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10.01.2010

10:45 Uhr

Auslandsreise

Arabischer Ritterschlag für Guido Westwelle

VonAndreas Rinke

In Saudi-Arabien wird Guido Westerwelle endgültig in der Welt der Diplomatie aufgenommen. Demonstrativ drückt ihm König Abdullah die Hand. Von nun an wird das Thema Homosexualität kein Thema mehr für den Außenminister sein.

Shakehands: Der saudische König Abdullah schüttelt Guido Westerwelle die Hand. dpa

Shakehands: Der saudische König Abdullah schüttelt Guido Westerwelle die Hand.

RIAD. Eine Stunde hat Guido Westerwelle im vornehmen Hotel Al Faisaliah bereits gewartet. Der Zeitplan seines Besuchsprogramms am Golf ist längst ins Rutschen gekommen. Doch dann kommt endlich der erlösenden Anruf aus dem Palast. Seine königliche Hoheit ist bereit, den Außenminister zu empfangen. Westerwelle springt ins Auto. Als sich nach kurzer Fahrt die Pforten eines prächtigen weißen Palastes für ihn öffnen, weiß er bereits, dass sich das Warten gelohnt hat.

Denn eine Audienz in einem königlichen Privatpalast ist für einen Außenminister schon in einer normalen Monarchie etwas Besonderes. Doch Westerwelle befindet sich in Saudi-Arabien, einem streng islamischen Land, in dem Homosexuelle mit der Todesstrafe rechnen müssen. Einem Land, in dem prüde religiöse Moralvorstellungen bis heute für eine radikale Geschlechtertrennung sorgen. Seit Monaten war deshalb hinter vorgehaltener Hand in Berlin spekuliert worden, ob es nicht doch irgendwo auf der Welt Grenzen für die Akzeptanz eines schwulen deutschen Außenministers geben würde. Wenn, dann müsste es in Riad sein.

Doch der saudische König Abdullah erhebt sich in seinem riesigen, plüschigen Empfangszimmer des Jamamah-Palastes hinter seinem Schreibtisch, geht auf Westerwelle zu und drückt ihm demonstrativ freundlich die Hand. Kameraleute und Fotografen halten den Händedruck zwischen dem Wächter der wichtigsten islamischen Heiligtümer und dem schwulen Außenminister für alle Welt fest, dann führt das Oberhaupt des saudischen Königshauses den Gast zu einer Sitzgruppe. Fast zwei Stunden unterhalten sich beide anschließend über Gott und die Welt – und die Probleme in Jemen und der Region.

Damit hat Westerwelle auch den schwierigsten Teil seiner Golfreise absolviert: Denn so sehr der Außenminister zuvor auch den „Testfall Saudi-Arabien“ für seine Person herunter gespielt hatte – dass Riad eine besonders sensible Station sein wurde, wusste er selbst. Denn wie sollte er das Thema Menschenrechte ansprechen, ohne gleich beim Antrittsbesuch seine künftige Kontakte oder aber die eigene Anhängerschaft zu Hause zu verprellen? Schließlich hat Deutschland auch noch andere Interessen, politische und auch wirtschaftliche, wie Westerwelle selbst immer wieder betont. Schließlich will sich die FDP als die führende Kraft beim Eintreten für Menschenrechte profilieren.

Kommentare (4)

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Nachdenker

10.01.2010, 15:00 Uhr

Hat sich das Handelsblatt im Jahre 1998 auch so "engagiert" gezeigt, als Joschka Fischer Aussenminister wurde? Wer die sexuelle Neigung eines Menschen zum Anlass nimmt, seine berufliche oder fachliche Fähigkeit auf sehr subtile Weise in Frage zu stellen, der ist noch immer in der Vergangenheit zu Hause. ich dachte, Deutschland wäre schon weiter, aber die Realität belehrt einen doch immer wieder eines besseren. Leider.

Vordenker

10.01.2010, 15:21 Uhr

Lieber Nachdenker, die Debatte um die internationale Akzeptanz Westerwelles durch seine sexuelle Neigung wurde ja nicht vom Handelsblatt angestoßen. Daher sollte man diesem gut geschriebenen Artikel keine Parteilichkeit unterstellen. Es ist in meinen Augen ein neutraler besuchsbericht.

aruba

10.01.2010, 18:51 Uhr

Guten Tag,...........ich bin weder ein Freund der Liberalen; und schon gar nicht von Schwulen. Jedoch ist mir Schleierhaft was die Neigungen von Guido mit Kameltreibern ( die Saufen, sogar Maultiere missbrauchen, sich an Kindern vergehen und sich mit dem Koran den Hintern abwischen ) zu tun hat. Der Prophet wuerde diese Moerder und Thyrannen an die Hunde verfuettern. Dieses Gesindel ist eine Schande fuer jeden Moslem. Woher glauben Sie dass der Unmut des Volkes in iran und irak wohl stammt. Nur durch das gotteslaesterliche Verhalten dieser dicken fetten " Prinzen ". Saessen sie nicht mit dem Hintern auf Petroleum die Juden haetten ihnen laengst die Froecke angezuendet. besten Dank.

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