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28.11.2012

14:44 Uhr

BA-Chef Weise

Zahl der Kurzarbeiter steigt 2013 auf 200.000

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, erwartet im kommenden Jahr einen Anstieg der Kurzarbeit. Die Zahl soll laut Weise auf rund 200.000 steigen.

Frank-Jürgen Weise, der Leiter der Bundesagentur für Arbeit (Archivfoto). ap

Frank-Jürgen Weise, der Leiter der Bundesagentur für Arbeit (Archivfoto).

BerlinWegen der Konjunkturflaute müssen nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) 2013 wohl Tausende Beschäftigte kürzer treten. BA-Chef Frank-Jürgen Weise geht davon aus, dass die Zahl der Kurzarbeiter von derzeit weniger als 40.000 im nächsten Jahr auf rund 200.000 steigt.

„Dafür haben wir finanziell vorgesorgt“, sagte Weise in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit „Spiegel-Online“. „Wenn es deutlich mehr werden, muss ich ein Darlehen beim Bund aufnehmen.“ Die Anzeigen der Firmen signalisierten, dass die Kurzarbeit in den nächsten Monaten zunehme, betonte der Behördenchef.

Er plädierte dafür, Kurzarbeit auch auf Leiharbeiter auszuweiten. Grundsätzlich widerspreche dies zwar dem Sinn der Leiharbeit, die zur Abfederung von Auftragsspitzen eingesetzt werden sollte. „In manchen Fällen könnte es trotzdem sinnvoll sein, allein aus menschlichen Gründen und wenn die Unternehmen ihre Zeitarbeiter halten wollen“, sagte Weise. „Dafür sollte man einen rechtlichen Rahmen schaffen. Es lohnt sich, darüber nachzudenken.“

Trotz der Konjunkturabschwächung zeigte sich Weise optimistisch. „Die gefühlten Risiken auf dem Arbeitsmarkt sind größer als die tatsächlichen.“ Der BA-Chef geht davon aus, „dass wir die stabile Lage im nächsten Jahr beibehalten können“. Allerdings werde die Zahl der Arbeitslosen im nächsten Jahr mit 2,9 Millionen ähnlich hoch bleiben wie 2012 und damit - anders als erhofft - nicht weiter sinken.

„Wenn die schwächere Entwicklung wider Erwarten zur Krise wird, dann dürfte das Beschäftigte der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer treffen.“ Dies gelte vor allem für Firmen, die stark vom südeuropäischen Markt abhängen, „zum Beispiel Fiat oder Ford“, sagte Weise. Auch in der Logistik oder im Maschinenbau könnten Jobs wegfallen, insgesamt am ehesten in exportstarken Branchen.

Die Zuwanderung von Arbeitnehmern aus Euro-Krisenländern wie Spanien, Griechenland oder Portugal bezeichnete Weise als Gewinn für den deutschen Arbeitsmarkt. „Generell könnten wir sogar mehr Menschen gebrauchen. Wir haben ja eine große Zahl offener Stellen, die ohne Zuwanderer unbesetzt bliebe.“ Vor allem Mittelständler allerdings müssten mehr Rundum-Sorglos-Pakete schnüren, um für neue Mitarbeiter attraktiv zu sein.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

28.11.2012, 15:34 Uhr

Wenn Unternehmen ihre Zeitarbeiter halten wollen, sollen sie ihnen gefälligst vernünftige Festanstellungsverträge geben. Auch sollte man sich Gedanken machen welche Firmen Kurzarbeitergeld erhalten. Man sollte diejenigen herausnehmen, welche Anfang des Jahres noch Superprämien an ihre Mitarbeiter ausgezahlt haben. Das passt sonst nicht mehr zusammen.

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