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21.01.2004

17:08 Uhr

BA-Verwaltungsrat trifft sich zu Krisentreffen

Gerster verliert an Rückhalt

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Florian Gerster, verliert im Verwaltungsrat seiner Behörde zunehmend an Rückhalt. Am Samstag oder Sonntag trifft sich das Gremium zu einem Krisentreffen.

HB NÜRNBERG/MÜNCHEN Viele Mitglieder des Verwaltungsrats sähen nach den jüngsten Vorwürfen gegen Gerster ihr Vertrauen missbraucht, sagte der bayerische Arbeitsstaatssekretär Jürgen W. Heike, der dem Gremium selbst angehört, der Nachrichtenagentur dpa.

Der Chef der Bundesagentur gebe immer nur das zu, was ihm nachgewiesen werde. Das sei keine Vertrauensbasis. „Natürlich hat Herr Gerster unsere Rückendeckung“, sagte Heike. „Aber irgendwann ist das Fass am überlaufen. Und wenn ich die Zeichen richtig deute, dann ist der dafür erforderliche Tropfen bereits im Fallen“, unterstrich der CSU-Politiker.

Die Bundesregierung vermied am Mittwoch ein klares Bekenntnis zum BA-Chef. Regierungssprecher Hans Langguth wich wiederholten Nachfragen aus, ob die Regierung zu Gerster stehe, und verwies auf die am Wochenende geplante Sondersitzung des Verwaltungsrats. „Herr Gerster ist zur Stunde das, was er ist“, sagte Langguth.

Am Dienstag waren drei neue Beraterverträge aufgedeckt worden, die die BA ohne Ausschreibung und damit vermutlich rechtswidrig vergeben hatte. Die Vorsitzende des BA-Verwaltungsrats, DGB-Vizechefin Ursula Engelen-Kefer, sagte am Mittwoch dem Deutschlandfunk, das Gremium werde am Sonntag zu einer Krisensitzung zusammenkommen, um die Vorwürfe zu prüfen. Bis dahin werde es keine Stellungnahmen mehr geben.

Die FDP sprach von einer Kampagne gegen Gerster. „Es gibt innerhalb der Bundesagentur durchaus interessierte Kreise, die ein Interesse daran haben, dass Herr Gerster weg oder zumindest schwach ist“, sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Liberalen, Dirk Niebel, im ZDF. Ähnlich äußerte sich der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD, Klaus Brandner.

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