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23.12.2011

13:43 Uhr

Atommülllager Asse

Opposition warnt vor Umweltdesaster

126.000 Fässer mit Atommüll könnten bald nicht mehr aus dem Lager in Asse geborgen werden. Davor warnen Bergbau-Experten des Bundesamts für Strahlenschutzes. Die Opposition spricht von einer Hinhaltetaktik der Minister.

Atommülllager Asse in 750 Metern Tiefe. dapd

Atommülllager Asse in 750 Metern Tiefe.

Grüne und SPD haben den für die Asse zuständigen Ministern vorgeworfen, die Rückholung des Atommülls aus der maroden Schachtanlage zu hintertreiben. Die Grünen-Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl warnte am Freitag in Berlin deswegen vor „einem der wahrscheinlich größten Umweltdesaster, das auf Deutschland zukommen könnte“. Es scheine, „dass es momentan nicht um die Suche nach Lösungen geht, sondern um Machtgerangel und Hinhaltetaktik“, kritisierte auch der SPD-Umweltexperte Matthias Miersch mit Blick auf Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und seinen niedersächsischen Kollegen Hans-Heinrich Sander (FDP).

Kotting-Uhl und Miersch reagierten damit auf Bedenken von Bergbau-Experten des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Diese bezweifeln, dass der Atommüll aus der Asse zurückgeholt werden kann.

Gegner des Vorhabens und Zweifler an dessen Machbarkeit habe es schon immer gegeben, sagte Kotting-Uhl. Die Entscheidung zur Rückholung sei aber getroffen worden, „weil nur diese Option langfristige Sicherheit für Mensch und Umwelt bietet“. Notfalls müsse die Rückholung im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens zur Gefahrenabwehr vorangetrieben werden. Die Grünen-Politikerin warf Röttgen und Sander vor, das Problem nicht ernst genug zu nehmen.

„Wir verlangen ein sofortiges Ende jeglicher Verzögerungen“, erklärte Miersch. Röttgen müsse in der ersten Sitzung des Umweltausschusses im Neuen Jahr eine Einschätzung zur abgeben. Die atomkritische Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg warf dem Bundesumweltminister vor, er wolle aus Kostengründen „die Rückholung des Atommülls torpedieren und am Ende die Asse doch fluten“. Nur durch eine Entfernung des strahlenden Materials aus der Schachtanlage lasse sich aber eine Verseuchung des Grundwassers ausschließen.

Medienberichten zufolge heißt es in der Expertise, „alle dargestellten Indikatoren“ deuteten darauf hin, „dass im Verlauf der nächsten Monate bis gegen Ende 2012 eine Sachlage eintreten wird, die eine weitere Verfolgung der Stilllegungsoption 'Rückholung' als sicherheitstechnisch nicht mehr vertretbar erscheinen lässt“. Die Bergbau-Experten bewerteten vor allem die langen Genehmigungsverfahren. BfS-Sprecher Emrich sagte dazu, dass es sich hierbei nicht um eine Einschätzung des BfS, sondern um die Darstellung eines Experten handele, der im Auftrag des BfS die bergtechnische Sicherheit der Grube untersucht habe. Ziel bleibe die Rückholung des Atommülls, weil nur dadurch eine sichere Stilllegung gewährleistet werden könne.

Oberstes Ziel, erklärte das BfS am Donnerstagabend, bleibe die langfristige Sicherheit von Mensch und Umwelt. Dies sei „nach dem aktuellen Stand nur durch die Rückholung der in der Asse eingelagerten Abfälle gewährleistet“. In der Erklärung warnt das BfS jedoch auch vor weiteren Verzögerungen. Wenn Planung um Umsetzung der Rückholung des Atommülls weiterhin so viel Zeit beanspruchten wie bisher, „dann macht der schlechte bergbauliche Zustand des Bergwerks diesen Weg zunehmend unwahrscheinlich“. Im Januar solle dazu ein Fachgespräch stattfinden.

Kommentare (8)

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Lutz

23.12.2011, 14:57 Uhr

Merkel verkaufte damals die Sicherheit der Menschen an die Atomwirtschaft.

Ob sie jetzt noch ruhig schlafen kann?

Hätten wir einen funktionierenden Rechtsstaat, dann würden die heutigen Ackermänner, Maschmeyers und Merkels nicht mehr frei rumlaufen.






konrad

23.12.2011, 15:40 Uhr

Wir haben zwar keinen wirklichen Rechtsstaat, sondern nur eine BRD GmbH, aber der Aufstand um die Asse ist trotzdem vollkommen übertrieben.
Der Müll aus Forschung und Medizin baut die Aktivität schnell ab. Langlebige Strahler strahlen schwach. Aber wir lieben die Panik, Deutschland ist da weltweit führend. Niemand hat auf Fukushima so ängstlich reagiert, sind doch durch den Tsunami Zehntausende gestorben, durch den Reaktorunfall aber niemand nur ernsthaft verletzt worden.
Selektive Wahrnehmung durch jahrzehntelange Indoktrination wie auch bei der Klimalüge. Das die jeweilige Opposition darauf herumreitet ist verständlich, aber genauso zu verurteilen, weil rein populistisch zu sehen.

konrad

23.12.2011, 15:41 Uhr

Wir haben zwar keinen wirklichen Rechtsstaat, sondern nur eine BRD GmbH, aber der Aufstand um die Asse ist trotzdem vollkommen übertrieben.
Der Müll aus Forschung und Medizin baut die Aktivität schnell ab. Langlebige Strahler strahlen schwach. Aber wir lieben die Panik, Deutschland ist da weltweit führend. Niemand hat auf Fukushima so ängstlich reagiert, sind doch durch den Tsunami Zehntausende gestorben, durch den Reaktorunfall aber niemand nur ernsthaft verletzt worden.
Selektive Wahrnehmung durch jahrzehntelange Indoktrination wie auch bei der Klimalüge. Das die jeweilige Opposition darauf herumreitet ist verständlich, aber genauso zu verurteilen, weil rein populistisch zu sehen.

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