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24.07.2017

13:08 Uhr

Atommüll-Endlager

Neue Suche nach potenziellen Orten startet

Die Vor-Festlegung eines künftigen Endlagers für Atommüll in Gorleben ist aufgehoben. Deutsche Behörden haben ein neues Suchverfahren eröffnet: Anhand spezieller Kriterien soll bis 2031 ein Standort gefunden worden sein.

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BerlinDie Suche nach einem deutschen Atommüll-Endlager geht in eine neue Phase: Von Mitte August an werden alle Bohr- und Bergbauprojekte in großer Tiefe auf Folgen für die Auswahl geprüft. Gebohrt werden darf in mehr als 100 Meter Tiefe dann nur noch, wenn Landesbehörden und das neue Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) keine Bedenken haben, dass mögliche Standorte beschädigt werden könnten. Dabei gehe es nicht um einen Vorentscheid, sagte BfE-Präsident Wolfram König am Montag in Berlin. Es gehe darum, festzustellen, ob es sich lohne, genauer hinzuschauen.

Bis vor Kurzem galt nur für Gorleben eine sogenannte Veränderungssperre. Die Vor-Festlegung auf den umstrittenen Salzstock in Niedersachsen als künftiges Endlager für hoch radioaktiven Atommüll hat die Politik mit der Entscheidung für ein neues Suchverfahren offiziell beendet. Ein Standort soll nun bis 2031 transparent und nach wissenschaftlichen Kriterien gefunden werden.

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Über Bohrvorhaben etwa zur Wassergewinnung oder für Erdwärme-Projekte in 100 bis 200 Metern Tiefe müssen Landesbehörden und BfE künftig innerhalb von acht Wochen entscheiden. Für noch tiefere Bohrungen gibt es keine Zeitvorgabe. Grundsätzlich kommen laut Standortauswahlgesetz Salz, Ton und Granit als mögliche Wirtsgesteine infrage. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung will sich nun bei Behörden und Unternehmen Informationen über den Untergrund beschaffen und so eine Karte mit möglichen Standortregionen erstellen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Holger Narrog

24.07.2017, 13:55 Uhr

Das "Endlagersuchgesetz" und die Gremien sind so besetzt, dass auf unabsehbare Zeit kein radioaktives Endlager gefunden wird.

Der politische Hintergrund ist das Fr. Merkel Konflikte mit linken, staatlich finanzierten Schlägerbanden und den Qualitätsmedien vermeiden möchte, die grünen Politiker die "ungelöste Endlagerfrage" ungelöst erhalten wollen. Alle Politiker freuen sich über den Endlagerfonds der Posten, Regierungspropaganda, gutbezahlte Gutachten und Untersuchungen für befreundete Institute und Öko NGO bietet. Wahrscheinlich wird man das Geld des Fonds verbrauchen und der abgebrannte Kernbrennstoff wird auf unabsehbare Zeit in den Zwischenlagern lagern.

Sachlich gesehen werden mit diesem Vorgehen Kosten und Risiken maximiert. Die Radioaktivität abgebrannten Kernbrennstoffs nimmt exponentiell ab, sprich die Risiken sind direkt nach der Entnahme aus dem Reaktor am grössten wenn diese in oberirdischen Zwischenlagern gelagert werden.

Die Geologie Deutschlands hat sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht geändert. Die Bewertungen der Fachleute auch nicht.

Lagerstätten im Granit werden von den Skandinaviern mangels besserer geologischer Alternativen bevorzugt. Granit hat den Nachteil dass dieser nicht wasserdicht ist und ein Endlager nicht von der Biospäre abgeschlossen ist. Deshalb beabsichtigt man dort dickwandige Kupferbehälter zu wählen.

Frankreich und die Schweiz favorisieren Lagerstätten in Ton. Ton hat den Vorteil dass es sich plastisch verhält und damit den abgebrannten Kernbrennstoff sicher von der Biospäre abschirmt. Nachteil, die Wärmeleitung ist schlecht.

In Deutschland bevorzugt man Lagerstätten in Salzstöcken für die Endlagerung chemischer und radioaktiver Reststoffe. Salz verhält sich plastisch, dichtet den abgebrannten Kernbrennstoff sicher gegen die Biospäre ab. Es leitet die Wärme gut. Die Salzstöcke gibt es seit 220 Mio. Jahren. Insofern ist das eine sehr gute Lösung die die USA bei der Lagerung der militärischen Abfälle (WIPP) ...

Baron v. Fink

24.07.2017, 14:24 Uhr

Gibt es doch einen Atom-Dreck-Fond, wir Investoren brauchen immer Geld, nur zum
vorgegebenen Zweck.
Einer muss den Dreck doch haben, wir Finken können ihn vergraben. Ha Ha Ha

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