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17.07.2014

06:25 Uhr

Auch 2017 Kanzlerkandidatin

CDU-Konservative planen lange mit Merkel

ExklusivAngela Merkel hält sich auch an ihrem heutigen Geburtstag zu ihrer politischen Zukunft bedeckt. In der CDU hofft man, dass sie noch lange Kanzlerin bleibt. Die Wirtschaft fordert für diesen Fall umfassende Reformen.

Happy Birthday Angie

Journalist singt für Merkel ein Ständchen

Happy Birthday Angie: Journalist singt für Merkel ein Ständchen

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BerlinWenn der Konstanzer Historiker Jürgen Osterhammel am heutigen Donnerstag im Konrad-Adenauer-Haus ans Pult schreitet, wird er nicht nur einen Vortrag mit dem etwas sperrigen Titel „Vergangenheiten: Über die Zeithorizonte der Geschichte“ halten. Er leistet auch einen wichtigen Beitrag zum gewünschten Image von Angela Merkel.

Zum 50. Geburtstag hatte die CDU-Vorsitzende noch einen Hirnforscher reden lassen, weil sich die ostdeutsche Protestantin nicht groß feiern lassen wollte. Zum 60. Geburtstag ist die subtile Botschaft nach außen: Auch nach achteinhalb Jahren Regierungszeit ist Merkel immer noch dieselbe. Andere mögen rauschende Partys geben. Die Physikerin dagegen will, dass sie und ihre Gäste etwas lernen.

Doch der Eindruck reiner Kontinuität und professoraler Biederkeit täuscht. Denn nach einem halben Jahr ihrer dritten Amtszeit als Regierungschefin prägen zwei andere Aspekte das Bild der ersten deutschen Kanzlerin: Zum einen erhält sie auf internationalem Parkett einen unverkennbaren Star-Status. Weil die Innenpolitik derzeit vor allem aus der Umsetzung eines detailliert vereinbarten Koalitionsvertrages besteht, rätseln viele, was sie bis 2017 in Europa und der Welt vorhat.

Die Karriere der Angela Merkel

1991

Im Januar wird die Vizesprecherin der letzten DDR-Regierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) mit 35 Jahren Bundesministerin für Frauen und Jugend. Im Dezember wird sie stellvertretende Vorsitzende der CDU, der sie erst 1990 beigetreten war.

1994

Im November tritt sie das Amt der Bundesumweltministerin an.

1998

Nach verlorener Bundestagswahl wird sie im November CDU- Generalsekretärin unter Partei- und Fraktionschef Wolfgang Schäuble.

1999

Im Dezember fordert Merkel ihre Partei angesichts der Parteispendenaffäre auf, sich von Altkanzler Kohl zu lösen.

2000

Im April wird Merkel als Nachfolgerin des zurückgetretenen Schäuble zur Parteichefin gewählt. Sie ist die erste Frau an der CDU-Spitze.

2002

Im Januar verzichtet Merkel nach langem Tauziehen zugunsten von CSU-Chef Edmund Stoiber auf die Kanzlerkandidatur, im September gewinnt die rot-grüne Koalition knapp die Bundestagswahl. Merkel wird Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und bleibt dies bis 2005.

2005

Die SPD will die Bundestagswahl vorziehen, CDU und CSU bestimmen Merkel im Mai zur Kanzlerkandidatin. Bei der Wahl im September verpasst die Union den angestrebten Machtwechsel zu Schwarz-Gelb – doch im November wird Merkel als Bundeskanzlerin einer großen Koalition vereidigt. Sie ist die erste Frau im höchsten Regierungsamt und mit 51 Jahren die Jüngste als Kanzler.

2009

Bei der Bundestagswahl im September reicht es für ein schwarz- gelbes Bündnis. Im Oktober wird Merkel zum zweiten Mal zur Kanzlerin gewählt.

2010

Merkel setzt Christian Wulff als Bundespräsidenten-Kandidaten durch, nachdem Horst Köhler Ende Mai seinen Rücktritt erklärt hat.

Januar 2012

Als Wulff im Februar ebenfalls zurücktritt, stimmt Merkel dem Vorschlag von SPD, Grünen und FDP zu, Joachim Gauck als Kandidaten für das Präsidentenamt aufzustellen.

Dezember 2012

Im Dezember wird sie zum sechsten Mal als CDU-Vorsitzende bestätigt - mit knapp 98 Prozent, ihrem bisher besten Ergebnis.

2013

Bei der Bundestagswahl im September gewinnen CDU und CSU, aber der bisherige Partner FDP schafft es nicht mehr ins Parlament. Die Union bildet mit der SPD erneut eine große Koalition. Im Dezember wird Merkel zum dritten Mal Kanzlerin.

Zum anderen wabert seit der Bundestagswahl eine Nachfolgedebatte durch die Republik. Und die, so räumen auch ihre Mitarbeiter und Parteifreunde ein, dürfte sie nicht mehr loslassen – schon weil niemand weiß, wie lange Merkel eigentlich im Amt bleiben möchte. Dabei gibt es immer mehr Hinweise, dass sie gerade aus der Außenpolitik eine längerfristigere Perspektive ableitet – auch für ihre Kanzlerschaft. Geht es nach den Konservativen in ihrer Partei, dann bleibt Merkel noch lange Regierungschefin.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Steffen Flath, äußerte jedenfalls die Hoffnung, dass seine Partei auch bei der nächsten Bundestagswahl mit Merkel als Kanzlerkandidatin ins Rennen geht. Merkel sei zweifellos eine der profiliertesten Persönlichkeiten in der deutschen Politik. „Unter ihrer Führung hat sich Deutschland in den letzten Jahren wieder zu einer starken und einflussreichen Nation in Europa und in der Welt entwickelt“, sagte der Mitgründer des konservativen Berliner Kreises in der CDU Handelsblatt Online. „Es gibt für mich keinen Zweifel, dass Angela Merkel auch für die Bundestagswahl 2017 eine sehr gute Wahl als Regierungschefin wäre.“

Ähnlich äußert sich der Vorsitzende der Jungen Gruppe der Unions-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger (CDU). „Die Umfragewerte sind eine tolle Bestätigung für unsere Kanzlerin. Auch wenn in den Medien viel über die Nachfolge von Angela Merkel diskutiert wird, stellt sich diese Frage parteiintern gar nicht“, sagte Bilger Handelsblatt Online. „Sie ist für vier Jahre gewählt und geht jeden Tag motiviert ihrer Arbeit nach.“

Kommentare (9)

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Herr Holger Narrog

17.07.2014, 07:56 Uhr

Ich weiss nicht was man im HB und der CDU als konservativ bezeichnet.

"Klimaaktivismus", "Erneuerbare Energien", Abschaltung funktionsfähiger Kernkraftwerke, 66% Steuern (inkl. Sozial- und Verbrauchssteuern), >100% Steuern für Kapitalerträge inkl. Geldentwertung, 3-stellige Milliardenbeträge für überschuldete EU Staaten...

Ich hatte in den vergangenen Jahren den Eindruck als ob Merkel die Grünen hinsichtlich der Ökoreligion zu übertreffen sucht.

Ich hatte den Eindruck als ob Merkel die Linkspartei links zu überholen sucht.

Herr Leonhard Fischer

17.07.2014, 08:07 Uhr

Frau Dr. Merkel ist das beste was der CDU und Deutschland jemals passieren konnte. Sie ist führungsstark und opportun zugleich.

Besonders imponiert hat uns ihr unermüdlicher Einsatz für den Euro. Sie hat Deutschland damit zu vorher unbekannten Wohlstand verholfen. Sie ist eine wahre Europäerin.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Frau Bundeskanzlerin. So einfach ist das. Over and out !

Herr Uwe Müller

17.07.2014, 08:47 Uhr

"Mutti der Welt"? So, so, na dann lebe ich wahrscheinlich in einer anderen Welt. Merkäuble verkaufen Deutschland durch ihre bescheidene US-Politik, die viel zu feindlich ist, durch ihre bescheidene RUS-Politik, die ebenfalls viel zu feindlich gesonnen ist und eine bescheidene EU- und Euro-Politik, die viel zu freundlich ist.
Dprt verbraten sie unsere Pensionssysteme der heutigen Generation und noch viel mehr der kommenden.

Unsere Infrastrukturen (Straßen, Brücken, IT, etc..) verkommen und sehen stellenweise aus wie in der damaligen Zone. Das Land lebt an der Oberfläche unsichtbar im scheinbaren Glanz des Erfolgs, aber tief unten im Maschinenraum wurden in den letzten Jahren dramatische Weichenstellungen vorgenommen, die sich speziell beim nächsten Konjunkturabschwung in der Weise auswirken werden, daß diese Politik von heute völlig anders eingeschätzt werden wird.

Bei einem Zinsniveau von "Quasi-Nichts" für den Bund müßten Schulden zurückgeführt werden, daß es nur so kracht oder diese wenigstens für die Finanzierung von Ultra-Langfrist-Projekte eingesetzt werden, statt dessen werden Rentner finanziert.

Da stimmt einiges beim Zuschnitt nicht, der Anzug wird nie passen können und die CDU jubelt, was ist aus dieser Partei geworden?

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