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26.07.2011

18:31 Uhr

Atomausstieg bis 2022

Energiewende kostet dreistelligen Milliardenbetrag

VonKlaus Stratmann

ExklusivDie Energiewende verschlingt bis zur Abschaltung des letzten Kernkraftwerks im Jahr 2022 einen hohen dreistelligen Milliardenbetrag. Warum der Ausstieg so teuer ist.

Atomkraftwerk Brokdorf: Alte Kraftwerke sollen vom Netz. Quelle: dapd

Atomkraftwerk Brokdorf: Alte Kraftwerke sollen vom Netz.

BerlinDas Geld wird in Windturbinen, Solaranlagen und neue fossile Kraftwerke investiert, um die wegfallende Strommenge der Werke investiert, um die wegfallende Strommenge der zu ersetzen. Außerdem werden massive Investitionen in die Netze erforderlich.

Nach einer Studie des Marktforschungsunternehmen Trendresearch muss die Branche allein 195 Milliarden Euro in erneuerbare Energien sowie Gas- und Kohleanlagen investieren, um den künftigen Strombedarf zu decken. Die Volkswirte der staatlichen KfW-Bankengruppe sehen sogar einen Investitionsbedarf von 250 Milliarden Euro. „Die Energiewende bis 2022 umzusetzen, das ist ein verdammt anspruchsvolles Ziel“, sagte Bankchef Ulrich Schröder dem Handelsblatt. „Gelingen wird uns das nicht ohne finanzielle Anstrengungen.“

Der gigantische Investitionsbedarf wird sich bei Verbrauchern und Industrie durch höhere Preise für Strom bemerkbar machen. Am Terminmarkt der Leipziger Strombörse kostet eine Megawattstunde bereits heute 57 Euro – gut sieben Euro mehr als vor der Energiewende. Bleibt es bei diesem Aufschlag, werden die Deutschen nach Handelsblatt-Berechnungen bis 2022 rund 40 Milliarden Euro mehr für Strom bezahlen. Und das ist eher vorsichtig gerechnet.

Die Energieexperten der Unternehmensberatung A.T. Kearney erwarten einen Preis von mehr als 70 Euro pro Megawattstunde, weil die Stromerzeugungskapazitäten in Deutschland nun planmäßig immer knapper würden. Hinzu kommen die Kosten für die Förderung der noch nicht wettbewerbsfähigen erneuerbaren Energien, die auf die Stromrechnungen umgelegt werden. Laut dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung summiert sich die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz bis 2020 auf 163 Milliarden Euro.

Ungewiss ist, ob trotz des immensen finanziellen Aufwandes die Versorgungssicherheit noch gewährleistet ist. Branchenexperten warnen vor einem großflächigen Blackout: Solche Ängste haben „durchaus einen berechtigten Hintergrund“, sagt Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur. Nach einer Studie des Beratungshauses Frontier Economics könnte ein ganztägiger Stromausfall in Deutschland bis zu 30 Milliarden Euro kosten.

Kommentare (22)

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tzzz

26.07.2011, 18:57 Uhr

Schöne Panikmache aus dem Umfeld der vier großen Energieversorger!

Warum ist Spitzenlaststrom heute schon billiger, als vor Einführung des EEG? Merit-Order-Effekt?

kurzda

26.07.2011, 19:03 Uhr

Am Anfang gab es doch die Stellungnahmen der Experten, das ein Umstieg fast nichts kostet. Besonders Greenpeace Experten und andere nahstehender grüner Lager. Die sollte man jetzt dazu wieder konsultieren. Entweder wurden wir von denen absichtlich belogen oder die hatten keine Ahnung.

Wolle

26.07.2011, 19:47 Uhr

Vermutlich das Letztere.

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