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27.03.2017

10:49 Uhr

Atommüll

Bayern und Sachsen schießen gegen die Endlager-Suche

Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager stehen neue Komplikationen ins Haus. Eigentlich war die Verabschiedung für das Gesetz zur Endlagersuche für den kommenden Freitag geplant gewesen.

Hendricks kritisierte das Verhalten Bayerns und Sachsens und äußerte, dass sich die beiden Bundesländer „aus der Verantwortung stehlen wollten“. dpa

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Hendricks kritisierte das Verhalten Bayerns und Sachsens und äußerte, dass sich die beiden Bundesländer „aus der Verantwortung stehlen wollten“.

BerlinSachsen und Bayern wollen dem Gesetz für die Suche nach einem Atommüll-Endlager auf den letzten Metern Steine in den Weg legen. Vor der geplanten Verabschiedung im Bundesrat an diesem Freitag reichten beide Länder Anträge ein. Sie kritisieren die Gleichbehandlung von kristallinem Gestein, das in beiden Ländern vorkommt, als mögliche unterirdische Endlagerstätte. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) reagierte am Montag erbost: Die Länder wollten sich aus der Verantwortung stehlen, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Der Bundestag hatte vergangene Woche das Gesetz verabschiedet, dass Regeln für die Suche nach einem Endlager vorgibt. Ziel ist, bis 2031 einen Ort zu finden, an dem hoch radioaktiver Atommüll aus Reaktoren eine Million Jahre lang lagern kann. Sachsen will Änderungen über den Vermittlungsausschuss durchsetzen. Bayern hat einen Antrag mit Kritik an den Kriterien vorgelegt, der die Verabschiedung im Bundesrat nicht verhindern würde. Da die meisten Bundesländern hinter dem Kompromiss stehen, war unwahrscheinlich, dass eines des Länder bis Montagmittag die nötige Mehrheit im Umweltausschuss des Bundesrats bekommen würde.

Atommüll: Bundestag beschließt Gesetz zur Suche nach Endlager

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Bundestag beschließt Gesetz zur Suche nach Endlager

Bis 2031 soll ein Endlager für den hoch radioaktiven Atommüll gefunden werden. Der Bundestag hat dazu ein Gesetz verabschiedet, das die Kriterien für einen solchen Standort festlegt.

„Der Antrag Sachsens ist ein Ausdruck von Verantwortungslosigkeit und fehlender politischer Kultur“, sagte Hendricks. Es könne für Sachsen keine Ausnahme vom Prinzip der Suche in ganz Deutschland geben, „auch wenn die dortige CDU dreist versucht, sich aus der Verantwortung stehlen.“ Sachsen wird von CDU und SPD regiert, die CDU stellt den Ministerpräsidenten und den Umweltminister. Auch die CSU in Bayern versuche, die Endlagersuche zu behindern, sagte Hendricks.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

27.03.2017, 12:07 Uhr

Soweit mir bekannt ist das Gesetz so gestaltet und die handelnden Personen so ausgewählt das diese "Endlagersuche" mit Sicherheit ergebnisfrei bleibt. Ziel des Politiksystems ist vermutlich grüne, schwarzgrüne und rotgrüne Freunde, NGO und Institute mit lukrativen Studien, Untersuchungen etc. zu Lasten der von den Versorgern eingezahlten Rückstellungen zu Lasten der Gesellschaft zu versorgen.

Somit sind die Einsprachen von Bayern und Sachsen "politisch".

Sachlich gesehen beschäftigen sich Geologen, Strahlenschützer und andere Fachleute seit vielen Jahrzehnten mit der Thematik.

Kristalline Gesteine, häufig Granit, haben den Vorzug, sofern man dies so sieht, dass die Lagerstätten offen bleiben und man den eingelagerten, abgebrannten Kernbrennstoff auch nach Jahrhunderten ohne ein neues Bergwerk einzurichten rückholen könnte und die wertvollen Bestandteile* einer neuen Nutzung zuführen könnte. Nachteil ist das diese Gesteine keinen Abschluss gegenüber der Biospäre bieten, sprich nicht wasserdicht sind. Schweden und Finnland die über keine geeigneteren Gesteine verfügen planen den abgebrannten Kernbrennstoff in dicke Kupferbehälter einzuschmelzen um so die Biospäre zu schützen. Dies ist aber in geologischen Zeiträumen betrachtet nicht dauerhaft.

Bevorzugt werden allgemein Tonlagerstätten und Salzlagerstätten. Diese dichten die Abfälle gut ab, sind plastisch, sprich Risse und auch Bergwerksschächte schliessen sich (Ökosprech Asse stürzt ein) und können dann die Biospäre über geologische Zeiträume schützen. Salz wird gegenüber Ton bevorzugt, da ersteres die Wärme besser ableitet. Nachteil: Wenn man die wertvollen Reststoffe irgendwann nutzen möchte muss wiederum ein Bergwerk angelegt werden.

*Abgebrannter Kernbrennstoff (nicht wiederaufbereitet) enthält neben Uran, ca. 1% Plutonium der als wertvoller Kernbrennstoff dienen kann, 0,5% Neptunium der in Schnellen Reaktoren als Kernbrennstoff dienen kann, Tc, Rh, Ru, Pd, Ag und Seltene Erden.

Herr Old Harold

27.03.2017, 13:56 Uhr

Es ist natürlich einfacher, seinen eigenen Müll über den Zaun zum Nachbarn zu schmeißen, statt selbst für eine ordnungsgemäße Entsorgung zu suchen.

Christlich, ist es mit Sicherheit nicht.

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