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04.05.2017

19:09 Uhr

Atomausstieg

Versorger müssen über 300 Millionen Euro extra zahlen

„Atomkraft? Nein, danke!“, meinen viele Deutsche. Doch der Ausstieg aus der Kernkraft wird teuer als erwartet. Zu dem Gesamtbetrag von 24,1 Milliarden Euro kommen nochmal 300 Millionen hinzu.

Der Ausstieg kostet die Versorger mehrere Milliarden Euro. dpa

Atomkraft

Der Ausstieg kostet die Versorger mehrere Milliarden Euro.

BerlinDer Ausstieg aus der Kernkraft wird für die Stromkonzerne teurer als bisher veranschlagt. Die vier Energieriesen Vattenfall, Eon, RWE und EnBW müssen nun insgesamt 24,4 Milliarden Euro und damit rund 300 Millionen Euro mehr in einen staatlichen Fonds einzahlen, der die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls regeln soll. Das bestätigten am Donnerstag Verhandlungskreise in Berlin. Zuvor hatte „Spiegel-Online“ darüber berichtet.

Der Kostenschub ergebe sich aus aktuellen Berechnungen zur Suche atomarer Endlager, hieß es. Die Energiekonzerne hätten die Ausgaben für das Endlager Schacht Konrad und die Endlagersuche inklusive Offenhaltung von Gorleben für den Zeitraum von 2015 bis 2016 zunächst auf 581 Millionen Euro geschätzt. Diese Summe durften sie von den zunächst ermittelten Kosten für den Atomfonds abziehen. Tatsächlich beliefen sich diese Kosten aber nur auf 283,1 Millionen Euro. Die Konzerne dürften demnach entsprechend weniger Geld abziehen – und müssten 297,9 Millionen Euro nachschießen.

Der Entsorgungspakt mit den Versorgern sieht vor, dass der Staat den Konzernen die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls abnimmt. Dafür sollten sie laut „Entsorgungsfondsgesetz“ zunächst 23,556 Milliarden Euro samt eines Risikoaufschlags an den staatlichen Fonds überweisen - und zwar zum 1. Juli dieses Jahres.

Diese zunächst vereinbarte Summe bezieht sich aber auf den Stichtag 31. Dezember 2016. Aufgrund der fälligen Verzinsung ergibt sich zum Zahlungsstichtag 1. Juli nach Regierungsangaben wiederum ein rechnerischer Gesamtbetrag von 24,095 Milliarden Euro. Zu diesem Betrag werden nun die rund 300 Millionen Euro addiert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Heinz Schwalb

05.05.2017, 10:07 Uhr

Nicht der Atomausstieg verursacht diese Kosten, sondern der Atomeinstieg.
Eine Verlaengerung der Laufzeit wurde noch mehr Atommuell und damit noch mehr Kosten verursachen. Bessere Loesung waere der sofortige Ausstieg. Der wuerde uns Kosten sparen.

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