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27.01.2015

11:31 Uhr

Auschwitz-Gedenken im Bundestag

„Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“

Heute vor 70 Jahren wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Sowjetarmee befreit. Bei einer Sondersitzung des Bundestages spricht Bundespräsident Gauck zu Überlebenden des Menschheitsverbrechens.

Gedenkfeier

Gauck gedenkt den Opfern des Nationalsozialismus

Gedenkfeier: Gauck gedenkt den Opfern des Nationalsozialismus

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BerlinBundespräsident Joachim Gauck sieht Deutschland 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz in der moralischen Pflicht zum Schutz von Flüchtlingen und Menschenrechten. „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“, sagte Gauck am Dienstag in einer Sondersitzung des Bundestages zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Aus dem Erinnern an das Menschheitsverbrechen des millionenfachen Mordes an Juden ergebe sich ein Auftrag. „Er sagt uns: Schützt und bewahrt die Mitmenschlichkeit. Schützt und bewahrt die Rechte eines jeden Menschen.“

An der Gedenkstunde nahmen auch Auschwitz-Überlebende teil. In dem NS-Vernichtungslager waren mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Eine Million von ihnen waren Juden. Die Sowjetarmee hatte am 27. Januar 1945 die letzten 7500 Gefangenen befreit.

Gauck warnte davor, unter den Holocaust einen Schlussstrich zu ziehen: „Die Erinnerung an den Holocaust bleibt eine Sache aller Bürger, die in Deutschland leben.“ In Deutschland, wo man täglich an Häusern vorbeigehe, aus denen Juden deportiert worden seien, „ist der Schrecken der Vergangenheit näher und die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft größer und verpflichtender als anderswo“.

Überlebende des KZ Auschwitz und Angehörige bei der Sondersitzung des Bundestages. AFP

Überlebende des KZ Auschwitz und Angehörige bei der Sondersitzung des Bundestages.

Gaucks Mahnungen beziehen sich auch auf eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann Stiftung, nach der sich eine große Mehrheit der Deutschen nicht mehr mit dem Holocaust beschäftigen will. 81 Prozent möchten demnach die Geschichte der Judenverfolgung „hinter sich lassen“. 58 Prozent wollen einen Schlussstrich ziehen.

„Solange ich lebe, werde ich darunter leiden, dass die deutsche Nation mit ihrer so achtenswerten Kultur zu den ungeheuerlichsten Menschheitsverbrechen fähig war“, bekannte Gauck sehr persönlich. Der Diktatur hätten sich die Menschen aber entgegengestellt, als sie „nach aller Schuld und später Scham und Reue“ Empathie mit den Opfern entwickelt hätten. „Und wir tun es heute, wenn wir uns jeder Art von Ausgrenzung und Gewalt entgegenstellen und jenen, die vor Verfolgung, Krieg und Terror zu uns flüchten, eine sichere Heimstatt bieten.“

Dies gelte gerade in Zeiten, „in denen wir uns in Deutschland erneut auf das Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Religionen zu verständigen haben“, sagte Gauck, ohne die islamkritischen Pegida-Demonstrationen direkt anzusprechen. Mit Blick auf Einwanderer aus Ländern, in denen Antisemitismus und Hass auf Israel verbreitet seien, sagte der Bundespräsident, wenn solche Haltungen nachwirkten, „haben wir ihnen beharrlich die historische Wahrheit zu vermitteln und sie auf die Werte dieser Gesellschaft zu verpflichten“.

Kommentare (23)

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Herr Günther Schemutat

27.01.2015, 11:49 Uhr

Am 18.1.2015 um 18:30 im Ersten sagte Oppermann SPD das es Antisimitismus in der Deutschen Politik gibt. Vor allen die Linke sein Antisimitisch. Dann hat man Putin zu der Ausschwitzgedenkfeier nicht eingeladen obwohl die Russen Ausschwitz befreit haben und Gauck erzählt mal wieder nicht, wie er als Pfarrer in der DDR Gedenkveranstaltungen
im Osten zum Holocaust organisiert hatte. Weiter das Juden heute in Deutschland und vor allen in Berlin verfolgt werden.

Die Politik sieht zu.

Ehrlichkeit kann man auch im neuen Islamstaat DEutschland erwarten , aber nie bekommen!

Herr Ragin Allraun

27.01.2015, 11:51 Uhr

Es gibt eine deutsche Identität, - mit oder ohne Auschwitz, denn das ist piep egal.

Herr Bernhard Ramseyer

27.01.2015, 11:58 Uhr

- „Es gibt keine deutsche Identität ohne Auschwitz“ -

Ginge es vielleicht etwas weniger gestẹlzt?

Ist im Chip meines Personalausweises und Reisepasses schon eine "Auschwitz-Identität" festverdrahtet oder wird das demnächst erfolgen?

Wie schon oben gefragt: Ginge es vielleicht etwas weniger gestẹlzt?

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