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09.06.2016

09:04 Uhr

Ausfuhren im April

„Die Zeiten des Exportbooms sind erst einmal vorbei“

Die deutschen Exporte stagnieren. Damit läuft es bei den Ausfuhren aber noch besser als erwartet. Ökonomen hatten mit einem Rückgang gerechnet. Woran das liegt – und wie die Aussichten sind.

Wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien haben lange Zeit die deutschen Exporte beflügelt. Doch in beiden Ländern hat sich die Konjunktur abgeschwächt. AP

Trübe Aussichten

Wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien haben lange Zeit die deutschen Exporte beflügelt. Doch in beiden Ländern hat sich die Konjunktur abgeschwächt.

WiesbadenDie deutschen Ausfuhren haben im April stagniert. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, exportieren deutsche Unternehmen in etwa so viel wie im Vormonat. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang um 0,6 vorhergesagt. Die Einfuhren nach Deutschland fielen um 0,2 Prozent.

Im Vergleich zum April 2015 stiegen die Exporte um 3,8 Prozent, während die Importe nahezu unverändert blieben. Der Außenhandel mit Ländern außerhalb der Europäischen Union schwächelte. Die Geschäfte mit Abnehmern aus EU-Staaten beziehungsweise aus dem Euroraum liefen dagegen besser.

„Der Exportmotor läuft nur niedertourig“, erklärte Volker Treier, Hauptgeschäftsführer der DIHK. „Seit Monaten kommen die Ausfuhren nicht recht vom Fleck. Wichtige Schwellenländer wie China, Russland oder Brasilien hätten ihre Krise noch nicht überwunden, und im Handel mit den USA „lässt der positive Wechselkurseffekt nach“. Treier: „Europa reißt es im Moment raus. Das allein reicht aber nicht aus, um den Exportmotor wieder richtig zum Laufen zu bringen.“

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Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen bezeichnete die neuen Außenhandelsdaten als „recht ordentlich“. „Bei den Exporten sieht es für das zweite Quartal etwas positiver aus nach der schleppenden Entwicklung in den vorigen Quartalen.“ Doch insgesamt seien die Bedingungen für die Exporteure „nicht besonders gut - auch wegen des relativ starken Euro“. Solveen fügte hinzu: Das recht starke Wirtschaftswachstum im ersten Quartal von 0,7 Prozent „war wohl eine Eintagsfliege. Es sieht danach aus, dass das zweite Quartal deutlich schwächer ausfallen wird.“

Thomas Gitzel von der VP-Bank spricht von einem eher trüben Bild der Ausfuhren: „Die Zeiten des deutschen Exportbooms sind erst einmal vorbei.“

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