Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.10.2012

09:10 Uhr

Atomausstieg

Woran die Energiewende hakt

VonDana Heide

Verbraucher und Industrie müssen 2013 für Strom deutlich mehr bezahlen, die Bundesnetzagentur hat die Energieumlage drastisch angehoben. Doch das Geld ist nicht das einzige Problem der Energiewende.

Mehr davon: Ohne Atomkraft braucht Deutschland ein umfangreicheres Stromnetz. dpa

Mehr davon: Ohne Atomkraft braucht Deutschland ein umfangreicheres Stromnetz.

DüsseldorfVerbraucherschützer und Industrieverbände laufen bereits seit Wochen Sturm, jetzt ist es amtlich: Strom wird deutlich teurer. Die Bundesnetzagentur hebt die Energieumlage, auch EEG-Umlage genannt, 2013 von 3,59 auf 5,277 Cent pro Kilowattstunde an. Doch die geringe Bereitschaft, Geld für den Energiewende in die Hand zu nehmen, ist nicht das einzige Problem, das es auf dem Weg in ein Zeitalter ohne Atomstrom zu bewältigen gibt. 

1. Die Schwankungen der erneuerbare Energien - Das Gasnetz als Speicher und Geld fürs Abschalten

Die Energieversorger haben ein Problem. Sie können Strom nicht einfach in den Boden oder in die Luft leiten. Dabei würden sie das manchmal gerne. Und zwar dann, wenn der Wind zu stark bläst und die Sonne so ausdauernd scheint, dass ihre Solar- und Windkraftanlagen zu viel Energie produzieren.

Wissenschaftler arbeiten zwar an der Verbesserung der Prognosen, doch eine Restunsicherheit wird wohl immer bleiben. Zudem richtet sich die Stärke des Windes und die Intensität der Sonnenstrahlung natürlich nicht nach dem Bedarf der Stromkunden.

Wenn den Energieversorgern aber niemand den Strom abnimmt, nehmen die Leitungen oder die Geräte der Kunden Schaden, denn die sind nur bis zu einer bestimmten Grenze belastbar. Und so müssen sich die Kraftwerksbetreiber etwas einfallen lassen.

EEG-Umlage : Die wichtigsten Fragen zur Erhöhung

EEG-Umlage

Die wichtigsten Fragen zur Erhöhung

Ab dem nächstem Jahr wird es teurer: Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien steigt auf knapp 5,3 Cent. Handelsblatt Online erklärt, was das für den Verbraucher bedeutet und warum die Umlage überhaupt steigt.

Die neueste Entwicklung ist, die vielen, vergleichsweise kleinen Kraftwerke, all die Windmühlen, Solaranlagen und Blockheizkraftwerke, zu einem sogenannten virtuellen Kraftwerk zusammenzuschließen. Von einer Zentrale aus werden dann die einzelnen Kraftwerke an- und abgeschaltet.

Statt konzentriert von wenigen großen Kraftwerken wird der Strom so immer öfter von vielen kleinen Kraftwerken produziert, die zu einem Schwarm zusammengeschlossen sind. Und der Strom wird auch gleich dort verbraucht, wo er produziert wird, dezentral eben. Wenn etwa der Wind gerade nicht weht, die Menschen aber trotzdem ihr Abendessen kochen und fernsehen wollen, werden zusätzlich zu den Windkraftanlagen auf dem Hügel nebenan im Keller die flexibleren Blockheizkraftwerke zugeschaltet. Und wenn der Wind einmal zu stark weht, werden sie wieder abgeschaltet.

So versorgt das Energieunternehmen Vattenfall mit seinem virtuellen Kraftwerk bereits rund 100.000 Wohnhäuser. Dazu verbindet das Unternehmen in seinem Pilotprojekt Blockheizkraftwerke und Wärmepumpen. Wenn der Strom aus Windkraft nicht reicht, um die Nachfrage zu bedienen, steuert die Zentrale per Funkverbindung die verbundenen Blockheizkraftwerke an. Diese produzieren mit einem Verbrennungsmotor mit Gas sowohl Strom als auch Wärme. Der Strom wird ins Netz geleitet und ersetzt die Windenergie. Die bei der Produktion des Stroms entstehende Wärme wird entweder sofort verbraucht oder kann für später gespeichert werden.

Kommentare (42)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

petervonbremen

15.10.2012, 11:17 Uhr

Es wird in unserem Land so bleiben, so lange (fach)inkompetente Politiker die Fäden spinnen. Herr Altmaier ist ein gutes Beispiel dafür, sicherlich kein Dummkopf und an anderer Stelle womöglich zu gebrauchen, als Umweltminister ist er vollkommen überfordert und kann nicht gut von schlecht unterscheiden. - Es ist auch nicht wirklich mein Eindruck, dass seitens der Regierung tatsächlich eine Wende in der Energieversorgung auf dem Plan steht. - So grenzenlos ziellos wie die aktuelle Energiepolitik der Regierung umgesetzt wird, kann doch nicht nur am begrenzten fachlichen Horizont von Christ- und Freien Demokraten liegen, oder etwa doch? ;O)

vandale

15.10.2012, 11:27 Uhr

Grundsätzlich ergeben sich zahlreiche Herausforderungen wenn man eine Stromversorgung nach (öko)religiösen Kriterien zu organisieren sucht die regelmässig mit den technisch/wirtschaftlichen Gegebenheiten nicht im Einklang stehen.

Um ein Beispiel aus dem Bericht herauszugreifen...Da der Wind nicht entsprechend dem Strombedarf weht wird im Artikel propagiert den überschüssigen Strom in Erdgas, oder Methangas zu verwandeln. Technisch sind die Prozesse zur Herstellung solcher Gase auf eine kontinuierliche Stromzufuhr ausgelegt. Die Anlagen sind kapitalintensiv und lassen sich bislang nicht beliebig hoch- und herunterfahren. Wirtschaftlich wird teurer Windstrom genutzt. Die kapitalintensive Anlage zu Konvertierung wird nur schlecht genutzt. Eine solche Anlage wird dann nur schlecht genutzt. Insgesamt ergibt sich dann ein sehr ökologischer Preis der ein Vielfaches dessen von Erdgas, bzw. von Wasserstoff hergestellt aus Erdgas, beträgt.

Insgesamt ist die "Energiewende" ein sehr erfrischendes Wirtschaftsexperiment analog des "Grossen Sprungs" im China der 50er Jahre als Mao Dörfer anwies lokal Stahl herzustellen. Das Experiment der 50er Jahre führte zu einer Hungersnot in China.

Vandale
Vandale

Account gelöscht!

15.10.2012, 11:32 Uhr

Für unser derzeitiges Geldsystem sind die Alternativenergien viel zu teuer.
Von der Einen oder Anderen klimatischen Ünwägbarkeit einmal abgesehen.

Dann haben wir noch das klitzekleine Problem unserer korrupten und raffgierigen Konzern- und Politeliten. Alle wollen unser Geld. Die Lobbyisten sind auch noch auf diesen Zug aufgesprungen, was uns unmittelbar in eine Krise der falschen Energiesystem getrieben hat.

Also: Solange die Menschen nicht wissen, wie das Geld und die Wurst gemacht werden, können sie ruhiger schlafen.

Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, bräuchten wir alle KEINE STEUERN zu bezahlen.

Das Verschweigen dieser Tatsache ist der wirkliche Steuerbetrug. Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

Der Euro ist das Instrument dazu.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×