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07.10.2014

16:06 Uhr

Aufklärungstechnik

Drohne „Euro Hawk“ wird es nicht in Serie geben

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen schließt eine Serieneinführung der umstrittenen Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ aus – und räumt eine Vernachlässigung des Bundeswehr-Grundbetriebs ein.

Das unbemannte Flugzeug „Euro Hawk“ soll nicht in Serie gehen. dpa

Das unbemannte Flugzeug „Euro Hawk“ soll nicht in Serie gehen.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat eine Serieneinführung der umstrittenen Aufklärungsdrohne „Euro Hawk“ ausgeschlossen. „Der 'Euro Hawk' wird niemals in Serie gehen, also in das normale Geschäft, sondern wir werden ein moderneres Luftfahrzeug dafür suchen“, sagte von der Leyen am Dienstag dem Sender n-tv. Es solle lediglich weitere Erprobungsflüge mit dem unbemannten Fluggerät geben, um die eingebaute Aufklärungstechnik testen zu können: „Wir wollen sehen, ob sie auch funktioniert, wenn sie in der Luft ist.“

Mit Blick auf das am Montag vorgelegte externe Rüstungsgutachten räumte von der Leyen Fehler bei der Bundeswehr ein. In den vergangenen Jahren sei viel Geld und Konzentration in die Ausrüstung für die Auslandseinsätze gegangen; das solle zwar auch so bleiben, „zeigt aber, dass wir den Grundbetrieb hier zu Hause vernachlässigt haben“, sagte die Ministerin. Darüber müsse jetzt diskutiert werden.

Die Mängelliste der Bundeswehr

Kampfhubschrauber

Von den 31 TIGER-Kampfhubschraubern stehen dem Heer derzeit nur 10 zur Verfügung

Transporthubschrauber

Nur 8 von 33 NH90-Transporthubschrauber sind aktuell einsatzbereit

Kampfjets

Der sogenannte Buchbestand an EUROFIGHTER-Kampfjets liegt bei 109, davon sind theoretisch 74 verfügbar, aber nur 42 einsatzbereit.

Marine

Bei der Hubschrauberflotte der Marine sieht es besonders düster aus. Nur 3 von 15 Hubschraubern des Typs SEA KING könnten derzeit abheben. Bei den SEA LYNX sind es 4 von 18.

Fahrzeuge

Bei allem, was Räder hat, sieht es besser aus. Von den 180 gepanzerten BOXER-Transportfahrzeugen könnten aktuell nur 70 in einen Einsatz geschickt werden.

Von der Leyen bezog sich dabei auch auf Berichte des ARD-Magazins „Fakt“ sowie des Berliner „Tagesspiegel“ über eine „Afghanistan Connection“ in der Bundeswehr. Demnach haben dort in den vergangenen Jahren vor allem Offiziere Karriere gemacht, die in Afghanistan im Einsatz waren und die Bedürfnisse der Bundeswehr vor allem unter diesem Blickwinkel sehen. Dabei seien andere Bereiche vernachlässigt worden, zum Beispiel die sogenannte Heimat-Verteidigung, die vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise wieder an Bedeutung gewonnen hat, sowie die Teilstreitkräfte Luftwaffe und Marine, hieß es in dem Bericht.

„Die Gefahr ist, dass jemand, der eine gewisse Einsatzwirklichkeit erlebt hat, glaubt, aus dieser viermonatigen Erfahrung heraus alles auf strategischer Ebene prognostizieren und analysieren zu können“, sagte der frühere Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan dazu dem „Tagesspiegel“ (Mittwochsausgabe). Es sei aber wichtig, dass von der Leyen auch von Offizieren beraten werde „aus Teilstreitkräften, die in Afghanistan nicht so gefragt sind, die woanders Erfahrungen gesammelt haben“.

Von

afp

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