Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.06.2011

11:25 Uhr

Atomausstieg

Netzagentur will notfalls den Strom abdrehen

Weil die Bundesnetzagentur Engpässe bei der Stromversorgung befürchtet, will sie im Notfall stromintensiven Unternehmen den Strom abdrehen. Schon in der kommenden Woche könnte es zu Problemen kommen.

Wegen des Atomausstiegs hält die Bundesnetzagentur bereits zu Pfingsten Probleme beim Stromtransport für möglich. Quelle: dpa

Wegen des Atomausstiegs hält die Bundesnetzagentur bereits zu Pfingsten Probleme beim Stromtransport für möglich.

DüsseldorfSollte es an kalten Wintertagen zu einer Überlastung der Stromnetze in Deutschland kommen, will die Bundesnetzagentur notfalls energieintensive Industrieunternehmen zu einem Produktionsstopp zwingen. „Als ultima ratio können auch stromintensive Industrieanlagen stillgelegt werden, um die Netzstabilität zu gewährleisten“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, der „Rheinischen Post“. Aufgrund der Herausforderungen durch den Atomausstieg lasse sich dies zurzeit nicht völlig ausschließen, betonte der Behördenchef.

Kurth warnte vor Engpässen im Stromnetz schon in der kommenden Woche. „Es kann an Pfingsten eng werden im Netz, weil die Last sehr schwach ist.“ Während die Nachfrage gering sei, weil die industrielle Produktion ruhe, fließe gleichzeitig Strom aus Wind- und Sonnenanlagen an weit entfernten Standorten ins Netz, sagte Kurth. „Die Netze sind dann unter Stress, das kann zu Schwierigkeiten führen.“

Generell seien die Stromnetze derzeit an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. „Wir nutzen ein Instrumentarium, das eigentlich für Notfälle vorgesehen ist“, sagte Kurth. Der Chef der Netzagentur appellierte an die Bundesregierung, die Zielsetzungen im Energiekonzept zügig und lückenlos anzugehen.

Von

dapd

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Thomas-Melber-Stuttgart

02.06.2011, 12:33 Uhr

Deutschland verkommt zum Dritte-Welt-Land - Danke, Frau Merkel, Danke liebe Grüne, u.a.! Nicht nur, daß hohe Energiepreise energieintensive Unternehmen vertreiben (z.B. Aluminium-Schmelzen), nein, auch die Versorgungssicherheit steht auf der Kippe. Und es ist blauäugig anzunehmen, solche Betriebe könnte man einfach 'mal eben ab- und dann wieder anschalten.

Account gelöscht!

02.06.2011, 13:03 Uhr

So klug sind die Deutschen, so klug werden sie regiert...

gerhard

02.06.2011, 15:17 Uhr

"...fließe gleichzeitig Strom aus Wind- und Sonnenanlagen an weit entfernten Standorten ins Netz, sagte Kurth. „Die Netze sind dann unter Stress, das kann zu Schwierigkeiten führen.“"

Also könnte man doch die weit entfernten "Wind- und Sonnenanlagen" einfach abschalten und der Netzstress hat sich erledigt. Wenn man Atomstrom abschalten kann - warum nicht einmal - die " heilige Kuh" Windenergie abschalten. Sonnenenergie kann man in unseren Breiten sowieso "vergessen". Wer letztere aber im Haus selbst besitzt - kann sich freuen - er ist ja dann netzunabhängig - falls die Sonne scheint?

Das dürfte ja in Zukunft aber sehr bunt zugehen im Netz. Eine Frage bleibt dann noch -
bisher gibt es ja auch ein Verbund mit dem Auslandsnetz - offenbar bisher doch ohne Stress - oder?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×