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24.04.2012

21:02 Uhr

Atommüll

Zähe Suche nach einem Endlager

Die Suche nach einem Atommüll-Endlager für Deutschland geht in die nächste Runde. Teilnehmer eines Spitzengesprächs glaubten nicht an eine schnelle Lösung - doch nun scheint eine erste Einigung bevorzustehen.

Besucher besichtigen das Erkundungsbergwerk in Gorleben. dpa

Besucher besichtigen das Erkundungsbergwerk in Gorleben.

BerlinDie Suche nach einem Endlager für Atommüll kommt kaum vom Fleck. Teilnehmer eines Spitzengesprächs von Bund, Ländern und Parteien am Dienstagabend sagten, in den kommenden Wochen seien wenig Fortschritte zu erwarten. SPD-Chef Sigmar Gabriel und die Grünen-Spitze gingen schon vor dem Treffen in Berlin auf Gegenkurs zu Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

Gabriel warnte vor verfassungsrechtlichen Problemen. Insbesondere lehnte er die Idee ab, den Betrieb des Endlagers an Privatunternehmen zu vergeben. Zudem warnte er davor, den Salzstock Gorleben zu einem Referenzstandort zu machen, an dem sich alle anderen Kandidaten messen müssten.

Im November hatten sich Bund und Länder auf einen Neustart bei der Endlagersuche verständigt. Röttgen will die Erkundung in Gorleben zwar noch in diesem Jahr einstellen, das Erkundungsbergwerk aber nicht schließen. Unter anderem soll dort ein Forschungslaborbetrieb möglich sein.

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126.000 Fässer mit Atommüll könnten bald nicht mehr aus dem Lager in Asse geborgen werden. Davor warnen Bergbau-Experten des Bundesamts für Strahlenschutzes. Die Opposition spricht von einer Hinhaltetaktik der Minister.

Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin sagte zu Gorleben, es müsse ein Bau- und Erkundungsstopp verhängt werden. Trittin lehnte zudem den Plan Röttgens ab, ein neues Institut für die Endlagersuche zu schaffen. Dafür solle weiter das Bundesamt für Strahlenschutz zuständig bleiben, das sich damit gut auskenne.

Trotz der vielen unterschiedlichen Positionen konnte sich Trittin zu Beginn der Gesprächsrunde vorstellen, dass sich alle Beteiligten noch vor der Sommerpause auf ein Endlager-Suchgesetz einigen.

Kommentare (3)

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vandale

24.04.2012, 22:42 Uhr

Die "Suche nach einem Endlager" ist ein politisches Spiel. Die bürgerlichen Parteien möchten den politischen Konflikt vermeiden, die Linksparteien die zwar ziemlich abwegige, aber umso erfolgreichere Oekolegende von der "Ungelösten Endlagerfrage" aufrechterhalten.
Garant für den Stillstand ist Wolfram K. Wolfram K. wurde zunächst in den 90er Jahren zum Umweltminister von Sachsen Anhalt ernannt wo er das als sehr gut beurteilte Atommüllendlager Morsleben stilllegte. Mit der Rot-Grünen Machtübernahme im Bund wurde er Präsident des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz). Hierzu gab es offene Kritik vom Wissenschaftsrat und der CDU die die Berufung eines berufsfremden Aktivisten in dieses Amt kritisierten. Er erhielt die Aufsicht über das vorbildliche Versuchsendlager Asse. Seitdem wird dieses mit Hilfe der Medien systematisch skandalisiert. Mit der Übernahme des BMU durch den CDU Oekofundamentalisten Röttgen wurden die berufsfremden Oekoaktivisten in der Atomaufsicht nicht ersetzt, sondern gestärkt. Es ist davon auszugehen, dass zwar Geld der Stromkonzerne für die Endlagersuche ausgegeben wird, aber keine zielorientierte Suche nach einem Endlager stattfinden wird.

Technisch-Wissenschaftlich gesehen bietet es sich an den abgebrannten Kernbrennstoff wiederaufzubereiten (recyclen). Dies wurde seinerzeit durch den BMU Trittin verboten um der zunehmend erfolgreicheren Legende der "ungelösten Endlagerfrage" nicht im Weg zu sein.

Vandale

vandale

24.04.2012, 22:57 Uhr

Technisch-Wissenschaftlich gesehen bietet es sich an den abgebrannten Kernbrennstoff wiederaufzubereiten (recyclen) und wiederum als Kernbrennstoff zu nutzen. Dies wurde seinerzeit durch den Grünen BMU Trittin verboten um der zunehmend erfolgreicheren Legende der "ungelösten Endlagerfrage" nicht im Weg zu sein.

Es bietet sich an die radioaktiven Abfälle analog des chemischen Giftmülls, Beispiel Rückstände der Solarzellenfertigung, in einem Salzstock einzulagern. Hierzu hatte man das Verfahren in Asse erfolgreich geprüft. In den USA hat man dieses Konzept in Form der WIPP Anlage umgesetzt wo man die sehr problematischen langlebigen, hochradioaktive Abfälle aus militärischer Nutzung in einem Salzstock deponiert.

Gorleben ist einer von vielen geeigneten Salzstöcken in Europa. Auch Untersuchungen für 1,6 Mrd. € haben keine Fakten zutage gebracht die an der Eignung von Gorleben zweifeln lassen.

Vandale

sgk_10

25.04.2012, 02:21 Uhr

Auch Untersuchungen für staatlich subventionierte 1,6 Mrd EUR haben Gorleben nicht als sicheres Endlager bestätigen können!

Also Ihre RWE/EON-Märchen glaubt eh niemand, Vandale! Sie sollten sich mal von jmd anderes bezahlen lassen, wo es Sinn macht endlos zu kommentieren.

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