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05.11.2012

13:38 Uhr

Ausgleichszahlungen

Gesundheitsfonds springt für Praxisgebühr ein

Fällt die Praxisgebühr weg, soll die Finanzlücke mit dem Gesundheitsfonds ausgeglichen werden. Das schlägt die schwarz-gelbe Koalition vor, um einzelnen Kassen unter die Arme zu greifen. Nicht alle haben genug Reserven.

Die Gebühr bringt bisher rund zwei Milliarden Euro pro Jahr ein. dpa

Die Gebühr bringt bisher rund zwei Milliarden Euro pro Jahr ein.

BerlinDie Koalition will verhindern, dass einzelnen Krankenkassen durch den geplanten Wegfall der Praxisgebühr Finanzprobleme drohen. Sonst würden absehbar - vielleicht bereits im Wahljahr - wieder Zusatzbeiträge fällig. „Es wird eine Regelung angestrebt, dass entsprechende Zahlungen aus dem Gesundheitsfonds geleistet werden“, sagte ein Sprecher von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) am Montag in Berlin. Die Gebühr bringt den Kassen bisher rund zwei Milliarden Euro pro Jahr ein.

Die Reserven der Kassen insgesamt steigen laut offizieller Schätzung bis Jahresende zwar voraussichtlich um 3,9 Milliarden Euro. Sie lagen im Sommer bereits bei 12,8 Milliarden Euro. Aber es kann trotzdem sein, dass einzelne Kassen relativ schlecht dastehen. Zunächst unabhängig davon ist ein erwartetes Polster des Gesundheitsfonds - der Geldsammel- und Verteilstelle der gesetzlichen Krankenversicherung - von 12,7 Milliarden Euro Ende des Jahres.

Das Kieler Institut für Mikrodaten-Analyse erläuterte, dass 2013 mehrere Kassen Defizite erwirtschaften und Zusatzbeiträge einfordern müssten, wenn die Einnahmeverluste durch den Wegfall der Gebühr nicht ausgeglichen werden. Wie höhere Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds zu regeln sind, wird nach Angaben des Gesundheitsressorts noch vorbereitet. Der Bundeszuschuss für den Gesundheitsfonds soll 2013 zudem um 500 Millionen Euro und 2014 um 2 Milliarden Euro gekürzt werden

Von

dpa

Kommentare (4)

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Fakten

05.11.2012, 14:11 Uhr

Gut, dass der Irrsinn der Praxisgebühr, die den Kranken bestrafte und Millionen Euro im Verwaltungswasserkopf schluckte, abgeschafft wird. Es wird der FDP helfen, aber auch Merkel nutzen. Die Bellerei von Rot-Grün zählt nicht, schließlich hat die Regierung Merkel den Unsinn beendet. Und die klagenden Krankenkassen?: Es wird sich zeigen, wie gut ihr Management ist. Jedenfalls haben über 100 Krankenkassen nur eine Existenzberechtigung, wenn sie im Wettbewerb bestehen können. Die Ausgangslage ist für alle gleich. Diese ganze Aktion wird Merkel stärken und die endlich korrigierten Rot-Grünen eher schwächen. Die Wahlbürger sollten das berücksichtigen.

nobum

05.11.2012, 14:31 Uhr

Hinter der rot-grünen Gesundheitsreform und der Praxisgebühr stand, dass die Patienten langfristig selbst mehr für ihre Gesundheit tun müssen.
Das Betreuungsgeld, welches die "Nicht"-Benutzung staatlicher Leistungen belohnt, soll wohl (letztendlich) Kinder von Anderen fernhalten. Auch das ist die Denke der Nachkriegszeit.
Diese Denkweise ist so umständlich wie die Sprache, die sie beschreiben muß.
Dieses ist wohl die "Strenge", die Frau Merkel am Sonntag gefordert hat.
Dankeschön FDP und CSU.

ANONYM

05.11.2012, 17:48 Uhr

Wie kann die Gebühr den Kassen 2Milliarden Euro im Jahr einbringen? Selbst wenn jeder Bürger jedes Quartal zum Arzt geht, ist es nur ein Bruchteil von der oben genannten Summe

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