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18.09.2012

17:24 Uhr

Ausstellung

Goethe und das liebe Geld

VonLin Freitag , Lin Freitag

Johann Wolfgang von Goethe war nicht nur Dichter, er war auch Finanzminister und wollte kein Papiergeld – keine Inflation. Die Deutschen Bundesbank widmet Goethe und dem Geld nun eine Ausstellung.

Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe in Stein gemeißelt. dpa

Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe in Stein gemeißelt.

Goethe statt Controlling - von einem "angenehmen Kontrast" spricht Rudolf Böhmler, Vorstand der Deutschen Bundesbank. Kein Wunder, muss der doch heute nicht von seinem Hauptjob bei der deutschen Zentralbank reden. Stattdessen geht es um Goethe. Böhmler eröffnet die Ausstellung "Goethe.Auf.Geld" im Frankfurter Geldmuseum.

Das Motto der Goethe-Festwochen der Heimatstadt des Dichters lautet denn auch "Goethe und das liebe Geld". Seit fünf Jahren arbeiten Böhmler und sein Team nun schon im "Krisenmodus", wie der Bundesbanker sagt. Ein Verweilen beim großen Dichter Johann Wolfgang von Goethe erscheint da als eine gelungene Abwechslung.

Allerdings: So groß ist der Kontrast dann doch wieder nicht. Schnell ist man wieder bei Geldpolitik, bei Inflation und gar bei Notenpresse. Denn Johann Wolfgang von Goethe war nicht nur Dichter und Naturwissenschaftler, er arbeitete auch als Finanzminister des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.

Auch damals kein besonders schöner Job: Der Kleinstaat war nämlich hoch verschuldet, und der dortige Herzog Carl August liebäugelte mit der Einführung von Papiergeld. Davon wiederum hielt Goethe wenig; er fürchtete Inflation und riet dem Herrscher entschieden davon ab. In einem Gutachten schrieb er: "Jeder Münzfuß, er sey welcher er wolle, muß fest seyn."

Das Thema beschäftigte ihn auch als Dichter: In der Tragödie "Faust" verdeutlicht er die Gefahr einer unbegrenzten Geldschöpfung und vergleicht sie mit der Alchemie - schließlich wird bei den Scheinen aus dem Nichts ein Wert geschaffen.

Trotzdem: Von den Scheinen ist Goethe nicht losgekommen - wörtlich gesehen: Denn bei den Exponaten handelt es sich ausschließlich um Geldnoten mit Bezug zum Dichter. Auf einem Schein wird aus "Faust II" zitiert: "Zu wissen sei es jedem, der's begehrt: Der Zettel hier ist 50 Pfennig wert". Natürlich ist er heute viel wertvoller. Und das nicht wegen der Inflation.

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