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31.10.2011

14:08 Uhr

Bad Bank

Schäuble: Nicht Schuld an Rechenfehler

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will nicht die Verantwortung für den Rechenfehler in der Bilanz der Bad Bank FMS Wertmanagement übernehmen. Zuständig sei der Wirtschaftsprüfer, hieß es aus dem Ministerium.

Der Schriftzug von FMS Wertmanagement, der Bad Bank der HRE. dpa

Der Schriftzug von FMS Wertmanagement, der Bad Bank der HRE.

Frankfurt/Düsseldorf Das Bundesfinanzministerium hat jede Verantwortung für den milliardenschweren Rechenfehler bei der Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate zurückgewiesen und den Wirtschaftsprüfer PricewaterhouseCoopers (PwC) kritisiert. „Wir hatten einen testierten Jahresabschluss 2010, der gesagt hat, es ist alles gut“, sagte Ministeriumssprecher Martin Kotthaus am Montag in Berlin. Das Ministerium übe nicht die Fachaufsicht über die Bad Bank mit dem Namen FMS Wertmanagement aus. Für die Aufstellung der Bilanz seien die Gesellschaft selbst und der Wirtschaftsprüfer verantwortlich, sagte er.

Das Ministerium sei erstmals am 4. Oktober über einen eventuellen Korrekturbedarf in Milliardenhöhe unterrichtet worden, sagte Kotthaus. Endgültig bestätigte Zahlen hätten am 11. Oktober vorgelegen, zwei Tage später sei die europäische Statistikbehörde Eurostat unterrichtet worden. Am 21. Oktober hätte das Finanzmarktgremium des Bundestages informiert werden sollen. Da die Sitzung ausgefallen sei, seien die Abgeordneten dann am 28. Oktober umfassend informiert worden.

Zuvor hatte auch Unionsfraktionsvize Michael Meister PwC scharf kritisiert. „Auf diese Bilanz hat ja nicht nur einer geschaut. Auch die Rolle der Wirtschaftsprüfer muss aufgeklärt werden“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“.

Ein Fehler in dieser Größenordnung hätte auffallen müssen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) treffe jedoch kein Vorwurf. „Er muss nun aber rückhaltlos aufklären, wie und warum das passieren konnte.“

Das Bundesfinanzministerium hatte am Freitag bestätigt, dass die „Bad Bank“ der Hypo Real Estate (HRE), die FMS Wertmanagement, 55,5 Milliarden Euro in ihrer Bilanz falsch verbucht hatte. Durch die Korrektur des Rechenfehlers sinkt die deutsche Schuldenstandsquote im laufenden Jahr um 2,6 Prozentpunkte.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC teilte am Sonntagabend mit, dass sich im Rahmen der Prüfung keine Anhaltspunkte für Fehler im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 ergeben hätten. Im Zusammenhang mit dem verkürzten Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2011 seien jedoch Geschäftsvorfälle identifiziert worden, bei denen die Verrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Derivategeschäften gegenüber demselben Vertragspartner unterblieben sei.

Kommentare (6)

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Baier

31.10.2011, 12:25 Uhr

"hätte aufffallen müssen"? ja natürlich, herr meister, vor allem im Finanzministerium. Aber dort gehen offenbar die Volks- und Betriebswirte aus, sodass nur noch Juristen dort schaffen, und die sind bekanntermassen nicht auf falsche Bilanzen geeicht. Aber beim nächsten potentiellen Finanzminister (Trittin? Sozialpädagoge) wird es noch schlimmer.

Account gelöscht!

31.10.2011, 12:52 Uhr

Das BMF - egal, unter welchem Minister - weiss ja nie von etwas. Denken wir zurück an die seltsame KfW-Überweisung an eine insolvente US-Bank, an die IKB und an die Entwicklungen bei der HRE. Ist das Ministerium den fachlichen und personellen Anforderungen der Zeit überhaupt gewachsen ??

Benno

31.10.2011, 14:18 Uhr

Diese korrupten, verlogenen Politikerkakerlaken.
UND DIE MENSCHEN SEHEN DEM TREIBEN WEITER ZU UND LASSEN ES SICH GEFALLEN !!!!!!!!!!
TOTAL KRANK UNSERE WELT...........

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