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17.12.2014

14:14 Uhr

Ausgeglichener Haushalt

Bund leiht sich immer weniger Geld

Deutschland wird im kommenden Jahr den Kapitalmarkt offenbar um weniger als 200 Milliarden Euro anzapfen. So wenig Geld hat sich der Bund zuletzt 2002 geliehen. Das Volumen soll sich auf diesem Level einpendeln.

Deutschland will im nächsten Jahr ohne neue Schulden auskommen – zum ersten Mal seit 1969. dpa

Deutschland will im nächsten Jahr ohne neue Schulden auskommen – zum ersten Mal seit 1969.

Der Bund muss sich 2015 dank eines schuldenfreien Haushalts so wenig Geld leihen wie seit 13 Jahren nicht mehr. Der Geld- und Kapitalmarkt soll um maximal 199,5 Milliarden Euro angezapft werden, wie die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Mittwoch mitteilte. Im zu Ende gehenden Jahr waren es noch 212 Milliarden Euro, 2013 sogar 257 Milliarden. Ein Grund für den spürbaren Rückgang ist, dass der Bund nächstes Jahr erstmals seit 1969 ohne neue Schulden auskommt. Wegen der Finanzkrise war die Neuverschuldung zeitweise deutlich gestiegen: 2009 musste die Regierung mit 334 Milliarden Euro so viel frisches Geld aufnehmen wie noch nie.

Dass sich Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz des geplanten ausgeglichenen Haushalts („schwarze Null“) einen dreistelligen Milliardenbetrag leihen muss, liegt an den Altschulden von mehr als einer Billion Euro. Das geliehene Geld muss regelmäßig an Investoren zurückgezahlt werden - 2015 summieren sich die Tilgungen auf gut 185 Milliarden Euro. Da der Bund so viel Geld nicht aus dem laufenden Einnahmen übrig hat, muss er für die Umschuldung neue Kredite aufnehmen. Deshalb werde sich das Emissionsvolumen auch in den kommenden Jahren bei etwa 200 Milliarden Euro einpendeln, sagte Finanzagentur-Geschäftsführer Tammo Diemer.

Sowohl der Bund als auch die Marktteilnehmer hätten großes Interesse daran, Liquidität und Handelbarkeit der Bundeswertpapiere hoch zu halten. „Wir glauben, dass das auch mit diesem Emissionsvolumen gewährleistet werden kann“, sagte Diemer. In diesem Jahr seien am Markt an einem gewöhnlichen Tag Bundeswertpapiere im Wert von 20 Milliarden Euro gehandelt worden. „Das ist eine sehr gute Liquidität.“ Deutsche Staatanleihen gelten als sichere Anlage. Sie sind aber auch deshalb bei Investoren sehr beliebt, weil sie wegen des großen Marktes jederzeit abgestoßen werden können und damit einen bargeldähnlichen Status haben.

Dass bei zwölf der in diesem Jahr durchgeführten 69 Auktionen nicht genügend Gebote von Investoren zusammenkamen, hält Diemer für kein großes Problem. Das sei zwar ein Rekordwert, doch das fehlende Volumen summiere sich auf nur knapp 3,7 Milliarden Euro. „Es gab auch Jahre mit teilweise deutlich höheren Unterzeichnungen“, sagte er. Änderungen am Auktionsverfahren seien nicht geplant.

Die Finanzagentur will bei regelmäßigen Auktionen von nominalverzinslichen Bundeswertpapieren insgesamt 185,5 Milliarden Euro einnehmen . Weitere zehn bis 14 Milliarden Euro sollen Bundeswertpapiere in die Staatskasse spülen, die an die Inflationsrate gekoppelt sind – sogenannte Linker. Dieses Segment soll ausgebaut werden: Geplant ist, einen 30-jährigen Linker zu begeben. Pensionsfonds und Versicherer, aber zunehmend auch Zentralbanken würden sich für solche Papiere interessieren.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Helmut Paulsen

17.12.2014, 16:07 Uhr

"Prof. Sinn deckt Medienlüge auf:

Jeder Einwanderer KOSTET 79.100 Euro

Ende November überschlugen sich die Medien geradezu damit, ihren Lesern beizubringen, dass Einwanderer die deutschen Bürger netto entlasten würden. Die zitierte Studie besagt aber das glatte Gegenteil! ..."

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/oliver-janich/prof-sinn-deckt-medienluege-auf-jeder-einwanderer-kostet-79-1-euro.html

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