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11.04.2011

12:56 Uhr

Ausbildungsmarkt

Betriebe wollen 40.000 Stellen mehr anbieten

Die Konjunktur brummt, der Fachkräftebedarf steigt: Deutsche Unternehmen werden dieses Jahr 40.000 Lehrstellen mehr anbieten als im Vorjahr. Immer mehr Unternehmen können die Stellen jedoch nicht besetzen.

Lehrling im ersten Ausbildungsjahr: Etwa 160.000 Schulabgänger nicht ausbildungsreif. Quelle: ZBSP

Lehrling im ersten Ausbildungsjahr: Etwa 160.000 Schulabgänger nicht ausbildungsreif.

BerlinBei Industrie, Handel und Dienstleistungen werden nach einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) rund 40.000 Lehrstellen mehr angeboten als im Vorjahr.

„Die Chancen der Jugendlichen auf einen Ausbildungsplatz sind glänzend“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben am Montag in Berlin. Dies werde sich in einer steigenden Zahl von abeschlossenen Ausbildungsverträgen niederschlagen: Für den IHK-Bereich erwartet Wansleben fünf Prozent mehr Verträge. Das entspräche einem Plus von rund 16.500 zum Vorjahr.

Wie in den Vorjahren kritisierte der DIHK, dass viele Jugendliche die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung nicht mitbrächten. Nach Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise würden die Schwächen des Bildungssystems wie mangelnde Ausbildungsreife und unklare Berufsvorstellungen umso deutlicher, sagte Wansleben. Allein in diesem Jahr würden etwa 160.000 Jugendliche die Schulen verlassen, die nicht ausbildungsreif seien.

„Die Hoffnung der Wirtschaft auf eine bessere Ausbildungsreife der Schulabgänger erfüllt sich offensichtlich nicht“, sagte Wansleben. Die Unternehmen seien zwar im Durchschnitt zufriedener mit den Mathematik- und Deutschkenntnissen der Schulabgänger. Die Industrie weise aber auf mangelnde Mathematik-Fähigkeiten hin. Die Unzufriedenheit mit der Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Disziplin mancher Schulabgänger wachse seit 2006 kontinuierlich an.

Immer mehr Unternehmen können laut DIHK nicht mehr alle angebotenen Lehrstellen besetzen. Allein 2010 seien dadurch 55.000 Ausbildungsplätze freigeblieben. Über die Hälfte der Unternehmen im Gastgewerbe habe Lehrstellen unbesetzt lassen müssen. Das Baugewerbe sei am zweitstärksten betroffen.

Eine wachsende Zahl von Betrieben stellt sich daher darauf ein, auch lernschwache Lehrlinge einzustellen. Über die Hälfte der Betriebe böten während der Ausbildung Nachhilfe an. Jedes achte Unternehmen habe bewusst die Anforderungen an die Vorbildung der Bewerber abgesenkt. Die Fachkräftesicherung sei für 55 Prozent das entscheidende Motiv für die Ausbildungsbereitschaft. Jedes sechste Unternehmen wolle Studienabbrecher für eine Ausbildung gewinnen, jedes zehnte werbe verstärkt überregional um Bewerber.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Morchel

11.04.2011, 14:33 Uhr

Komisch der Herr Hund sprach bei Regierungswechset in BW von einer Fluchtbewegung der Unternehmen ins Ausland, die Tagelöhner natürlich ohne Kinder sollten dann doch bitte mitkommen.

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