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14.01.2004

17:35 Uhr

Auf neun Monate verkürzter Dienst

Bonuspunkte für Zivildienst

Einen Ausbildungsgutschein als Belohnung für ihre Pflegetätigkeit sollen Zivildienstleistende nach dem Umbau des Zivildienstes erhalten.

HB BERLIN. Das berichten die „Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstag). Das Blatt beruft sich auf den Bericht der Kommission „Impulse für die Zivilgesellschaft“, der an diesem Donnerstag Familienministerin Renate Schmidt (SPD) in Berlin übergeben wird. Darin geht es unter anderem um die Zukunft des Zivildienstes.

Bei einem Wegfall des Zivildienstes nach Abschaffung der Wehrpflicht ist laut Zeitung daran gedacht, den Zivildienst durch einen Freiwilligendienst zu ersetzen. Die Arbeit im Pflegebereich soll den Ersatzdienstlern mit einem Zertifikat bestätigt werden, das ihnen später bei Ausbildung, Studium oder Bewerbung anerkannt wird. Wie es weiter heißt, soll das Bonusprogramm auch für diejenigen gelten, die sich freiwillig in der Pflege engagieren. Ihnen könnte das Zertifikat zum Beispiel bei einer Beförderung im öffentlichen Dienst helfen, schreibt das Blatt.

Der Zivildienst soll außerdem von zehn auf neun Monate verkürzt werden, wie die „Stuttgarter Nachrichten“ und „Die Welt“ (Mittwoch) berichteten. Bei einer völligen Abschaffung des Zivildienstes könnte dieser durch einen Freiwilligendienst ersetzt werden. Ihn könnten Menschen jeden Alters wahrnehmen, heiße es in dem Kommissionsbericht. Die Dauer des Freiwilligendienstes solle zwischen 3 und 24 Monate betragen, bei einem Mindesteinsatz von 20 Stunden in der Woche.

Den Wohlfahrtsverbänden würde ein Freiwilligendienst teilweise sogar entgegenkommen. „Die Diakonie bricht nicht zusammen, wenn der Zivildienst wegfällt“, sagte eine Sprecherin des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche in Deutschland der dpa. Jeglicher Pflichtdienst im Pflegebereich sei nicht optimal. Auch der Deutsche Caritasverband sprach sich für den Bereich der Altenpflege für einen freiwilligen Dienst aus. Auch der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt ist eher für einen freiwilligen Dienst als ein verordnetes Pflichtjahr.

Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, sprach sich im Gegensatz dazu für ein soziales Pflichtjahr aus. Er sei für den Dienst am Menschen, sagte er der Berliner Tageszeitung „B.Z.“ (Mittwoch). „Ohne Verpflichtung geht es nicht.“ Zurzeit gibt es rund 95 000 Zivildienstleistende. Die meisten von ihnen - rund 80 Prozent - arbeiten im pflegenden Bereich.

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