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20.04.2015

15:52 Uhr

Atommüll in Deutschland

Endlagersuche könnte noch 150 Jahre dauern

Wird der hochradioaktive Atommüll jemals in Deutschland endgelagert? Neue Zeitprognosen zeigen, dass ein Abschluss des Kapitels noch über 150 Jahre dauern kann – die Frage ist: Wer soll das nur bezahlen?

Gelbe Tonnen mit dem Radioaktiv-Zeichen: Das Endlager-Probleme könnte bis 2170 dauern. dpa

Atommüll-Endlagersuche

Gelbe Tonnen mit dem Radioaktiv-Zeichen: Das Endlager-Probleme könnte bis 2170 dauern.

BerlinDie bundesweite Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll und dessen Bau könnte sich um Jahrzehnte verzögern und deshalb deutlich teurer werden. Eine Arbeitsgruppe der Endlager-Suchkommission kommt in einem Analysepapier zu dem Schluss, dass „der Zustand eines verschlossenen Endlagerbergwerks zwischen 2095 bis 2170“ denkbar ist.

Zwischen den Jahren 2075 bis 2130 könnte nach jetzigem Stand die Einlagerung der hochradioaktiven Abfälle aus den deutschen Atomkraftwerken beendet sein, bevor die komplizierten Arbeiten zur sicheren, radioaktive Strahlung abschirmenden Schließung beginnen würden. Die 33-köpfige, beim Bundestag angesiedelte Kommission soll bis Mitte 2016 die Grundlagen der Suche erarbeiten.

Zunächst hatte die „Frankfurter Rundschau“ über die Zeitannahmen berichtet. Der Kommissionsvorsitzende Michael Müller (SPD) sagte der Zeitung, die Kosten für die Suche und die Endlagerung könnten deshalb in den nächsten Jahrzehnten auf 50 bis 70 Milliarden Euro ansteigen. Bisher ist unklar, in welchem Umfang die Atomkonzerne für die Kosten am Ende aufkommen werden. Nach dem bisherigen Fahrplan könnte ab 2018 die Suche mit dem Vergleich geeigneter Endlagerstandorte beginnen.

Auch der seit 1977 als einzige Option im Fokus stehende Salzstock Gorleben bleibt im Rennen. Bis 2031 soll der Endlagerort gefunden sein, dann muss es noch gebaut und der in Zwischenlagern lagernde Atommüll umgepackt werden in endlagerfähige Behälter. Eigentlich sind die Zwischenlager und die Castor-Behälter nur auf 40 Jahre ausgelegt, aber diese Fristen könnten deutlich überschritten werden.

Angesichts der Probleme prüfte die Arbeitsgruppe auch ganz andere Endlageroptionen, etwa im Weltall oder in der Antarktis. Aber das Einsinkenlassen von wärmeerzeugenden Behältern in das mehrere Kilometer dicke Eis sei keine Option - zudem sieht das Gesetz eine Einlagerung der deutschen Atomabfälle im Inland vor. Zudem verbiete der Antarktisvertrag eine solche Atomabfalleinlagerung im Eis.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr Peter Noack

21.04.2015, 07:46 Uhr

Die Endlagersuche muss so lange dauern, bis kein Versorger noch zu Rechenschaft gezogen werden kann.
Glaubt denn jemand, dass unsere 100 jährige Stromversorgung noch 150 Jahre überleben kann? Was soll aus den Versorgern werden, wenn Strom nach dem EEG in 10 Jahren mehr als 50 Prozent des Stroms und der Wärme erzeugt werden und davon wieder über 80 Prozent zur Selbstversorgung? Müssen die großen vier dann D verlassen? Die Frage: "Wer soll das nur bezahlen?" ist schon entschieden. Die Nichtsteuerzahler oder Steuerflüchtlinge werden es nicht sein.. Sollte es schon 2100 ein solches Endlager geben, werden das auch keine heute in D lebenden Bürger bezahlen müssen. Die Enkel fechtens besser aus!

Herr Joly Joker

21.04.2015, 10:10 Uhr

Es gibt einen Typ von Atomkraftwerk, der nukleare Brennstoffe weiterverarbeiten kann. Danach ist das sogenannte abgereicherte Uran so ausgelutscht, dass es eine Halbwertszeit von ca. 300 Jahren hat. wir sollten diese Option in die öffentliche Diskussion mit einbringen. Diese restlichen Abfallstoffe strahlen derart schwach, dass sie in fast jedem Salzstock gelagert werden könnten. Auch eine oberirdische Lösung ist dann möglich. Aber offenbar ist auch nur der Gedanke eines neuen Atomkraftwerkes eine Todsünde und ein Verstoß gegen die political korrektness. diese Lösung hätte auch den Vorteil, dass die Energiekonzerne ihre Schadensersatzansprüche reduzieren könnten und unsere Atomindustrie könnte quasi einen ökologischen Mailer weltweit anbieten. Win Win nennt man das

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