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24.06.2014

08:38 Uhr

„Aus finanzieller Not“

Immer mehr Menschen über 65 Jahre arbeiten weiter

Vielen Älteren reicht die Rente nicht zum Leben: Sie haben einen Minijob oder gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach – und die Zahl steigt: Mehr als eine Million Menschen über 65 arbeiten weiter.

Aus finanzieller Not gehen viele Menschen in den Ruhestand – auch wenn sie schon über 65 Jahre sind. dpa

Aus finanzieller Not gehen viele Menschen in den Ruhestand – auch wenn sie schon über 65 Jahre sind.

ChemnitzImmer mehr Ältere arbeiten auch jenseits des gesetzlichen Rentenalters weiter. So gab es Ende Juni 2013 bundesweit 829.173 Minijobber über 65 Jahre, wie eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit zeigt, über die die Chemnitzer „Freie Presse“ (Dienstag) berichtet. Das waren demnach knapp 36.000 mehr als ein Jahr zuvor – und sogar fast 270.000 mehr als 2003.

Das Rentenpaket der Großen Koalition

Mütterrente

Etwa 9,5 Millionen Frauen, deren Kinder vor 1992 zur Welt kamen, bekommen Kindererziehungszeiten in der Rente künftig besser honoriert. Pro Kind sind das ab 1. Juli brutto knapp 28 Euro monatlich mehr im Westen und gut 26 Euro mehr im Osten. Dies ist eine Verdoppelung des bisher bezahlten Zuschlags. Frauen mit jüngeren Kindern sind bei der Mütterrente aber immer noch bessergestellt.

Abschlagsfreie Rente ab 63

Wer mindestens 45 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt hat, soll schon ab 63 Jahren ohne Abschlag in Rente gehen können. Begünstigt sind die Geburtsjahrgänge zwischen 1952 und 1963. Phasen kurzer Arbeitslosigkeit sollen mit angerechnet werden, aber nicht in den letzten zwei Jahre vor Beginn der Frührente. Das soll eine Welle von Frühverrentungen verhindern. Selbständige, die in ihrem Berufsleben mindestens 18 Jahre lang Pflichtbeiträge in die Rentenkasse entrichtet haben und danach freiwillig weiterversichert blieben, sollen ebenfalls ab 63 eine abschlagfreie Frührente beziehen können. Das kommt vor allem Handwerkern zugute.

Erwerbsminderungsrente

Wer aus gesundheitlichen Gründen vermindert oder gar nicht mehr arbeiten kann, soll brutto bis zu 40 Euro mehr Rente bekommen. Die Betroffenen werden so gestellt, als ob sie mit ihrem früheren durchschnittlichen Einkommen bis 62 – und damit zwei Jahre länger als bisher – in die Rentenkasse eingezahlt hätten.

Reha-Leistungen

Um Frühverrentungen aus gesundheitlichen Gründen zu verhindern, sollen die bislang gedeckelten Mittel für Rehabilitationsleistungen dynamisiert – also schrittweise erhöht – werden.

Das Papier war von der Vizefraktionschefin der Linken im Bundestag, Sabine Zimmermann, angefordert worden. Der Statistik zufolge waren knapp 137.000 Minijobber sogar älter als 74. Auch die Zahl der Menschen ab 65 mit einer regulären, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung steigt demnach.

Die Statistik weist 183.435 Beschäftigte und damit knapp 19.000 mehr als 2012 aus. Damit besetzt die Altersgruppe ab 65 – inklusive Minijobs – erstmals mehr als eine Million Arbeitsplätze. Nach Ansicht Zimmermanns arbeiten die meisten aber „nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter, sondern aus purer finanzieller Not“.

Von

dpa

Kommentare (5)

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24.06.2014, 11:51 Uhr

Den Rentnern geht ja sehr gut daher muss ich annehmen , das sie sich mit ARBEIT die Zeit vertreiben ! Also kann die Politik doch schon wieder einen Griff in den Rentenkasse machen !!!! Schöne Aussichten für die Rentner.

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24.06.2014, 11:53 Uhr

Ich dachte bislang, dass die Menschen die 65 + Jahre sind, aus Langeweile einen Job annehmen. Zumindest habe ich das bei einigen Bundestagsabgeordneten der FDP und CDU gelesen.
Die Realität ist doch wohl anders!

Account gelöscht!

24.06.2014, 12:29 Uhr

Viele davon müssen weiter arbeiten, um zu überleben.

Die Politiker erklären, dass das Menschen wären, die sich vom Job nicht trennen könnten und sie müssten einfach von sich aus weiter wuseln.

Die einen mögen eine derartige Interpretation für frech halten. Für mich ist es einfach unaterste Kiste von ethischem Verhalten.

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