Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.03.2006

12:45 Uhr

Aufnahmen vom Haus der Kanzlerin

Ermittlungen wegen Beobachtung der Merkel-Wohnung

Die jahrelange Videobeobachtung der Privatwohnung von Angela Merkel durch eine Museumskamera ruft nun auch das Bundeskriminalamt (BKA) auf den Plan. Unterdessen versucht die Bundeskanzlerin die Wogen zu glätten.

Über eine Kamera des Pergamon-Museums in Berlin-Mitte konnte direkt in Merkels Wohnzimmer geblickt werden. Foto: dpa

Über eine Kamera des Pergamon-Museums in Berlin-Mitte konnte direkt in Merkels Wohnzimmer geblickt werden. Foto: dpa

HB BERLIN. Das BKA hat bereits Untersuchungen eingeleitet. Ein Sprecher des Bundesinnenministerums sagte am Montag in Berlin, das BKA prüfe die Angelegenheit „sehr gründlich“ und analysiere Abläufe und Hintergründe. Zugleich versicherte er, dass durch eine Begrenzung des Neigewinkels eine weitere Videobeobachtung der Berliner Wohnung von Merkel und ihres Ehemannes Joachim Sauer durch die Kamera das Pergamon-Museums künftig ausgeschlossen sei.

Nach einem Zeitungsbericht vom Wochenende war die Wohnung Merkes jahrelang von einer Überwachungskamera auf der Berliner Museumsinsel erfasst worden. Die Anlage des Pergamon-Museums in Berlin-Mitte habe nicht nur Aufnahmen von Merkels Haus sondern auch Aufnahmen in ihrem Wohnzimmer machen können, hieß es. Die Kamera auf dem Dach des weltberühmten Museums sei 24 Stunden in Betrieb gewesen. Direkt gegenüber des Museums liegt die Privatwohnung Merkels.

Merkel will Filmaufnahmen nicht hochspielen

Angela Merkel will die heimlichen Filmaufnahmen ihrer Wohnung in Berlin jedoch nicht hochspielen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm lehnte am Montag jede Stellungnahme zu den Aufnahmen ab. „Das ist kein Vorgang, der einer Kommentierung bedarf“, meinte Wilhelm.

Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, „BamS“-Reporter hätten während Recherchen über die Nachtschichtarbeiter des Museums von Sicherheitskräften die Kamera gezeigt bekommen. Sie schwenkten und zoomten mit dem Joystick auf die Wohnung der Kanzlerin. „Auf dem Überwachungsmonitor war in schwarz-weiß deutlich Angela Merkels Ehemann, Professor Joachim Sauer, zu erkennen, wie er im Wohnzimmer saß und offenbar TV guckte.“

Nach ihrer Wahl hatte Merkel sich dagegen entschieden, ihre Wohnung unweit des Berliner Boulevards Unter den Linden zu wechseln. Denkbar ist sogar ein juristisches Nachspiel. Seit August 2004 ist die Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen strafbar. Dazu gehört auch das unbefugte Filmen von Personen in ihrer Wohnung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×