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08.05.2014

18:17 Uhr

Aus für „Herkules“

Von der Leyen beendet IT-Großprojekt

ExklusivAb 2017 soll sich die Bundeswehr wieder selbst um ihre Computer- und Kommunikationstechnik kümmern. Nach Informationen des Handelsblatts will das Verteidigungsministerium die Zusammenarbeit mit Siemens und IBM beenden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Eine interne Lösung sei das „wirtschaftlichste Modell“. ap

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen: Eine interne Lösung sei das „wirtschaftlichste Modell“.

BerlinVerteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die problematische Zusammenarbeit mit den Konzernen Siemens und IBM beim IT-Großprojekt „Herkules“ beenden. Das geht aus einem vertraulichen Bericht des Ministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der dem Handelsblatt (Freitagausgabe) vorliegt. Das Ministerium beabsichtige, die bislang mit den Konzernen gemeinsam betriebenen „Gesellschaften nach Ende des Hauptvertrages Herkules in alleinigem Eigentum des Bundes weiterzuführen“. Die Bundeswehr soll sich also ab 2017 wieder selbst um die Betreuung ihrer Computer- und Telekommunikationstechnik kümmern.

Eine interne Lösung sei das „wirtschaftlichste Modell“, heißt es zur Begründung in dem Bericht. Zum Ende des bis 2016 laufenden Vertrages plant das Ministerium nun, die Geschäftsanteile „von den privaten Partnern zu erwerben“. Ganz zuschlagen will von der Leyen die Tür aber nicht: Sollten sich die Umstände ändern und eine öffentlich-private Zusammenarbeit doch noch als die wirtschaftlichste Lösung erweisen, könne es dazu später immer noch kommen, heißt es in dem Bericht.

Der Industrie droht damit ein Folgeauftrag mit einem Wert von rund sechs Milliarden zu entgehen. Der Branchenverband Bitkom kritisierte die Pläne deshalb: „Die private Wirtschaft sollte zeitnah wieder einbezogen werden“, forderte Marc Bachmann, Bereichsleiter Öffentliche Sicherheit. Das 2006 gestartete Projekt hatte wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Der Bundesrechnungshof rügte den Kostenanstieg um rund zwei Milliarden auf dann 7,8 Milliarden Euro und eine für den Bund nachteilige Vertragsgestaltung.

Von

tho

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

09.05.2014, 21:02 Uhr

Ich bin selbst im IT-Bereich der Bundeswehr tätig und muss sagen, dass mich diese Meldung mehr als erfreut hat.
Nichts gegen die Mitarbeiter der BWI, solange sie nicht in höherer Position sitzen. Aber eines der größten Probleme die uns diese Firma gemacht hat ist die Unflexibilität, die diese an den Tag gelegt hat.
Wobei man der BWI selbst nicht mal immer die Schuld geben kann. Die, die es am meisten verbockt haben sitzen eher im Bereich BAAINBw in der Abteilung H, diese hätten viel eher mit sehr viel mehr Druck Forderungen durchsetzen müssen.
An sonsten bin ich der festen Überzeugung, dass das Personal der Bw dies selbst mindestens genauso gut hinbekommen und evtl. können ja einige der fähigen Mitarbeiter mitgenommen werden 7keine Führungspositionen :-D ), ähnlich so wie es umgekehrt auch gewesen ist mit den Gestellunegn und Beistellungen zu Beginn des Vertrages.
Die Zahlen, die in diesem Artikel genannt werden kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen.
Meines Wissens nach war der Vertrag mit 7,2 Mrd für 10 Jahre dotiert, dazu kammen ca 400Mio für die Neuausrichtung (die war ja vertraglich nicht vorgesehen; welche Überraschung). Dazu kam da ein oder andere Drittgeschäft. Des weiteren wurde bei weitem nicht so viel Bw-Personal eingespart wie geplant (zu viele Mitwirkungsleistungen). So das ich mir den 2Mrd Mehrkosten leicht vorstellen kann, womit ich aber bei einer Gesamtsumme von 9,2 Mrd bin.

Ich denke auch, dass dem Vorgänger von Frau von der Leyen diesre Schritt schwerer gefallen wäre, wenn er überhaupt den Mumm dazu gehabt hätte.
Danke nochmal dafür Frau von der Leyen.

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