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12.12.2014

16:58 Uhr

Aussage im West LB-Untersuchungsausschuss

Gerhard Schröder weist Vorwürfe im Fall Salzgitter zurück

Er sollte über den Verkauf des Stahlkonzerns Salzgitter berichten. Doch obwohl Altkanzler und Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen Gerhard Schröder bei wichtigen Gesprächen dabei war, will er sich an nichts erinnern.

Was wusste er von den Deals im Hintergrund des Salzgitter-Geschäfts? Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vor dem WestLB-Untersuchungsausschuss des Landtages in Düsseldorf. dpa

Was wusste er von den Deals im Hintergrund des Salzgitter-Geschäfts? Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder vor dem WestLB-Untersuchungsausschuss des Landtages in Düsseldorf.

DüsseldorfEx-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hat im WestLB-Untersuchungsausschuss des Düsseldorfer Landtags Spekulationen über Mauscheleien beim Verkauf des Stahlkonzerns Salzgitter zurückgewiesen. Er sei 1998 als damaliger Ministerpräsident Niedersachsens nicht an der Preisgestaltung beteiligt gewesen, sagte Schröder am Freitag im Zeugenstand. Für ihn sei aber klar gewesen, dass Salzgitter, an dem die WestLB über Preussag beteiligt war, in Niedersachsen bleiben müsse.

„Ich habe gesagt: Das kaufen wir - basta“, sagte Schröder. An Gespräche darüber mit dem damaligen WestLB-Chef Friedel Neuber könne er sich aber konkret nicht erinnern. Der Untersuchungsausschuss geht der Frage nach, wie es zu den Milliardenverlusten der ehemaligen NRW-Landesbank kommen konnte.

1998 war die Salzgitter AG - anders als ursprünglich geplant - nicht nach Österreich verkauft worden, sondern an das Land Niedersachsen. Schröder soll das persönlich im Gespräch mit Neuber eingestielt haben. Der Ausschuss beruft sich dabei auf das Buch „Wildwuchs auf der Chefetage“ des ehemaligen Vorstands der Preussag-Stahlsparte, Hans-Joachim Selenz.

Er sei mit Selenz einig gewesen, dass Salzgitter nicht ins Ausland verkauft werden sollte, sondern die 12 000 Arbeitsplätze in Niedersachsen bleiben sollten, erklärte Schröder. „Das war der Kern der ganzen Überlegung.“ Zu Spekulationen, der Kaufpreis sei zu niedrig ausgefallen, sagte Schröder: „Wir haben einen fairen, marktgerechten Preis bezahlt.“

Vor zwei Jahren war die WestLB nach Milliardenverlusten zerschlagen worden; die Abwicklung dauert an. Zu ihren besten Zeiten hatte die einst größte deutsche Landesbank 2001 konzernweit rund 11 500 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von 432 Milliarden Euro.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Ronny Michael

12.12.2014, 17:24 Uhr

Gerhard Schroeder hat, nach den ersten vier, mit der sogenannten Politik der ruhigen Hand, vergeigten Jahren Gas gegeben und Deutschland mit seinem und Müntefehrings Kampf um die Agenda 2010 wirklich nach vorne gebracht.
Doch auch sein Sündenregister ist nicht von Pappe, neben dem Salzgitter Vorfall war die Holzmann-Pleite, die nur wegen der Schräglage innder sich die SPD in Verbindung mit den unglaublichen Vorfällen im Zusammenhang mit der Arena Oberhausen befand, für 1-2 Jahre mit Hilfe der Banken verchoben wurde.
Viel frsiches Geld das Holzmann in diesem Zusammenhang von den Banken erhielt wurde gebraucht umd verwendet, um die Arena Oberhausen aus einer Skandalträchtigen Pleite zu holen und damit die westfälische SPD zu retten.
Wenn ich dann daran denke, dass sich Kumpel Schroeder sich von den vorübergehend geretteten Holzmännern fotogerecht umarmen und auf die Schulter klopfen lässt, obwohl,klar war, warum diese vollkommen sinnlose Rettung erfolgte, dann wird mir schlecht.

Herr Manfred Zimmer

12.12.2014, 18:57 Uhr

"Doch obwohl Altkanzler und Ex-Ministerpräsident von Niedersachsen Gerhard Schröder bei wichtigen Gesprächen dabei war, will er sich an nichts erinnern."

Kleine Bürger würden in Beugehaft genommen. Andererseits ist es geradezu bei Politiker modisch geworden, sich an nichts mehr zu erinnern.

Deshalb halte ich es für ausgesprochen notwendig, dass alle Politiker regelmäßigen amtsärztlichen Kontrollen unterzogen werden, die derartiges ausschließen.

Wer mit solchen geistigen Fähigkeiten ausgestattet ist, sollte keine öffentlichen Ämter begleiten dürfen.

Herr Wolfgang Trantow

12.12.2014, 19:14 Uhr

Und wann entschuldigt er sich für die von ihm persönlich eingeführte Kinderarbeit???

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