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13.01.2010

08:24 Uhr

Außenwirtschaftsminister

Westerwelle wandelt auf Brüderles Spuren

VonAndreas Rinke

Guido Westerwelle entwickelt sich immer mehr vom Außenminister zum Außenwirtschaftsminister - und tritt damit in die Fußstapfen seines Vorgängers Frank-Walter Steinmeier. Indem Westerwelle die Diplomatie in den Dienst der Wirtschaft stellt, macht er aber auch seinem Kollegen Rainer Brüderle Konkurrenz.

Guido Westerwelle stellt immer mehr die Diplomatie in den Dienst der Wirtschaft. Quelle: dpa

Guido Westerwelle stellt immer mehr die Diplomatie in den Dienst der Wirtschaft.

Außenminister Guido Westerwelle entdeckt immer stärker die Liebe zur Wirtschaft. Nachdem er bereits bei seiner ersten Golf-Reise eine Wirtschaftsdelegation mitgenommen hat, startet er heute schon wieder mit Firmenvertretern an Bord des Regierungs-Airbus. Diesmal geht es nach Japan und China. Bereits seine Vorgänger Klaus Kinkel und Frank-Walter Steinmeier hatten die Diplomatie in den Dienst auch der deutschen Wirtschaftsinteressen gestellt. "Kaufen Sie bei uns", rief Westerwelle jetzt seinen Gesprächspartnern am Golf mehrfach zu.

Als Oberverkäufer deutscher Produkte wird er von den Unternehmern bereits gelobt. Aber prompt gerät der FDP-Chef in den Verdacht, als "Außenwirtschaftsminister" seinem Parteifreund Rainer Brüderle Konkurrenz machen zu wollen. Schon Steinmeier hatte diesen Titel getragen, weil er mit der Botschaft einer "Energieaußenpolitik" um die Welt reiste. Dabei kann die politische Flankierung aus Sicht der Industrie gar nicht groß genug sein.

Andere EU-Staaten schicken eigene Handelsminister um den Globus. Und wenn ausländische Staatschefs wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy reisen, schnellt die Zahl mitfliegender Manager schnell in dreistellige Bereiche. Das ginge bei der Bundesregierung schon deshalb nicht, weil der Exportweltmeister Deutschland nicht über die entsprechenden Flugzeuge verfügt. ink

Kommentare (1)

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Horst Balonier, Pfungstadt

18.01.2010, 17:38 Uhr

Ein Außenminister sollte sich parallel bzw. ergänzend zu wirtschaftlichen Themen äußern und diese mitgestalten. Wenn dem so ist, wie dies dem Artikel zu entnehmen ist, dann schadet dies der
Außenpolitik langfristig. Menschenrechtsthemen sowie andere diplomatisch wichtige Themen zu ganz
vielen Ländern haben da sicherlich höhere Priorität.
unabhängig, ob diese wirtschaftlichen zusätzlichen
Aktivitäten mit brüderle abgestimmet sind oder nicht. brüderle hat doch auch Staatssekretäre oder sollte vielleicht noch 2-3 dazu benennen, um der
deutschen Wirtschaft Schwung zu geben.

Wer politische Außenpolitik zum Wirtschaftsthema macht, verkennt den Wert der deutschen Außenpolitik
und verkürzt politisch wichtige Themen.

Wenn dies dann noch in Abstimmung mit der bundeskanzlerin Merkel geschieht, bleibt mir ein
unguter beigeschmack, klare Linie mit einer " Handbreite Wasser unter dem Kiel des bundesschiffes"
zu vernehmen. Dem sollte Frau Merkel unbedingt
dezent ohne viel bemerkungen zur Außenwelt gegensteuern. Oftmals ist eine gute Souffleuse besser als eine dominante Kanzlerin. ich hoffe und vertraue darauf, dass sie beides beherrscht.
Zumindest schätze ich sie so ein.

ihr weiterhin einen gesunden Humor beim Nachahmen
von Dialekten sowie ein gutes Jahr 2010.


Horst (George) balonier
Neckarstrasse 2
64319 Pfungstadt

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