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11.03.2016

15:17 Uhr

Atomtests in Nordkorea

Kim Jong Un will weiter mit Atombomben experimentieren

Nordkoreas Machthaber provoziert die internationale Gemeinschaft: Trotz neuer Uno-Sanktionen ordnet Kim Jong Un weitere Atomtests an. Er will Nordkoreas „Fähigkeit für einen Nuklearangriff ausbauen“.

Der Uno-Sicherheitsrat hat weitere harte Sanktionen gegen das kommunistische Nordkorea und seinen Machthaber Kim Jong Un beschlossen. dpa

Kim Jong Un

Der Uno-Sicherheitsrat hat weitere harte Sanktionen gegen das kommunistische Nordkorea und seinen Machthaber Kim Jong Un beschlossen.

SeoulNeuen Uno-Sanktionen zum Trotz will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un weitere Atomtests durchführen lassen. Kim habe während einer Übung zum Start ballistischer Raketen die Anordnung für weitere Nuklearversuche erteilt, berichteten die staatlichen Medien am Freitag. Ziel müsse es sein, die Zerstörungskraft neu gebauter Atomsprengköpfe einschätzen zu können und „die Fähigkeit für einen Nuklearangriff auszubauen“, wurde Kim zitiert.

Kim unterstellte demnach Südkorea und den USA erneut, durch ihre Militärmanöver einen Angriff vorzubereiten. Die Raketen für Atomsprengköpfe müssten so vielfältig aufgestellt sein, dass sie vom Boden, aus der Luft und vom Wasser abgeschossen werden könnten.

Pjöngjangs Weg zur Wasserstoffbombe

2002

Oktober: Washington wirf Pjöngjang vor, insgeheim waffenfähiges Uran zu produzieren und damit gegen das atomare Abrüstungsabkommen von 1994 zu verstoßen.
Dezember: Nordkorea enthüllt seinen Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, und wirft die Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA aus dem Land.

2003

Januar: Der kommunistische Staat kündigt den Atomwaffensperrvertrag auf.
August: Die sogenannte Sechsergruppe aus Nord- und Südkorea, den USA, China, Russland und Japan trifft sich zu ersten Verhandlungen über den Atomkonflikt.
Oktober: Die UNO verhängt Wirtschafts- und Handelssanktionen gegen Nordkorea.

2005

Februar: Pjöngjang verkündet, Atomwaffen zu Verteidigungszwecken gebaut zu haben.
September: Pjöngjang akzeptiert den Stopp seines Atomprogramms und die Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag, bekommt im Gegenzug Sicherheitsgarantien und die Zusage von Energielieferungen.
November: Eine weitere Verhandlungsrunde scheitert am Widerstand der USA, eingefrorene Konten Nordkoreas in Macau freizugeben.

2006

Oktober: Erster nordkoreanischer Atomwaffentest

2007

Februar: Pjöngjang verspricht ein Mal mehr die Aufgabe seines Atomwaffenprogramms und will wieder IAEA-Inspekteure ins Land lassen - im Gegenzug für eine Million Tonnen Treibstoff und die Streichung von der US-Liste der Terror-Staaten.
Juni und Juli: Die Treibstofflieferungen werden aufgenommen, die IAEA-Kontrolleure bescheinigen Pjöngjang, den Reaktorkomplex in Yongbyon dichtgemacht zu haben.
Oktober: Der kommunistische Staat verspricht, sein komplettes Atomprogramm bis Ende des Jahres zurückzufahren.

2009

April: Nordkorea testet eine Langstreckenrakete. Der UN-Sicherheitsrat verschärft daraufhin die Sanktionen. Pjöngjang verlässt die Sechsergruppe, verkündete die Wiederaufnahme seines Atomprogramms und beendet die Zusammenarbeit mit der IAEA.
Mai: Nordkorea verkündet einen zweiten „erfolgreichen“ unterirdischen Atomwaffentest.

2013

Januar: Nach einem weiteren Raketentest verschärft die UNO ein weiteres Mal die Sanktionen.

Februar: Dritter Atomwaffentest, diesmal mit einem Mini-Sprengsatz.

August: Einem Satellitenfoto zufolge hat Nordkorea nach sechs Jahren seine Atomanlage Yongbyon wieder hochgefahren, die wichtigste Quelle für waffenfähiges Plutonium.

2015

Mai: Pjöngjang verkündet die Fähigkeit, Mini-Atomwaffen zu produzieren, eine entscheidende Etappe auf dem Weg zu Atomsprengköpfen für Raketen.
Dezember: Machthaber Kim Jong Un lässt durchblicken, sein Land habe eine Wasserstoffbombe entwickelt.

2016

Januar: Pjöngjang verkündet einen ersten Test mit einer Wasserstoffbombe.

Angesichts laufender Frühjahrsmanöver der USA mit Südkorea hatte Nordkoreas Militär am Donnerstag Stärke demonstriert und zwei Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Zuvor hatte das kommunistische Regime bereits mit einem atomaren Erstschlag gedroht. Beide Länder bestreiten den Vorwurf, einen Angriff vorzubereiten. Die Spannungen nehmen seit einem Atomtest Nordkoreas im Januar – dem vierten des Landes – und einem umstrittenen Raketenstart im Februar zu. Der Uno-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang jüngst verschärft.

Von

dpa

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