Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.07.2012

18:11 Uhr

Asylbewerberleistungsgesetz

Zu wenig zum Leben

VonMaike Freund

Wie viel Geld braucht man zum Leben? Reichen 184 Euro – die Leistungen für Asylbewerber – im Monat? Darüber entscheidet das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch.

Bekommen Asylsuchende zu wenig Geld? Darüber entscheidet das Bundesverfassungsgericht. dpa

Bekommen Asylsuchende zu wenig Geld? Darüber entscheidet das Bundesverfassungsgericht.

DüsseldorfEs ist nichts mehr übrig. Die 184 Euro für diesen Monat hat er ausgegeben. Wofür? Für Kino, Party, Schwimmbad? „Nein, für Lebensmittel“, sagt Armin. Der 18-Jährige kommt aus Somalia, ist als Minderjähriger nach Deutschland geflohen, lebte erst in einem Kinderheim, nun hier, im Asylbewerberheim auf der Oberbilker Allee in Düsseldorf – als Geduldeter.

„Ich würde mich gerne gesund ernähren“, sagt Armin. Gesund? „Ich würde gerne drei Mal am Tag essen“ Aber dafür reiche das Geld nicht, sagt Armin. Während er erzählt, fixieren seine Augen einen Punkt an der Decke, es ist ihm peinlich. Und dann? „Dann muss ich mir Geld leihen oder es gibt nichts.“

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl macht demonstriert gegen das Asylbewerbergesetz. dpa

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl macht demonstriert gegen das Asylbewerbergesetz.

Dass Deutschland für Menschen zahlen muss, die hier erst einmal nur geduldet sind, regelt das Asylbewerberleistungsgesetz. Die Frage aber ist: Wie viel Geld ist ausreichend? Oder anders ausgedrückt: Kann man mit dem Satz nach dem Leistungssetz für Asylbewerber menschenwürdig leben? Eine Frage, die das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch entscheiden wird.

Bereits bei einer Sitzung im Juni prangerte Ferdinand Kirchhof, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, die Situation der Asylbewerber an: "Ein bisschen Hunger, dann gehen die schon, das kann doch nicht sein". Ein Hartz-IV-Empfänger bekäme pro Monat einen Regelsatz von 364 Euro pro Monat – und das gelte bereits als Existenzminimum, sagte Kirchhof. Flüchtlinge bekämen rund 220 Euro, Armin, der Flüchtling aus Somalia, sogar noch weniger.

Guten Aussichten also für ein wenig mehr Geld in der Tasche der Betroffenen? Bei „Stay“, einer Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative, kann man daran nicht so recht glauben. Denn auch wenn das Urteil für die Betroffenen positiv ausfallen würde, sei noch nicht klar, wie viel Geld die Asylsuchenden in Zukunft mehr bekämen – oder ob überhaupt mehr Bargeld, sagt Michael Lukas von der Flüchtlingsinitiative.

Kommentare (23)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

17.07.2012, 18:43 Uhr

H4 is schon arg eng bemessen...
und die beste asyl politk wäre es den ländenr auf die beine zu helfend as die nicht erst flüchten müssten

Account gelöscht!

17.07.2012, 19:05 Uhr

Wie schafft es einer aus Somalia nach D zu kommen?

Tabu

17.07.2012, 19:11 Uhr

ich versuchs mal so..
Immer mehr Rentnerinnen,mit jahrzehnten von unterbezahlter
Arbeit und Kindererziehung,suchen sich die Möglichkeit
einer Alten-WG um Miete zu teilen und gemeinsam zu kochen.
Meist überschreitet deren Rente die 700 Euro nicht.
Davon bestritten werden muß,wenn man alleine lebt,
Miete-Telefon-GEZ-Kleidung-Hygieneartikel-Fahrgeld-
Praxisgebühr-Fahrkarte-bzw.Benzin sollte man noch mobil
sein wollen..Getränke besonders im Alter sehr wichtig,
Ernährung,bei Diabetes besonders teuer..Kultur wie Kino,
Theater,Treffen mit Freunden im Cafe oder Restaurant
fällt ganz weg-Schwimmen der Bewegung wegen oder Tanzen
auch--Nur Spazieren gehen kost noch nüscht,wird aber durch Regen Eis und Schnee eingeschränkt..
Mein Vorschlag für Asylbewerber,wäre die Tafel an der
immer mehr hiesige anstehen.Gemeinsamer Mittagstisch..
Gemeinsam musizieren-und Spieleabende bis zu zu einer
Entscheidung kommt.Außerdem gibt es die Kleiderkammer und
Möbel aus zweiter Hand..überwiegend kümmern sich da
kirchliche Einrichtungen und Sozialarbeiter drum..
Es sind ja nicht nur die 180-220 Euro..Da hängt noch
ein ganzer Rattenschwanz von Betreuung und Unterbringung dran,deren Kosten der Steuerzahler ebenfalls trägt..
Man sollte sie zumindest sinnvoll beschäftigen,womit sich
ähnlich wie im Knast,der pro Tag und Person 220 Euro kostet,was hinzuverdient werden kann..Damit meine ich
nicht Flaschen sammeln,wie es viele hierzulande schon
tun müssen..Auch Sprachunterricht sollte gewährleistet
werden..Wenn schon Asyl,dann es mit Mitasylanten gemeinsam
gestalten..Leider in vielen dieser Häuser nicht möglich.
Streitereien sind da an der Tagesordnung..
Da scheiterts oft schon,an der gemeinsamen Reinhaltung,
der Aufentshaltsräume und der Toiletten..leider.



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×