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18.07.2017

11:23 Uhr

Ausbildungsumfrage

Azubi verzweifelt gesucht

Ein Drittel der Betriebe findet keine Lehrlinge. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage. Jede zehnte Firma erhält nicht einmal eine einzige Bewerbung. Vor allem in einem Gewerbe hat der Azubi-Mangel stark zugenommen.

Ein Auszubildender befestigt auf einer Baustelle in Berlin Dachpappe. Im Baugewerbe ist der Mangel an Lehrlingen besonders hoch. dpa

Azubi auf Baustelle

Ein Auszubildender befestigt auf einer Baustelle in Berlin Dachpappe. Im Baugewerbe ist der Mangel an Lehrlingen besonders hoch.

BerlinFast jeder dritte Betrieb in Deutschland kann nach einer aktuellen Befragung Lehrstellen aus Mangel an geeigneten Bewerbern nicht besetzen. Wie der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zu seiner Umfrage „Ausbildung 2017“ mit etwa 10.500 Unternehmen berichtete, stabilisierte sich die Quote zuletzt bei 31 Prozent – im Vergleich zu 12 Prozent zehn Jahre zuvor.

„Fast jeder zehnte Ausbildungsbetrieb hat noch nicht einmal eine einzige Bewerbung erhalten“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Dienstag in Berlin. „Uns geht der Nachwuchs aus.“ Deutschland müsse daher mehr für seine im Ausland gerühmte duale Ausbildung tun. Am schwierigsten ist die Lage im Gastgewerbe, wo 58 Prozent der Betriebe Lehrstellen nicht besetzen konnten. Besonders stark zugenommen hat der Azubi-Mangel im Baugewerbe mit 42 Prozent (2015: 30 Prozent).

Wo Hilfsarbeiter, Fachkräfte und Akademiker am meisten verdienen

Hilfskräfte

Topverdienste werden im Schnitt in Informations- und Kommunikationstechnik-Berufen (2,214 Millionen Euro) und bei Banken, im Rechnungswesen und in der Steuerberatung erzielt (2,085 Millionen Euro), die geringsten Verdienste in Gesundheits-, Körperpflege- und Wellness-Berufen (910 000 Euro) und in der Land- und Forstwirtschaft (924 000 Euro).

Fachkräfte mit einer betrieblichen Ausbildung

Topverdienste werden hier in Informations- und Kommunikationstechnik-Berufen (2,19 Millionen Euro) und in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen (1,972 Millionen Euro) erzielt, die geringsten Verdienste in Reinigungsberufen (986 000 Euro) sowie in Gastronomie- und Tourismus-Jobs (1,035 Millionen Euro).

Akademiker

Akademikern winken Topverdienste in technischen Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsberufen (2,709 Millionen Euro) sowie in Einkaufs-, Vertriebs- und Handelsberufen (2,553 Millionen Euro), die geringsten Verdienste dagegen in der Lebensmittelindustrie (1,301 Millionen Euro) und in der Gastronomie- und Tourismusbranche (1,302 Millionen Euro).

Nach dem Anfang April veröffentlichten Berufsbildungsbericht der Bundesregierung sind sogenannte Passungsprobleme eine „zentrale Herausforderung“ – etwa weil Jugendliche mit ihren Abschlüssen nicht den Ansprüchen der Firmen genügen oder weil sie nicht mobil genug sind. Zum Stichtag 30. September 2016 wuchs die Zahl nicht vergebener Ausbildungsplätze im Vorjahresvergleich um 4,5 Prozent auf 43.500 – zugleich gingen aber auch 20.600 Jugendliche leer aus.

DIHK-Chef Schweitzer sagte, es sei nun „umso wichtiger, dass wir vorhandene Potenziale nutzen, insbesondere von Studienabbrechern, Lernschwächeren und Flüchtlingen“. An den Schulen seien die Lehrer „in der Pflicht“: Sie sollten „nicht nur die Chancen der akademischen Bildung aufzeigen, sondern auch die der beruflichen Bildung“.

Arbeitsmarkt

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Von

dpa

Kommentare (4)

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Novi Prinz

18.07.2017, 11:38 Uhr

Das Sozialprästige eines studierten arbeitssuchenden ist 12mal höher als das eines sehr gut verdiendenden Betonfachwerkers !

Herr Robbie McGuire

18.07.2017, 11:53 Uhr

„Fast jeder zehnte Ausbildungsbetrieb hat noch nicht einmal eine einzige Bewerbung erhalten“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer am Dienstag in Berlin.
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So ändern sich Entwicklungen. Es gab Zeiten im vorigen Jahrhundert, da meinten Unternehmen, nicht ausbilden zu müssen, sondern schöpften gern das Fachpersonal von Unternehmen ab, die ausbildeten.

Herr Leo Löwenstein

18.07.2017, 12:30 Uhr

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