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16.12.2014

13:49 Uhr

Atomkraft

Deutschland soll Ukraine bei AKW-Sicherung helfen

VonDana Heide

Seit dem Ukraine-Konflikt ist auch die Sorge um die Atomkraftwerke in dem Land gestiegen. Nun verhandelt die Bundesregierung über bilaterale Hilfen zur Sicherung der Anlagen. Die Grünen drängen zur Eile.

Ein Fass mit einem Warnsymbol für Radioaktivität: Deutschland verhandelt mit der Ukraine über Hilfen für deren Atomanlagen. dpa

Ein Fass mit einem Warnsymbol für Radioaktivität: Deutschland verhandelt mit der Ukraine über Hilfen für deren Atomanlagen.

Düsseldorf Die Bundesregierung will die Ukraine bei der Sicherung ihrer teils maroden Atomkraftwerke finanziell unterstützen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag hervor, die dem Handelsblatt (Online-Ausgabe) vorliegt. „Die Bundesregierung beabsichtigt, auf bilateraler Basis Projekte zur Reduzierung von chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Risiken in der Ukraine zu fördern“, heißt es darin. Die Verhandlungen mit der Ukraine seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Auch Maßnahmen der nuklearen Sicherung seien darin inbegriffen. Sobald die entsprechenden Verhandlungen abgeschlossen seien, sollen die Projekte „zeitnah anlaufen“. „Entsprechende Haushaltsmittel“ seien bereits vorgemerkt.

Sylvia Kotting-Uhl, atompolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, ist das nicht genug: „Seit Anfang der 90-er Jahre ist die deutsche Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit mit einem Büro in Kiew vertreten. Da muss es mehr Möglichkeiten geben für eine schnelle und gemeinsame Kooperation in Krisenzeiten wie diesen. Die Ukrainekrise zeigt einmal mehr: Probleme entstehen bei Atomkraftwerken schnell, eine Suche nach der Lösung aber dauert – zu oft zu lange.“

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Seit 1997 und noch bis 2014 baut der Energieversorger Eon in Würgassen ein Atomkraftwerk ab. Kosten: Eine Milliarde Euro. Es ist ein Vorgeschmack dessen, was die Branche noch erwartet. Ein Baustellenbesuch.

Vor allem in den letzten Wochen ist die Sorge um die Sicherheit der ukrainischen Atomkraftwerke gestiegen. Anfang Dezember weckte ein Störfall in einem ukrainischen Reaktor Erinnerungen an die Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Die Anlagen sind laut Experten überaltert, der Umgang mit radioaktivem Material nach deutschen Maßstäben haarsträubend – so lagern etwa Tonnen mit abgebrannten Brennstäbe in der Ukraine im Freien. In Deutschland sind sie dagegen in gut gesicherten Hallen untergebracht.

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Kommentare (11)

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Herr Thomas Ungläubig

16.12.2014, 14:06 Uhr

Willkommen in der EU. – War ja klar, dass uns das eines Tages auf die Füsse fällt :–((

Herr Michael Müller

16.12.2014, 14:14 Uhr

Deutschland rettet wieder einmal die Welt.
Wer bezahlt wieder einmal die hunderte Millionen?
Richtig!
WIR!

Account gelöscht!

16.12.2014, 14:18 Uhr

"Die Bundesregierung will die Ukraine bei der Sicherung ihrer teils maroden Atomkraftwerke finanziell unterstützen."

Es werden sich ganz sicher von unseren Gutmenschen noch Dutzende Felder und Sachthemen finden lassen, wo eine finanzielle Unterstützung für unsere neue ukrainische Oligarchenverbrechersippschaft unerlässlich sein wird. Natürlich wird all die “Hilfe“, ich nenne sie Geschenke für Großverbrecher, wie üblich ohne nennenswerte Auflagen und konsequente Kontrollen stattfinden. So kommt dann ein Spendertöpfchen zum nächsten.

Muss nicht z. B. ganz Tschernobyl noch aufgeräumt und endgelagert werden?! Das bisschen lässt sich bestimmt aus der vom Bund angedachten Atomstiftung zu Lasten deutscher Bürger finanzieren. Nicht nur die Grünen benehmen sich mittlerweile wie Pleite gegangene Neureiche, "Was haste, was kannste?".

Am besten wäre es der Ukraine, nach deutschem Vorbild, eine komplette Energiewende zu spendieren. Die Kosten einfach den privaten Energieverbrauchern hierzulande aufdrücken, wir sind doch alle gerne solidarisch mit Großverbrechern!

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