlängert werden, wenn der Grund für den subsidiären Schutz weiter besteht. Außerdem ist für zwei Jahre die Möglichkeit des Familiennachzugs ausgesetzt - diese Regelung wurde mit dem Asylpaket 2 im März dieses Jahres eingeführt.

Die innenpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion, Ulla Jelpke, betonte, das Zusammenleben als Familie sei ein Menschenrecht, „das ebenso wenig wie das Asylrecht eine Obergrenze kennt“.

Der stellvertretende Vorsitzende der AfD, Alexander Gauland, forderte, statt den Nachzug von Angehörigen zu ermöglichen, solle die Bundesregierung mehr tun, damit Migranten möglichst schnell in ihre Heimat zurückkehrten.

Von

dpa

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Wolfgang Trantow

24.01.2017, 13:02 Uhr

Asyl und Nachzug? Warum nicht gleich? Nur um die eigene Familie im Stich zu lassen , die eigenen Linder zu venachlässigen, sich weigern für diese zu sorgen (nähren und bilden) oder Deutschland gewissenlos zu schädigen auf Anweisung der Frau Merkel?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×