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12.08.2013

12:47 Uhr

Aufarbeitung der Vergangenheit

„Junge Liberale lehnen Pädophilie ab“

Das Thema Sexbeziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen hat nun auch die FDP erreicht: Eine Bundestagskandidatin erklärte wegen eines „peinlichen“ Aufsatzes ihren Rückzug. Die Jungen Liberalen sind zufrieden.

Auch die FDP hat mit Pädophilie-Vorwürfen zu kämpfen. ap

Auch die FDP hat mit Pädophilie-Vorwürfen zu kämpfen.

BerlinDer Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLi), Lasse Becker, hat sich deutlich von pädophilen Bestrebungen der Deutschen Jungdemokraten (DJD) in den frühen 1980er-Jahren distanziert. „Die JuLis haben Pädophilie damals abgelehnt und lehnen Pädophilie heute ab“, sagte Becker Handelsblatt Online.

Es habe seinen Grund, warum die FDP die Jungdemokraten in den 1980er-Jahren durch die Jungen Liberalen abgelöst hatte, sagte Becker weiter. Aus der damaligen Zeit noch heute bekannte Politiker der Jungdemokraten seien Claudia Roth (Grüne) und Günther Verheugen (SPD). „Die Jungen Liberalen haben damals bewusst eine Alternative zum Kurs der nach links abdriftenden Jungdemokraten, die später Jugendorganisation der Grünen und der Linken waren, entworfen“, betonte Becker.

Als Reaktion auf einen vor über 30 Jahren veröffentlichten Aufsatz über Pädophilie hatte am Wochenende die hessische FDP-Politikerin Dagmar Döring ihre Kandidatur zur Bundestagswahl zurückgezogen. Becker sagte dazu: „Ja, der Rücktritt war richtig. Ich teile die Stellungnahme von Jörg-Uwe Hahn und Florian Rentsch vollständig.“

Der hessische FDP-Chef Hahn hatte mit Blick auf Döring erklärt: Solche Sachverhalte zeigen, dass junge Menschen leicht zu manipulieren sind. Deshalb sind Strafgesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gegenüber Erwachsenen unverzichtbar.“ FDP-Landeswirtschaftsminister Rentsch hatte mit Blick auf die Pädophilie-Vorwürfe gegen Politiker der Grünen gesagt, er erwarte „auch von anderen, das sie Verantwortung übernehmen, auch wenn Geschehnisse lange zurückliegen mögen“.

Die Landesvorsitzende der Liberalen Frauen Hessen, Döring, bezeichnete ihre einstigen Äußerungen über vermeintlich einvernehmliche Sexualbeziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen als aus heutiger Sicht „völlig inakzeptabel“. Sie distanzierte sich von früheren Schriften und Aktionen „in aller Deutlichkeit“ und nannte ihre früheren Gedanken „peinlich“.

Kommentare (3)

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brender

12.08.2013, 13:36 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Account gelöscht!

12.08.2013, 13:49 Uhr

Diese "Alternative" ist keine Alternative. Es ist eine Partei wie alle anderen auch.

anno

12.08.2013, 16:49 Uhr

Dann aber mal schön vorsichtig mit der Zustimmung zu Veggie-Days und vorbeugenden Brustamputationen und der missionarischen Verfolgung von Rauchern und von vergleichsweise harmlosen Politikern.

Wer weiß, wie das dann in 30, 40 Jahren gesehen wird und wer dann deshalb seinen Hut nehmen muss;-)

Merke: Wahrheiten sind immer zeitgebunden. Was heute unvorstellbar ist, kann morgen schon selbstverständlich sein.

So waren die oft übers Ziel hinausschießenden Pädophilieüberlegungen in den 80ern eine Reaktion auf die sexualfeindliche Erziehung davor, die Kinder mit Knochenmarkschwund und Hirnweiche bedrohten, wenn sie sich "da unten" anfassen. Das macht sie nicht harmlos, aber vielleicht etwas verstehbarer.

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