Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.06.2015

17:58 Uhr

Atommüll

Castor-Behälter sollen auf vier Standorte verteilt werden

Die Kraftwerksbetreiber haben sich mit Bundesumweltministerin Hendricks über die Zwischenlagerung der 26 Castor-Behälter mit deutschem Atommüll aus dem Ausland geeinigt. Sie sollen auf vier Standorte verteilt werden.

Leere Castoren im Standortzwischenlager des Kernkraftwerks Biblis (Hessen). dpa

Kernkraftwerk Biblis

Leere Castoren im Standortzwischenlager des Kernkraftwerks Biblis (Hessen).

BerlinDie deutschen Kernkraftwerksbetreiber haben nach Informationen des Handelsblatts aus Branchenkreisen mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) eine „Übereinkunft“ über die Zwischenlagerung der 26 Castor-Behälter mit deutschem Atommüll geschlossen, die derzeit noch in Großbritannien und Frankreich stehen. In der Übereinkunft hätten die Kernkraftwerksbetreiber der Ministerin zugesagt, vier Standorte in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Hessen und Bayern zu prüfen, hieß es in den Kreisen. Bei der Prüfung stünden betriebswirtschaftliche Aspekte und die technische Umsetzbarkeit im Mittelpunkt.

Damit kommt ein neues Bundesland mit in den Verteilungsstreit. Bereits 2013 hatten sich das grün-rot-regierte Baden-Württemberg und das rot-grüne Schleswig-Holstein bereit erklärt, einen Teil der 26 Castor-Behälter zwischenzulagern, die derzeit noch in den Wiederaufbereitungsanlagen im französischen La Hague und im britischen Sellafield stehen. Sie forderten allerdings im Gegenzug, dass sich ein drittes Bundesland beteiligt. Später sagte dann Hessen zu.

Hendricks hatte im Februar ein Konzept angekündigt, das eine Verteilung des gesamten noch im Ausland befindlichen Atommülls auf verschiedene Standorte vorsieht. Mit der jetzt geschlossenen Übereinkunft will Hendricks diesem Konzept nun einen Schritt näher kommen.

Die betroffenen Bundesländer waren am Zustandekommen der Übereinkunft nicht beteiligt. Hendricks wird sich daher auf Widerstand aus Bayern einstellen müssen.

Von

str

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Daniel Huber

18.06.2015, 18:45 Uhr

Darf man erfahren, wie die vier Srtandorte heissen?

Herr Daniel Huber

18.06.2015, 18:57 Uhr

Ich weiss nur, dass im badischen Philippsburg, bereits die fünf französischen Castoren aus Le Hague aufgenommen werden sollen.
Abwarten, ob die Badener und angrenzenden Pfälzer Gemeinden und deren Bürger sich diese geplante Atommülleinlagerung direkt vor ihrer Haustür gefallen lassen.
Auch in Anbetracht dessen, das das KKW Philippsburg am 31.12.2019 endgültig abgeschaltet wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×