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01.10.2016

15:24 Uhr

BA-Chef Weise

Kein Anstieg der Arbeitslosigkeit durch Flüchtlinge

Viele Flüchtlinge suchen einen Job in Deutschland. Die Bundesagentur für Arbeit rechnet trotzdem weiter mit einem stabilen Arbeitsmarkt. Die Industrie will Flüchtlinge mit Zeitarbeitsverträgen beschäftigen.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge widerspricht dem Vorwurf, Flüchtlingspapiere seien massenhaft gefälscht. dpa

Frank-Jürgen Weise

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge widerspricht dem Vorwurf, Flüchtlingspapiere seien massenhaft gefälscht.

PassauDie Bundesagentur für Arbeit rechnet trotz des Flüchtlingszuzugs nicht mit einer höheren Erwerbslosigkeit in Deutschland. „Es wird im kommenden Jahr trotz der vielen Flüchtlinge keinen nennenswerten Anstieg der Arbeitslosigkeit geben“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Im September hatte seine Behörde nach Angaben der „Bild“-Zeitung (Samstag) in Deutschland 171 958 Arbeitslose aus Asyl-Ländern registriert, 89 514 mehr als im Vorjahr, ein Plus von 108,6 Prozent.

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, forderte die Bundesregierung auf, Arbeitgebern zu erlauben, Flüchtlinge mit Zeitarbeitsverträgen zu beschäftigen. Zur Begründung sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntag), drei Viertel der arbeitsuchenden Flüchtlinge hätten keine formale Berufsausbildung. „Das macht es schwer, ihnen einen sofortigen Einstieg in Arbeit zu ermöglichen. Sinnvoll wäre es, das Beschäftigungsverbot in der Zeitarbeit vollständig abzuschaffen.“

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Weise, der bis Ende des Jahres auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) leitet, beklagte erhebliche Probleme bei der Rückführung sogenannter Dublin-Flüchtlinge, die bereits in einem anderen EU-Land registriert wurden. „Wir haben in diesem Jahr bereits in rund 34 400 Fällen andere Mitgliedstaaten gebeten, die bei ihnen erstregistrierten Asylsuchenden zurückzunehmen. 18 000 Mal haben die zuständigen Staaten zugestimmt - aber in nur rund 2400 Fällen ist die Rückführung bereits gelungen“, berichtete Weise. „Das scheitert aber häufig daran, dass diese Länder die Menschen nicht aufnehmen wollen oder können. Zum Teil erhalten wir noch nicht einmal eine Antwort von den zuständigen Behörden.“

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