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22.09.2014

09:43 Uhr

Ausrüstung der Bundeswehr

Marine-Hubschrauber müssen am Boden bleiben

Eingeschränkt einsatzbereit: Wegen Rissen an Hubschraubern kann derzeit einem Zeitungsbericht zufolge ein großer Teil der Helikopter-Flotte der Deutschen Marine nicht fliegen. Auch die EU-Mission ist davon betroffen.

Ein Bundeswehrhubschrauber: 22 Marine-Hubschrauber sind derzeit nicht einsatzfähig. dpa

Ein Bundeswehrhubschrauber: 22 Marine-Hubschrauber sind derzeit nicht einsatzfähig.

BerlinDie Einsatzbereitschaft der Marine ist nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ durch den Ausfall zahlreicher Hubschrauber eingeschränkt. Alle 22 Bordhubschrauber des Typs „Sea Lynx“ blieben derzeit am Boden, nachdem an einigen Modellen Risse entdeckt worden seien, schreibt die Zeitung in ihrer Montagausgabe und beruft sich dabei auf ein ihr vorliegendes Dokument aus dem Verteidigungsministerium. Damit ist die Hälfte der Hubschrauberflotte der Marine lahmgelegt – sie verfügt außerdem noch über 21 Hubschrauber vom Typ „Sea King“.

Ein Ministeriumssprecher sagte auf Anfrage der Zeitung, im Flugbetrieb gehe die Sicherheit vor. Bei der EU-Mission „Atalanta“ zur Piratenbekämpfung am Horn von Afrika, wo der Hubschraubertyp auch zum Einsatz kam, werde anstelle der „Sea Lynx“ nun ein Aufklärungsflugzeug eingesetzt.

In der Ministeriumsvorlage heißt es laut „SZ“, am 16. Juni sei an Bord der Fregatte „Lübeck“ an einem „Sea Lynx“ ein etwa 20 Zentimeter langer „Durchriss der Beplankung im Heckkonus festgestellt worden“. Daraufhin sei der Flugbetrieb mit diesem Muster bis auf weiteres eingestellt worden. Bei Sonderkontrollen sei an drei weiteren Hubschraubern „ein ähnliches Schadensbild“ entdeckt worden, bei anderen Helikoptern habe es „umfangreiche Beanstandungen“ gegeben.

Wie sich die Bundeswehr im Osten beteiligt

Manöver und Aufklärung

Deutschland leitete ab Ende Mai ein gut zweimonatiges Nato-Manöver in der Ostsee. Die Bundeswehr stellte mit dem Tender „Elbe“ das Führungsschiff für einen Verband zur Minenräumung mit insgesamt fünf bis sechs Schiffen. Er ist einer von vier ständigen maritimen Verbänden der Nato. Die Bundeswehr ist auch an Aufklärungsflügen über Polen, Rumänien und über der Ostsee beteiligt.

„Speerspitze“

Es ist auch im Gespräch, das Stettiner Hauptquartier in die geplante „Speerspitze“ der schnellen Eingreiftruppe der Nato (Nato Response Force) zu integrieren. Zu dieser sollen 3000 bis 5000 Soldaten gehören, die im Krisenfall innerhalb von zwei bis fünf Tagen in Einsatzbereitschaft versetzt werden sollen. Ab 2015 soll sich in jedem Fall turnusmäßig auch das deutsch-niederländische Korps wieder an der NRF beteiligen und könnte damit ebenfalls in die „Speerspitze“ integriert werden.

Problematisch für eine deutsche Beteiligung ist das komplizierte Beschlussverfahren bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Jedem Kampfeinsatz muss der Bundestag zustimmen. Innerhalb weniger Tage ist das kaum möglich. Eine Kommission sucht derzeit nach einer Lösung.

Nato-Korps in Polen

Die Bundeswehr wird das Nato-Korps in Stettin in Polen mit 60 zusätzlichen Soldaten verstärken. Derzeit sind dort 208 Soldaten aus Deutschland, Dänemark und Polen stationiert, um Operationen und Übungen zu planen. Die drei Länder wollen das Personal als Reaktion auf die Ukraine-Krise aufstocken, um eine schnellere Einsatzbereitschaft zu erreichen. Derzeit liegt sie bei 180 Tagen, künftig sollen es 30 bis 90 Tage sein.

Eurofighter auf dem Baltikum

Seit dem 1. September beteiligt sich die Luftwaffe für vier Monate mit sechs Kampfflugzeugen an der Nato-Luftraumüberwachung über dem Baltikum. Bereits im Frühjahr war die Zahl der über Estland, Lettland und Litauen eingesetzten Nato-Flieger von vier auf 16 aufgestockt worden. Für den Einsatz sind 170 Bundeswehr-Soldaten am Stützpunkt Ämari in Estland stationiert.

Am 7. August sei der Flugbetrieb unter Auflagen wieder freigegeben worden. Die Instandsetzungsmaßnahmen dauerten aber an, „so dass aktuell keines dieser Luftfahrzeuge flugklar ist“, zitiert die „SZ“ aus der Vorlage. Das Papier sei für die neue Staatssekretärin Katrin Suder bestimmt, die im Auftrag von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) das Rüstungswesen neu ordnen soll.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Herr C. Falk

22.09.2014, 09:59 Uhr

Weder die Hubschrauber fliegen, noch sind die Eurofighter einsatzbereit. Von letzteren sollen nur 6 Stück überhaupt fliegen können, es fehlt nicht nur an qualifiziertem Wartungspersonal sondern auch an Ersatztteilen.

Van der Leyen kämpft mit Soldaten gegen einen Virus, die Bundeswehr mit Materialmängeln. Man kann nur hoffen, dass wenigstens die Lazarette nicht vergammelt sind.

Herr Woifi Fischer

22.09.2014, 11:00 Uhr

Marine-Hubschrauber müssen am Boden bleiben!

Was für Schrott wird von den Lobbyisten und Wehrbeschaffern auf Kosten des deutschen Steuerzahlers für die Bundeswehr angeschafft?
Sitzen im Verteidigungsministerium nur noch Trottel?

Wann werden die Lieferanten endlich in Haftung genommen für Zeit Überschreitung und den Schrott den sie für überteuertes Steuergeld an die Bundeswehr ausliefern?

2,8 Milliarden € für den A400M deutsches Steuergeld?

Wo bleiben die bestellten und bezahlten Airbus A400M für die Bundeswehr?
Nur noch 40 A400M für die Bundeswehr?

Was sagt Frau von der Leyen zu dieser Ungeheuerlichkeit?
Nichts, sie sucht freiwillige Bundeswehrangehörige, die nach Afrika fliegen sollen um beider EBOLO- Säuche zu helfen! Mit welchen Flugzeugen?

Keines der teuren Fluggeräte der Bundeswehr, ist wirklich einsatzfähig! Was für eine Verschwendung von Steuergeldern .

G. Nampf

22.09.2014, 11:18 Uhr

Das ist nur die Spitze des Eisbergs:

- Der neue Hubschrauber MH 90 ist planmäßig unbrauchbar
- Das Transportflugzeug A 400 M kann nur zerlege Panzer transportieren (Die Russen entladen ihre Panzer per Fallschirm im Flug)
- Der Kampfhubschrauber Tiger wird ohne Bordkanone bestellt
- der Eurofighter ist bedingt einsatzfähig
-das Gewehr G 36 ist nicht zielgenau und zerlegt sich beim Schießen
- und, und, und....

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