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22.09.2014

16:42 Uhr

Ausbildung in syrischem Lager

Mutmaßlicher IS-Terrorist in Berlin festgenommen

Ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) ist in Berlin von einer Spezialeinheit festgenommen worden. Bis August soll er in einem syrischen IS-Lager an Waffen ausgebildet worden sein.

Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Berlin verhaftet

Staatsanwalt: "Vorbereiitung auf eine staatsgefährdenen Gewalttat"

Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Berlin verhaftet: Staatsanwalt: "Vorbereiitung auf eine staatsgefährdenen Gewalttat"

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BerlinEin mutmaßlicher Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ist nach seiner Rückkehr aus Syrien in Berlin verhaftet worden. Der 30-Jährige mit türkischem Pass wurde bereits am Freitag gefasst, wie am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft berichtete. Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, sagte im Innenausschuss des Bundestags, der Verdächtige sei Anfang 2014 ausgereist und nach acht Monaten zurückgekehrt. Von ihm gebe es Fotos, die ihn mit einer Waffe vor der Fahne der Dschihadisten-Gruppe IS zeigen.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 30-Jährigen die Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat im Ausland zur Last. Von kriminellen oder terroristischen Plänen in Deutschland war zunächst nicht die Rede.

Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Fall berichtet. Der Mann soll demnach in Syrien an Waffen ausgebildet worden sein. Daher wurde er mit Haftbefehl gesucht. Nach dem Bericht wird geprüft, ob der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen an sich zieht.

Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

Islamische Front

Sie ist ein Zusammenschluss aus sechs großen islamistischen Gruppen. Die Islamische Front ist vermutlich die größte Rebellenallianz in Syrien und verfügt über 40.000 bis 50.000 Kämpfer. Ihre Mitglieder sind sunnitische Extremisten, die einen islamischen Staat in Syrien errichten wollen. Die Haltung der Islamischen Front gegenüber den Extremisten von IS ist ambivalent. Teile der Gruppe unterstützen aber den Kampf gegen sie.

Nusra-Front

In der einflussreichen Rebellengruppe sind sowohl syrische als auch ausländische Extremisten aktiv. Sie ist von Al-Kaida offiziell als Ableger in Syrien anerkannt. Die Nusra-Front hat als erste Gruppierung in Syrien Selbstmord- und Autobombenanschläge in Stadtgebieten verübt. Sie kämpft für einen islamischen Staat, hat zwischen 7000 und 8000 Anhänger und arbeitete bislang eng mit der Islamischen Front zusammen.

Islamischer Staat

Die Gruppe wurde von abtrünnigen Mitgliedern der Nusra-Front gebildet und vereinigte sich mit dem Al-Kaida-Ableger im Irak. Früher nannte sie sich Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil). Angeführt wird IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der die Forderung der Al-Kaida ignorierte, den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida die Verbindungen zur IS, die als die militanteste Extremistengruppen in Syrien gilt.

Zunächst hatte die Gruppierung unter anderem wegen ihrer strikten Haltung gegen Plünderungen einen Großteil der syrischen Bevölkerung auf ihrer Seite. Dies änderte sich, als sie begann, Kritiker zu entführen und zu töten.

Derzeit kämpft IS an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien und gegen die Kurden im Nordirak. Die Gruppe soll über 6000 bis 7000 Kämpfer verfügen. Im Irak wird sie durch Zehntausende Kämpfer sunnitischer Stämme unterstützt, die von der Zentralregierung in Bagdad enttäuscht sind.

Syrische revolutionäre Front

Die Allianz aus weitgehend nicht ideologisch geprägten Rebellen-Einheiten formierte sich im Dezember. Das Rückgrat der Gruppe bildet die Syrische Märtyrer-Brigade, eine einst einflussreiche Gruppe aus der nördlichen Provinz Idlib unter Führung von Dschamal Maruf. Ihm war von rivalisierenden Rebellengruppen vorgeworfen worden, für den Aufstand bestimmtes Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Anhänger der revolutionären Front sind weitgehend moderate Islamisten. Finanziell unterstützt wird die Gruppe vermutlich von Golfstaaten wie Saudi-Arabien.


Mudschaheddin-Armee

Sie bildete sich zu Jahresbeginn aus acht syrischen Gruppen und startete eine Offensive gegen die Extremisten von IS. Die Allianz ist moderat islamistisch und hat nach eigenen Angaben rund 5000 Mitglieder.


Höchstes Militärkommando

Es handelt sich um eine moderate, nicht ideologische Gruppe. Sie wird von westlichen Ländern wie den USA unterstützt. Auch die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf ihrer Seite. Sie hat niemals den Eindruck ausräumen können, dass ihre Führung aus dem Ausland kommt.

Verfassungsschutz und Polizei gehen davon aus, dass in den vergangenen Jahren mehr als 400 Männer Deutschland in Richtung Syrien und Irak verlassen haben, um dort für islamistische Gruppen zu kämpfen. Etwa 130 dieser Männer sind nach Deutschland zurückgekehrt, bei 25 gibt es konkrete Hinweise auf Kampferfahrung.

Fast ausnahmslos ist die Radikalisierung mit Kontakten zum Salafismus verbunden. Über 6000 Leute werden dieser besonders konservativen islamistischen Szene in Deutschland zugeordnet, die kompromisslos auf eine „islamische Ordnung“ mit der Alleingültigkeit islamischen Rechts („Scharia“) setzt.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Old Harold

22.09.2014, 15:30 Uhr

Exakt vor 100 Jahren sind junge Männer, vollgestopft mit Kriegspropaganda, begeistert in den Krieg und damit in ihren Tod gezogen.

Wer falschen Propheten Paroli bieten will, muss gegen deren Kriegspropaganda mit Friedenspropaganda argumentieren:

"Wer behauptet, es wäre der Wille Allahs, Mitmenschen zu berauben, zu vergewaltigen und zu ermorden, missbraucht den Namen des Herrn und begeht Gotteslästerung".

Dies muss gefährdeten jungen Männern immer und immer wieder gesagt werden, damit es sich in der Vernunfthälfte des Gehirns festsetzt, wenn die Kriegspropagandisten bereits die Testosteronhälfte des Gehirns besetzt haben.

Herr Peter Spiegel

22.09.2014, 16:48 Uhr

"IS-Dschihadisten wollen Amerikaner und Europäer töten"

Multi-Kulti eben, alles wie gehabt.

Herr Wolfgang Trantow

22.09.2014, 16:49 Uhr

Man wagt es gegen den Islam vor zu gehen, wo der Islam doch so friedlich ist, lt. unsere Politiker (Tötet Andersgläubige, so der Koran))!!!!! Politiker lügen doch nicht!

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