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09.09.2014

13:59 Uhr

Aus Deutschland

Weitere mutmaßliche Islamisten festgenommen

Zwei mutmaßliche Salafisten sind an der deutsch-österreichischen Grenze festgenommen worden. Es geht um die Absicht, in den Dschihad zu ziehen, und die Anwerbung von Kämpfern. Auch in Kenia wurden zwei Deutschegefasst.

In Somalia sorgt die Al-Shabaab-Miliz für grausame Gewalttaten, das ausgebrannte Auto wird von der Regierungsarmee inspiziert. Auch Deutsche schließen sich den radikalen Islamisten an. dpa

In Somalia sorgt die Al-Shabaab-Miliz für grausame Gewalttaten, das ausgebrannte Auto wird von der Regierungsarmee inspiziert. Auch Deutsche schließen sich den radikalen Islamisten an.

Simbach am Inn/MünchenErneut sind Islamisten aus Deutschland wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Terrormilizen festgenommen worden. In einem Fall wurden zwei Männer an der deutsch-österreichischen Grenze gefasst, die nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) offenbar nach Syrien wollten. Zudem wurden nach einem kenianischen Zeitungsbericht in dem Land zwei weitere Deutsche festgenommen, die Mitglieder der islamistischen Al-Shabaab-Miliz gewesen sein sollen. Aus dem gleichen Grund waren am Wochenende bereits am Frankfurter Flughafen drei Verdächtige verhaftet worden.

Gegen die beiden an der Grenze zu Österreich Festgenommenen ergingen Haftbefehle, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Dienstag mitteilte. Sie bestätigte damit Informationen des Bayerischen Rundfunks. Gegen einen von ihnen wurde bereits wegen „Anwerbens für einen fremden Wehrdienst“ ermittelt. Er soll versucht haben, in Deutschland Kämpfer für den Dschihad anzuwerben. Gegen seinen Begleiter lautet der Haftbefehl nach Angaben der Sprecherin auf Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz. Zu der Festnahme nahe Simbach am Inn kam es demnach bereits vor einer Woche.

Salafisten – radikale Islamisten mit Verbindung zum Terror

Wer sie sind

Die Salafisten sind eine religiöse und politische Bewegung des Islam, die nur von einer kleinen Minderheit der Muslime getragen wird. Sie lehnen westliche Demokratien ab und sehen eine „islamische Ordnung“ mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) als einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform an.

Was sie wollen

Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Das arabische Wort „Salaf“ steht für: Ahnen, Vorfahren. Viele Salafisten tragen lange Bärte und weite Gewänder. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegen Frauen und bestehen auf deren Vollverschleierung.

Wie viele Anhänger sie haben

In Deutschland zählen die Salafisten oder Neosalafisten knapp 6300 Anhänger, bis Ende des Jahres sieht der Verfassungsschutz die Zahl bei 7000. 1800 seien bereits nach Syrien oder in den Irak gezogen, um mit dem Islamischen Staat (IS) zu kämpfen. Teile der Bewegung stehen beim Verfassungsschutz im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.

Wen sie beeinflussen

Aus der größten Terrorvereinigung Algeriens, der „Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf“ ging die Terrororganisation „Al-Kaida im islamischen Maghreb“ hervor. In der Bundesrepublik stand die terroristische Sauerland-Gruppe unter salafistischem Einfluss. Fast alle Islamisten in Deutschland, die den Dschihad (Heiligen Krieg) befürworten, sind laut Verfassungsschutz mit dem Salafismus in Berührung gekommen.

Die Männer, die ihre Wohnsitze in München haben sollen, waren nach Angaben des Bayerischen Rundfunks in einem Fernreisebus nach Salzburg unterwegs. Sie hätten sich bei einer Kontrolle nicht richtig ausweisen können und seien daraufhin eingehender überprüft worden. Dabei seien die Beamten auf das Ermittlungsverfahren gegen den aus dem Kosovo stammenden Mann gestoßen.

In Kenia sind unterdessen nach einem Bericht der Zeitung „Standard“ zwei weitere Männer deutscher Staatsangehörigkeit unter Terrorverdacht festgenommen worden. Sie seien am 29. August inhaftiert worden. Die Polizei habe daraufhin die deutschen Behörden alarmiert, die dann am Samstag am Frankfurter Flughafen drei weitere terrorverdächtige Deutsche aufspürte.

Kommentare (1)

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Herr Teito Klein

09.09.2014, 14:36 Uhr

Zwei Salafisten an der Grenze zu Österreich festgenommen
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Sie wollten nach Salzburg reisen und von dort aus weiter nach Syrien oder den Irak um dort am Dschihad teilzunehmen.

Es sind polizeibekannte Dschihadisten.

Bei einer ersten Vernehmung erklärte der 24-Jährige, er sei völlig unschuldig und habe mit Anwerbeversuchen nichts zu tun, meldete der BR. Der Türke gab dem Bericht zufolge an, zu einer Verlobungsfeier eines Bekannten zu reisen. Er habe vorgehabt, wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Warum hat man sie nicht ausreisen lassen und ihren "Deutschen Pass" entwertet?
Dann sollen sie doch in Syrien/Irak bleiben bis sie neben Allah sitzen und von den versprochenen 72 Jungfrauen verwöhnt werden.

Bis heute halten Imame den jungen Selbstmordattentätern und gewaltbereiten Kämpfern des Islam die sinnlichen Paradiesfreuden vor Augen, damit korantreue Muslime ihr Leben für die Sache Allahs aufs Spiel setzen.

Und deshalb reisen auch immer mehr Passdeutsche in den Dschihad.
Dann aber bitte ohne Rückkehrmöglichkeit.

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