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10.06.2011

19:10 Uhr

Auf Bewährung

RAF-Terroristin Hogefeld wird entlassen

Mit Birgit Hogefeld wird nun auch die letzte noch in Haft sitzende RAF-Terroristin freigelassen. Das Oberlandesgericht in Frankfurt setzte den Rest von Hogefelds lebenslanger Haftstrafe nach 18 Jahren zur Bewährung aus.

Das Archivfoto zeigt Birgit Hogefeld im Jahr 1996. Quelle: dpa

Das Archivfoto zeigt Birgit Hogefeld im Jahr 1996.

FrankfurtDie ehemalige RAF-Terroristin Birgit Hogefeld kommt auf freien Fuß. Die Reststrafe für Hogefeld werde zur Bewährung ausgesetzt, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Freitag mit. Die unter anderem wegen mehrfachen Mordes verurteilte Hogefeld habe im Juni 18 Jahre ihrer lebenslangen Freiheitsstrafe verbüßt. Der zuständige 4. Strafsenat habe nunmehr nach Anhörung des Generalbundesanwalts und der Verurteilten beschlossen, die Reststrafe zur Bewährung auszusetzen.

Im vergangenen Jahr hatte Bundespräsident Horst Köhler eine Begnadigung der letzten inhaftierten RAF-Terroristin noch abgelehnt. Die 54-Jährige befand sich seit 2009 im offenen Vollzug und war seitdem Freigängerin in der JVA Frankfurt. Die Vollzugsanstalt habe das Verhalten der Verurteilten als „beanstandungsfrei“ beschrieben. Während des Vollzugs studierte sie an der Fernuni Hagen Literaturwissenschaften und Sozialpsychologie und arbeite nun an ihrer Dissertation, teilte das OLG weiter mit.

Hogefeld war von 1984 bis 1993 eine Führungsfigur der Roten Armee Fraktion. Sie wurde am 29. Juni 1998 vom Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt, unter anderem wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs. Am 27. Juni 1993 war Hogefeld auf dem Bahnhof der mecklenburgischen Stadt Bad Kleinen festgenommen worden. Seitdem saß sie in Haft.

Im Juni 2008 hatte sie 15 Jahre ihrer lebenslangen Haftstrafe verbüßt. Einen Antrag auf Aussetzung ihrer Reststrafe zur Bewährung lehnte das OLG Frankfurt am Main damals jedoch ab und setzte die Mindestverbüßungsdauer auf insgesamt 18 Jahre fest.

Hogefeld wird der „dritten Generation“ der RAF zugerechnet, deren Anschläge in den 80er und frühen 90er Jahren bis heute nicht aufgeklärt sind. Den Attentaten fielen der damalige Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen (1989), der Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts (1986) und der Präsident der Treuhandanstalt Detlev Karsten Rohwedder (1991) zum Opfer.

Von

dapd

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

11.06.2011, 19:39 Uhr

Und ihren Lebensunterhalt bestreitet sie mit H4 und Sozialstaat den sie einst bekämpfte ! Dem
Steuerzahler muss das vorkommen wie Hohn und spott wenn er nun auch noch einstige Polit- terroristen die gegen den staat agierten der sie nun aushält .

Account gelöscht!

11.06.2011, 19:50 Uhr

In einigen Staaten unserer Erde ( die sich auch noch Demokratisch nennen lassen wollen ) werden Frauen die ihren Mann mit einem anderen "betrogen " haben gesteinigt .
Bei uns bekommen Nachweisliche Terroristen die gegen den Staat gearbeitet haben Geld von dem selben !
Was finden sie Demokratischer ?

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