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26.11.2011

16:01 Uhr

Atom-Transport

Scharmützel um den Castor

Immer wieder kommt es zu Verzögerungen des Castor-Transports nach Gorleben. In Dannenberg haben Zehntausende friedlich protestiert. An anderer Stelle kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten.

Beim niedersächsischen Pommoissel setzen Beamte Reitzgas und Schlagstöcke gegen Demonstranten ein. dapd

Beim niedersächsischen Pommoissel setzen Beamte Reitzgas und Schlagstöcke gegen Demonstranten ein.

Gorleben/DannenbergVor dem Eintreffen des Castor-Transports mit Atommüll für das Zwischenlager Gorleben ist es am Samstagnachmittag im niedersächsischen Wendland erneut zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei gekommen. Mehrere hundert Menschen versuchten, in einem Waldgebiet auf die Castor-Schienenstrecke zu gelangen. Sie sollen Gleise beschädigt haben.

Nach Angaben von Augenzeugen setzte die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein. Dabei habe es Verletzte gegeben. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa berichtete, die Beamten hätten auch Journalisten mit Reizmitteln angegriffen.

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Ausschreitungen bei Castor-Protesten

Video: Ausschreitungen bei Castor-Protesten

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Unterdessen protestierten zehntausende Atomkraftgegner aus ganz Deutschland und mehr als 400 Bauern mit Traktoren in Dannenberg. Bislang verlief die Großdemonstration friedlich. Die Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek, sprach von 23.000 Menschen auf dem Kundgebungsplatz und zeitgleich 2.500 Protestlern an der Bahnstrecke von Lüneburg nach Dannenberg. Die Polizei zählte „maximal 8000 Demonstranten“ in Dannenberg.

Die Demonstranten bildeten auf dem Kundgebungsplatz mit gelben Tüchern ein großes „X“, das Protestsymbol gegen Atommülltransporte ins Zwischenlager Gorleben. Anders als bei der Großkundgebung gegen den Castor-Transport des vergangenen Jahres waren kaum Fahnen von Parteien oder Gewerkschaften zu sehen.

Der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, kritisierte den beschlossenen Atomausstieg als zu zögerlich. „Wir werden nicht hinnehmen, dass bis 2022 Atomkraftwerke laufen sollen“, sagte er. Weiger dankte den AKW-Gegnern aus dem Wendland für ihr Engagement: „Ohne euren Einsatz wäre die Bundesregierung nicht gezwungen gewesen, die Laufzeitverlängerung zurückzunehmen“, sagte er.

Die Japanerin Kanako Nishikata berichtete den Demonstranten über die Folgen der Atomkatastrophe von Fukushima für ihre Familie. Sie schilderte, wie sie mit ihren Kindern in geschlossenen Räumen und hinter Atemmasken leben musste, ohne dass die Kinder zum Spielen nach draußen konnten.

Kommentare (13)

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26.11.2011, 16:30 Uhr

Wo liegt der Sinn in einer Anti-Castor Demo?
Die Atomkraft läuft aus. Mehr wie abschaffen geht nicht.
Unseren Müll müssen wir wohl zurücknehmen, da haben wir keine Wahl.
Da gibts keinen Grund noch Kosten durch Demos zu verursachen.
Aus meiner Sicht: Hart durchgreifen und die Leute finanziell am Aufwand beteiligen.

Kritiker

26.11.2011, 17:53 Uhr

@wonderland666:
„Hier ging es scheinbar nicht darum, gegen den Castortransport zu protestieren, sondern die Einsatzkräfte gezielt anzugreifen und zu verletzten.“ - Ich glaube, das ist einer der Hauptgründe. Ein anderer Grund ist vielleicht, dass die Leute keine Zeitung lesen oder Nachrichten schauen und somit nichts von den Änderungen mitbekommen haben.
Zu Ihrem Lösungsvorschlag: Am besten jeden verhaften, den man an den Gleisen erwischen kann und dann so verklagen, dass sie den gesamten Polizeiaufwand bezahlen müssen. Vielleicht ist es dann auch im Interesse der Verhafteten, dass nicht nur 10 "Demonstranten" festgenommen werden, damit die finanzielle Last nicht für jeden Einzelnen der 10 so hart ist. Wenn die schon Verhafteten automatisch dafür sorgen, dass der Polizei noch mehr Leute in die Finger gehen, löst sich möglicherweise das ganze Anti-Castor-Problem wie von selbst :)

bifi31

26.11.2011, 18:57 Uhr

@ wonderland 666

diese leute wehren sich seit jahrzehnten gegen diese transporte finde die transporte legetim sollen sie doch den atommüll den konzernbossen auf die grundstücke ihrer Villen stellen die so genannten energiebosse verdienen bzw. verdienten sich eine goldene nase mit der atomkraft aber und aber milliarden 1 million euro am tag verdienen die mit einem atomkraftwerk ca. der preis für eine erzeugte kwh beträgt 0,5 cent und was zahlt der bürger dafür ??? der muss teuer für die aufarbeitung und zwischenlagerung bzw suche nach orten für die endlagerung zahlen sollen doch das die stromkonzerne machen aber diese kosten wälzen sie schön auf staat und bürger ab nicht umsonst geht es RWE oder ENBW finaziel nicht so gut und sie schreiben verlusten weile ihre achso sicheren aber dafür goldesel (atomkraftwerke) abgeschalten worden sind

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