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01.05.2015

15:12 Uhr

Ausrüstung für G36

Von der Leyen muss Bestellung von Zieloptiken erklären

Eigentlich wird das Standardgewehr der Bundeswehr ausgemustert – trotzdem gibt Verteidigungsministerin von der Leyen die Lieferung von neuen Zieloptiken frei. Abgeordnete kritisieren jetzt das Verhalten der Ministerin.

Zu der letzten G36-Lieferung an die Bundeswehr gehören 347 Zieloptiken. dpa

Gewehre vom Typ G36

Zu der letzten G36-Lieferung an die Bundeswehr gehören 347 Zieloptiken.

BerlinObwohl das Standardgewehr der Bundeswehr ausgemustert werden soll, hat das Verteidigungsministerium noch vergangene Woche eine Freigabe für die Lieferung von Zieloptiken für das G36 erteilt. Das berichtete das ARD-Hauptstadtstudio am Donnerstag. Am selben Tag, dem 22. April, hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Verteidigungsausschuss des Bundestages erklärt, das Gewehr habe in der Bundeswehr wegen Problemen bei der Treffsicherheit keine Zukunft.

Nach Auskunft des Ministeriums handelt es sich um 347 Zieloptiken, die zu der letzten G36-Lieferung an die Bundeswehr gehören. Die 3770 Gewehre in der Kurzrohrversion für Spezialkräfte seien vor dem Regierungswechsel 2013 bestellt worden, sagte ein Sprecher. Der Vertrag für die Zieloptiken sei 2014 geschlossen worden. Gemäß Vertrag musste die Freigabe nach der erfolgreichen Einsatzprüfung automatisch erteilt werden.

Der Bundestagsabgeordnete und Verteidigungspolitiker der Linkspartei, Jan van Aken, sagte der ARD, er fühle sich von der Ministerin getäuscht. Tobias Lindner (Grüne) kritisierte von der Leyens Informationspolitik.

Die bestellten Zieloptiken werden auf eine Schiene nach Nato-Standard montiert. Sie könnten damit nach Auskunft des Ministeriums auch nach einer Ausmusterung des G36 noch zur Verwendung mit anderen Waffen genutzt werden.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

04.05.2015, 10:02 Uhr

Das Datum der Meldung war der 1. Mai. Ein solch gewähltes Datum ist für manche Überraschung gut. Doch diesmal ist es etwas zu dick.

Weshalb sollte eine Verteidigungsministerin Zielfernrohre für Gewehr bestellen, die es in absehbarer Zeit nicht mehr gibt? Man mag Politikern allgemein und mit Berechtigung manches in den Mund legen können, aber so doof ist Frau von der Leyen auch nicht.

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