Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.12.2015

13:16 Uhr

Auszeichnung

Papst Franziskus erhält den Karlspreis 2016

Die „Stimme des Gewissens“ bekommt den Karlspreis 2016: Das Direktorium und die Stadt Aachen vergeben den Preis für besondere Verdienste um die europäische Einigung an Papst Franziskus.

Der Papst bekommt den Karlspreis. dpa

Papst Franziskus

Der Papst bekommt den Karlspreis.

AachenPapst Franziskus erhält für seine ermutigenden Worte über Europa den Karlspreis 2016. Das katholische Kirchenoberhaupt sende in einer Zeit, in der die Europäische Union Krisen durchlebe, eine hoffnungsvolle Botschaft, erklärten das Karlspreisdirektorium und die Stadt Aachen am Mittwoch. Seit 1950 wird der Preis für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Die Preisverleihung soll - anders als üblich - 2016 allerdings nicht in Aachen stattfinden, sondern in Rom. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

„In dieser Zeit, in der viele Bürgerinnen und Bürger in Europa Orientierung suchen, sendet Seine Heiligkeit Papst Franziskus eine Botschaft der Hoffnung und der Ermutigung aus“, stellte das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung fest. Der Papst sei eine „Stimme des Gewissens“, die mahne, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Und die daran erinnere, dass Europa verpflichtet sei, Frieden, Freiheit, Recht, Demokratie und Solidarität zu verwirklichen - aufbauend auf den Idealen seiner Gründerväter.

Die Karlspreisträger

2015

Martin Schulz (2015), Präsident des Europäischen Parlaments

2012

Wolfgang Schäuble (2012), Bundesfinanzminister

2010

Donald Tusk (2010), Ministerpräsident Polen (heute Präsident des Europäischen Rates)

2008

Angela Merkel (2008), Bundeskanzlerin

2006

Jean-Claude Juncker (2006), Ministerpräsident Luxemburg und Vorsitzender der Eurogruppe (heute Präsident der EU-Kommission)

2002

Der Euro (2002), europäische Währung

2000

Bill Clinton (2000), US-Präsident

1997

Roman Herzog (1997), Bundespräsident

1996

Beatrix (1996), Königin der Niederlande

Franziskus – geboren im argentinischen Buenos Aires - hatte unter anderem im November 2014 eine eindringliche Rede vor dem Europaparlament gehalten. Darin plädierte er für ein gemeinsames Europa, das sich nicht um die Wirtschaft drehe, und für Solidarität mit Armen und Alten. Der Papst habe kritisch konstatiert, dass es nicht nur die Debatte um die Flüchtlinge sei, die Europa „einen Eindruck der Müdigkeit, der Alterung und der mangelnden Fruchtbarkeit vermitteln“ ließen, erklärte das Karlspreisdirektorium. Auf die daraus resultierenden Fragen gebe Franziskus selbst Antworten.

Zuletzt hatten die Verantwortlichen angekündigt, ihre Entscheidung erst im Januar zu verkünden. Dann kam nach Angaben eines Stadtsprechers allerdings schneller als erwartet ein Signal aus Rom, dass der Papst den Preis annehmen wolle. Franziskus folgt als Preisträger auf EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der 2015 ausgezeichnet wurde. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008).

Heiliges Jahr in Rom: Staubsauger Gottes

Heiliges Jahr in Rom

Premium Staubsauger Gottes

Am 8. Dezember eröffnet in Rom das Heilige Jahr. Am Kolosseum patrouillieren Soldaten, das FBI warnt vor Attentaten. Szenen aus der Stadt am Tiber, gespalten zwischen Krieg und Frieden, Hysterie und Geschäftssinn.

Auch ein Papst wurde schon mal ausgezeichnet: Johannes Paul II. Er erhielt 2004 in Rom allerdings einen „außerordentlichen“ Karlspreis. Der reguläre ging im selben Jahr an den damaligen irischen EU-Parlamentspräsidenten Pat Cox. Franziskus wird der 58. Träger des Preises. Dieser ist nach Karl dem Großen (747/748-814) benannt, der von Aachen aus sein europaweites Reich beherrschte.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×