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24.03.2011

11:46 Uhr

Atomstreit

Merkel-Sprecher liefert sich Twitter-Duell mit Grünen

Diskussion auf digitalen Umwegen: Regierungssprecher Steffen Seibert hat sich mit dem Grünen-Politiker Volker Beck per Twitter einen Schlagabtausch geliefert - noch während eine Regierungserklärung der Kanzlerin lief.

Auszug aus dem Twitter-Duell zwischen Volker Beck (Grüne) und Regierungssprecher Steffen Seibert.

Auszug aus dem Twitter-Duell zwischen Volker Beck (Grüne) und Regierungssprecher Steffen Seibert.

BerlinIn der Atomdebatte sind Regierungssprecher Steffen Seibert und Volker Beck, Fraktionsgeschäftsführer der Grünen, an einem ungewöhnlichen Ort aneinandergeraten. Auf der Kurzmitteilungsplattform Twitter lieferten sich die beiden ein Wortgefecht. Anlass für die ungewöhnliche Kommunikation waren Recherchen der "Süddeutschen Zeitung", nach denen Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gegenüber dem Verband der Deutschen Industrie eingeräumt haben soll, das AKW-Moratorium sei wegen der anstehenden Landtagswahlen beschlossen worden.

Seibert hatte während der Regierungserklärung von Kanzlerin Angela Merkel zum bevorstehenden EU-Gipfel in Brüssel im Bundestag am Donnerstag getwittert. Er schrieb: „Kanzlerin fordert im Bundestag: EU sollte heute in Brüssel beschließen, keinerlei Öl aus Libyen mehr zu importieren“. Kurz darauf antwortete der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion direkt aus der Sitzung: „Was sagen Sie eigentlich zu Brüderles atompolitischer Beichte? Alles nur Wahlkampf!“ Seibert konterte: „Falsch. Bundesregierung nimmt unvorhersehbare Katastrophe in Japan ernst, AKW-Überprüfung hat nichts mit Wahlkampf zu tun.“ Darauf Beck: „Lügt Brüderle oder hat er beim BDI gar nicht gesagt, dass die vorübergehende AKW-Stilllegung nur Wahlkampf ist?“

Seibert, der erst vor einigen Wochen als Regierungssprecher mit dem Twittern begonnen hatte, sagte zu dem ungewöhnlichen Austausch: „Ich fand die Behauptung, die Reaktion der Bundesregierung auf Japan sei reiner Wahlkampf, einfach falsch. Deshalb wollte ich das nicht so stehen lassen.“ Ein derartiger politischer Wortwechsel via Twitter wie mit Beck werde aber „sicherlich eher die Ausnahme bleiben“. Auch auf Becks letzte Antwort werde es keine Replik geben.

Die Twitter-Beiträge von Seibert und Beck werden im Internet jeweils von mehr als 10 000 Interessierten abonniert.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.03.2011, 12:50 Uhr

In dder Sprache der Waidmänner würde man sagen,Grün schießt auf Alles,was sich bewegt.
Deshalb nimmt es nicht wunder,wenn Beck genüsslich die Einlassung Brüderles bemüht,der Regierung Wahltaktik vorzuwerfen.
Auch wenn es so aussieht,mag dennoch regierungsverantwortliches Handeln der Auslöser sein!

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