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08.04.2006

13:42 Uhr

Ausländerdebatte

Integration als Gipfel-Thema

Die Regierung plant nach Zeitungsinformationen noch vor der Sommerpause einen so genannten Integrations-Gipfel.

Integrationskurs (Foto: dpa)

Integrationskurs (Foto: dpa)

HB BERLIN. Darauf hätten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) am Freitag verständigt, schreibt die Zeitung „Die Welt“ (Samstag) unter Berufung auf Regierungskreise. Bei der Konferenz von Bund, Ländern, Gemeinden und Parteien solle ein abgestimmtes Integrationskonzept entwickelt werden. Eingeladen würden zudem Vertreter der Wirtschaft, der Kirchen, von Gewerkschaften und Verbänden.

Die Migrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) werde die Koordinierung übernehmen, schreibt die Zeitung. „Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb macht es Sinn, die verschiedenen Akteure bei einem Gipfel zusammenzubringen. Konkret geht es etwa um mehr Ausbildungsplätze für Jugendliche aus Zuwandererfamilien“, sagte sie. Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU): „Entscheidend ist, dass der Gipfel konkrete Maßnahmen für eine bessere Integration von Ausländern beschließt.“ So müsse bei Migrantenfamilien mit Hilfe der Verbände mehr für einen Besuch von Kindergärten geworben werden.

In der Debatte um Gewalt an Schulen und die Ausländerintegration hat Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) an das Verantwortungsbewusstsein der Eltern appelliert. „Der beste Ansatz zu gelingender Bildung wie auch zu erfolgreicher Integration ist die Sprache“, schrieb Schavan in einem Beitrag für den Berliner „Tagesspiegel am Sonntag“. „Hier ist aber zunächst die Familie gefragt. Eltern von Kindern ausländischer Herkunft müssen sich klar machen, dass die Beherrschung der deutschen Sprache die wichtigste Voraussetzung für die Zukunftschancen ihrer Kinder ist.“

Darüber hinaus müsse „ein ganzes Bündel von Maßnahmen greifen, die in der Jugend- und Sozialarbeit angesiedelt sind“ und die „direkt in die Schulen“ verlagert werden müssten. „Ein Netzwerk zwischen Schule und außerschulischen Partnern kann Auswüchse, wie sie jetzt stärker zu beobachten sind, verhindern“, schrieb Schavan. „Sinnvoll sind sicher auch Patenschaften, die von außen übernommen werden und die einzelnen Schülern oder ganzen Klassen Unterstützung bieten können.“ Wichtig sei es zudem, „sich vor falsch verstandener Toleranz zu hüten“. Es müssten „ganz klare Grenzen gezogen werden“ und das Überschreiten dieser Grenzen müsse auch Sanktionen zur Folge haben. „Wir dürfen Toleranz nicht mit Ignoranz verwechseln.“

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