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09.06.2011

19:36 Uhr

Atomausstieg

Großmann keilt weiter gegen Merkel

Der Atom-Dinosaurier beißt noch mal zu: Deutschland drohe wegen der Energiewende die De-Industrialisierung, meint RWE-Chef Jürgen Großmann. Am liebsten will der Energiemanager den Ausstieg nachträglich prüfen lassen.

RWE-Chef Großmann will sich nicht geschlagen geben: Der Manager will den Atomausstieg nachträglich überprüfen lassen. Quelle: dapd

RWE-Chef Großmann will sich nicht geschlagen geben: Der Manager will den Atomausstieg nachträglich überprüfen lassen.

Der AKW-Betreiber RWE verschärft im Atom-Streit mit der Bundesregierung nochmals den Ton. Konzernchef Jürgen Großmann deutete im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) neue Klagen an: „Die Brennelementesteuer ist aus verfassungsrechtlicher und EU-rechtlicher Sicht bedenklich und angreifbar“, betonte Großmann. Es sprächen deutlich mehr Gründe für eine Klage als dagegen.

Auch Schadenersatzforderungen seien möglich, denn dem Konzern entgingen Milliardeneinnahmen. Großmann warnte vor schwerwiegenden Folgen des Ausstiegs für die gesamte deutsche Wirtschaft.

Dem Land drohe eine De-Industrialisierung: „Wenn die Politik weiter so konsequent die Zerstückelung der industriellen Energieerzeugung betreibt, werden wir bald auf ganze Industriezweige verzichten müssen. Konzerne wie BASF oder ThyssenKrupp wird es dann hier nicht mehr geben“, warnte Großmann.

Auch die eigene Branche gerate zunehmend unter Druck. „Der Wertverlust unserer Aktie macht mir Sorge. Die Gefahr einer feindlichen Übernahme wächst“, erklärte er. Derweil wachse das Risiko von Stromausfällen in Deutschland.

„Die Gefahr ist real“, sagte Großmann und rief die Bundesregierung auf, eine Möglichkeit zur nachträglichen Anpassung der Ausstiegsbeschlüsse zu schaffen. „Warum soll nicht 2018 oder 2019 überprüft werden, ob wir mit der geplanten Wende im richtigen Korridor sind? Schaffen wir den Ausstieg 2022 wirklich?“ Als Unternehmer seien es Worte wie „alternativlos“ oder „unumkehrbar“, die im Sorgen machten.

Von

dapd

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

09.06.2011, 20:51 Uhr

Es ist müßig und sinnlos, über die primären Gefahren von GAUs usw. zu
diskutieren. Die wirklich fiesen Probleme verstecken sich hinter den
GAU-Schreckensszenarien: Kaum einer denkt daran, dass jedes AKW, jede
Atommüll-Lagerstätte und natürlich das gesamte Kernwaffenarsenal zu
einem großen Problem für die Menschheit werden, wenn durch kulturelle
Veränderungen das Wissen um die Gefahren von Atomkraft und deren
Bewältigung verloren gehen sollten.

"Das passiert ja nicht von heute auf morgen", mag mancher sagen. Das
stimmt, aber es passiert. Und dummerweise ist dieser Dreck nicht nur
500 Jahre lang gefährlich, wenn er "unbeaufsichtigt" bleibt, sondern
einige zehntausend Jahre. Das sind Zeitspannen, die kein Mensch
überblicken kann! Und manchmal ist es vielleicht noch nicht mal
nötig, das viel Zeit vergehen muss: Was passiert denn mit AKWs in
einem Land wie Iran oder Nordkorea, wenn politische Instabilitäten,
Bürgerkrieg usw. ausbrechen? wer kümmert sich denn dann
jahrzehntelang darum, dass die runtergefahrenen AKWs solange
gewartet werden, bis deren Kerne abgekühlt sind?

Eine ähnliche Frage stellte sich mir anfangs bei der
Fukushima-Katastrophe. Das AKW Fukushima Daiini liegt ja nur 20 km
von Daiichi entfernt, also eigentlich voll in der Evakuierungszone.
Wäre jetzt die Geschichte in Daiichi noch schlimmer verlaufen, wer
zum Teufel würde denn freiwillig in Daiini noch Schicht schieben
wollen? Zwangsarbeiter etwa?

AndreAdrian

09.06.2011, 21:20 Uhr

Der Prophet Großmann

Als Prophet würde Hr. Großmann sagen: "Wahrlich, wahrlich, die Atomkraftgegner werden überwintern bei Dunkelheit und kaltem Hintern."
Der nächste Winter kommt bestimmt. Dann werden wir alle sehen wie weit der Prophet Großmann die Zukunft korrekt voraussagte.

Account gelöscht!

09.06.2011, 21:58 Uhr

Ach was hatte er sich damals über seinen Hinterzimmerdeal der Laufzeitverlängerung ins Fäustchen gelacht.
Und so wie ich unsere Bananenrepublik kannte,hätte ich auch nie erwartet,dass das noch anders kommen würde.
Aber dann hatte vielleicht ein lieber Gott auch den Kanal voll von diesem Geschacher und hat uns nochmal,ganz langsam zum Mitschreiben,gezeigt was passieren kann.

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